1.07.2026

Alien-Theorien veröffentlicht: Harvard-Professor wird Trumps UFO-Berater
Donald Trump setzt bei der UFO-Aufklärung auf den Harvard-Forscher Avi Loeb. Bekannt wurde der Astrophysiker mit spektakulären Alien-Theorien.

+++

Quelle: X
US-Präsident Donald Trump hat den Harvard-Astrophysiker Avi Loeb mit der Leitung eines neuen wissenschaftlichen Beratungsgremiums zur Untersuchung unbekannter Flugobjekte (UAP) beauftragt. Das Gremium soll die Regierung bei der Bewertung möglicher Sicherheitsrisiken unterstützen und arbeitet einem neuen UFO-Ausschuss des Weißen Hauses zu. Die Berufung sorgt in der Wissenschaft bereits für Kritik.
Loeb bestätigte seine neue Aufgabe gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Das Gremium untersucht sogenannte Unidentified Anomalous Phenomena (UAP) – der offizielle Begriff der US-Regierung für bislang nicht erklärte Flug- oder Himmelsphänomene.
Wer ist Avi Loeb?
Der 1962 in Israel geborene Avi Loeb zählt zu den bekanntesten Astrophysikern der USA. Er veröffentlichte Hunderte wissenschaftliche Arbeiten über Schwarze Löcher, Galaxien und Kosmologie und leitete bis 2020 fast zehn Jahre lang die Astronomie-Abteilung der Harvard University. International bekannt wurde Loeb allerdings vor allem durch seine ungewöhnlichen Thesen über außerirdisches Leben.
2017 sorgte das interstellare Objekt ʻOumuamua weltweit für Schlagzeilen. Während die meisten Astronomen davon ausgehen, dass es sich um einen ungewöhnlich geformten Asteroiden oder Kometen handelte, vertrat Loeb die These, das Objekt könne ein künstliches Sonnensegel einer außerirdischen Zivilisation gewesen sein. Seine Hypothese veröffentlichte er später auch in einem viel beachteten Buch.
Mit dem von ihm gegründeten Galileo Project sucht Loeb seither gezielt nach möglichen Hinweisen auf außerirdische Technologien.
Expedition im Pazifik löste heftige Debatte aus
2023 machte Loeb erneut international Schlagzeilen. Gemeinsam mit einem Forschungsteam barg er hunderte kleine Metallkügelchen vom Meeresboden im Pazifik nahe der vermuteten Einschlagstelle eines Meteors aus dem Jahr 2014.
Nach Analysen erklärte Loeb, die sogenannten Sphärulen könnten von einem Objekt stammen, das außerhalb unseres Sonnensystems entstanden sei – möglicherweise sogar von außerirdischer Technologie. Zahlreiche Fachkollegen widersprachen dieser Interpretation. Sie halten vulkanisches Material oder Rückstände industrieller Verbrennung für deutlich wahrscheinlichere Erklärungen.
Fachkollegen kritisieren die Berufung
Loebs Theorien haben ihm weltweit Aufmerksamkeit eingebracht, stoßen innerhalb der Fachwelt aber häufig auf Skepsis. Kritiker werfen ihm vor, spektakuläre Schlussfolgerungen auf Grundlage unzureichender Belege zu ziehen und wissenschaftliche Debatten über Medien statt über den üblichen Begutachtungsprozess auszutragen.
Der Astrophysiker Steve Desch von der Arizona State University erklärte gegenüber AP, Loeb arbeite mit fehlerhaften Methoden und ziehe daraus „wilde Schlussfolgerungen“ über außerirdisches Leben. Auch Sean Kirkpatrick, der früher die UAP-Untersuchungsstelle des Pentagon leitete, äußerte Zweifel. Loeb genieße in weiten Teilen der wissenschaftlichen Gemeinschaft keinen guten Ruf und verfüge zudem über keine Erfahrung im Bereich der nationalen Sicherheit.
UFO-Theorien: Weißes Haus will mehr Transparenz
Die Berufung steht im Zusammenhang mit Trumps Ankündigung, mehr Informationen über unbekannte Flugobjekte freizugeben. Anfang des Jahres ordnete der Präsident an, bisher unter Verschluss gehaltene Unterlagen schrittweise zu veröffentlichen. Daraufhin entstand unter Leitung des Office of the Director of National Intelligence ein neues UAP-Gremium, das von mehreren wissenschaftlichen Arbeitsgruppen unterstützt wird. Loebs Team gehört dazu.
Nach Angaben der AP hat die Gruppe bereits beim Pentagon mehr als 50 Videos, Bilder und weitere Dokumente zu bekannten UAP-Vorfällen angefordert. Künftig sollen die Ergebnisse öffentlich vorgestellt und auf einer eigenen Internetseite veröffentlicht werden.
Pentagon sieht bislang keine Hinweise auf Außerirdische
Loeb selbst betont, er gehe seine neue Aufgabe wissenschaftlich an. Zunächst nehme er an, dass hinter den beobachteten Phänomenen menschliche Ursachen steckten. Erst belastbare Daten könnten andere Erklärungen rechtfertigen.
Das Pentagon erklärte zuletzt erneut, seine Untersuchungen hätten bislang keine Hinweise auf außerirdisches Leben oder außerirdische Technologie ergeben.
Quelle: Berliner Zeitung
