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Sonntag, 26. Februar 2012 - 20:30 Uhr

Astronomie - Erste extrem helle Röntgenquelle in der Andromeda-Galaxie entpuppt sich als stellares Schwarzes Loch

 

 

 

Detaillierte Beobachtungen der ersten extrem hellen Röntgenquelle in der benachbarten Andromeda-Galaxie zeigen, dass diese durch ein stellares Schwarzes Loch erzeugt wurde, das Material mit sehr hohen Geschwindigkeiten schluckt. In einem internationalen Team haben Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik nun ihre Ergebnisse veröffentlicht. Die Emission der extrem hellen Quelle stammt vermutlich aus einem Sternsystem ähnlich den Röntgendoppelsternen in unserer Galaxis, bei dem ein schwarzes Loch, das mindestens 13-mal massereicher als unsere Sonne ist, große Mengen an Materie an sich zieht. Im Gegensatz zu Röntgendoppelsternen in unserer eigenen Milchstraße ist dieses System jedoch viel weniger durch interstellares Gas und Staub abgeschirmt, so dass die Quelle auch bei niedrigen Röntgenenergien eingehende untersucht werden kann.
Ultraleuchtkräftige Röntgenquellen (ULX) sind für Astronomen sehr interessant, da bisher unklar ist, warum diese Objekte mit einer bemerkenswert hohen Leuchtkraft strahlen. Man findet sie sowohl im nahen als auch im fernen Universum in den äußeren Bereichen von Galaxien (siehe Anmerkung 1). Da sie ziemlich selten sind - meist findet man nur ein oder zwei ULX in einer Galaxie, wenn überhaupt - stehen den Astronomen nur spärliche Daten zur Verfügung, die auf zwei konkurrierende Erklärungen für ihre hohe Leuchtkraft schließen lassen: Entweder handelt es sich um stellare Schwarze Löcher (siehe Anmerkung 2) die extrem viel Materie verschlucken, oder es gibt eine neue Unterart von Schwarzen Löchern mittlerer Masse (IMBH - siehe Anmerkung 3), die Materie auf einem niedrigeren Niveau schlucken. Eine der größten Schwierigkeiten um dieses Rätsel zu lösen, ist die große Entfernung zu diesen Objekten, die detaillierte Beobachtungen schwierig oder sogar unmöglich macht. 
Zwei Forscherteams berichten nun von Beobachtungen einer ungewöhnlichen Röntgenquelle in Andromeda (M31), unser nächsten großen Nachbargalaxie in einer Entfernung von "nur" rund zwei Millionen Lichtjahren. Andromeda wird in regelmäßigen Abständen durch die Röntgen-Satelliten Chandra und XMM-Newton im Rahmen einer fortlaufenden Kampagne überwacht, die von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik geleitet wird. Zuerst Ende 2009 von Chandra entdeckt, wurde das neue Objekt von den MPE-Wissenschaftlern sofort als ULX mit niedriger Leuchtkraft eingestuft. Dabei war das Objekt im Röntgenlicht anfangs so hell wie díe gesamte Andromeda-Galaxie. Es handelt sich damit nicht nur um die erste ULX in dieser Spiralgalaxie sondern auch um die nächstgelegene ULX überhaupt. Folgebeobachtungen mit den Satelliten Swift und HST lieferten wichtige ergänzende Daten für diese außergewöhnliche ULX.
Weiter geht es hier: http://www.mpe.mpg.de/News/PR20120223/text-d.html


M31-Animation - MPE

 


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Sonntag, 26. Februar 2012 - 19:34 Uhr

Astronomie - Jupiter-Mond-Venus-Konjunktion vom 26.02.2012

 

Auch heute war über Mannheim das Wolkenlücken-Glück auf meiner Seite und so konnte ich die neue Positionierung der Konjunktion gegenüber dem Vortage von Jupiter-Mond-Venus aufnehmen.

Fotos: ©-hjkc

 


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Sonntag, 26. Februar 2012 - 17:53 Uhr

Astronomie - Jupiter-Venus-Mond-Konjunktion am 25.02.2012

 

Nachfolgende Fotos wurden über dem Odenwald sowie über Bensheim an der Bergstraße aufgenommen. ©-hjkc

Video von Venus-Mond-Konjunktion gibt es hier: http://youtu.be/l-_oShhIPdc 

 


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Freitag, 24. Februar 2012 - 12:17 Uhr

Raumfahrt - Atlas-V-Trägerrakete mit NAVY-MUOS-1-Satellit vor Start - jetzt im Livestream

 

Nach zweimaligen Fehlversuchen wegen Wettereinflüsse, soll in wenigen Stunden endlich der NAVY-Telecom-Satellit MUOS-1 mit einer Atlas-V-Trägerrakete abheben. Hierzu gibt es einen Livestream welcher jetzt schon zu erreichen ist, siehe hier: http://www.spaceflightnow.com/atlas/av030/status.html 

 

 

 

 

 

 

 


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Freitag, 24. Februar 2012 - 10:24 Uhr

Raumfahrt - JAXA startete S-520-26- Höhen-Forschungsrakete

Die japanische Raumfahrtagentur JAXA startete die Höhen-Forschungs-Rakete S-520-26 um 5:51 a.m. am 12. Januar 2012 (Japan-Standardzeit) vom Uchinoura Raumfahrtzentrum. Der vertikale Winkel der Rakete betrug 72.5 Grad. Das S-520-26 Missionsprogramm war ausgelegt, den Kombinierenprozeß der Nullatmosphäre und des Plasmas in der Thermosphere zu erklären. Die Rakete flog planmäßig und öffnete seinen Oberteil (die Nasenverkleidung) bei 56 Sekunden nach Start, um Beobachtungen mit 58 Sekunden zu beginnen. Als sie ihre maximale Höhe von 298 Kilometern bei 278 Sekunden erreichte, wurde das Lithiumemissionsystem angezündet, um dieses über den östlichen Südozean von Uchinoura die Lithiumwolke freizugeben. Eine der Bordvorrichtungen (der Ionenmassenenergieanalysator) führte leider die Beobachtungen nicht erfolgreich, aber andere Vorrichtungen, einen Leuchtfeuerübermittler, elektromagnetische Messungen und einen Sonnemmeßfühler waren erfolgreich während des Starts und des Abstiegs der Rakete. Die rötlichen Wolken wegen des Lithiumgases, das von der Rakete freigegeben wurde, wurden für ungefähr 30 Minuten von den Grundbeobachtungspunkten in Uchinoura, in Shukumo und in Muroto gesehen. Die erworbenen Daten werden derzeit im Detail analysiert.
Fotos: JAXA / ISAS
Blick auf das JAXA / ISAS - Höhenforschungs-Raketen-Programm

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Freitag, 24. Februar 2012 - 09:42 Uhr

Planet Erde - 90 BHEA-Forschungsballons am Himmel

 

Ballon am Himmel: Messkampagne BHEA zur Verbesserung von Klimamodellen gestartet

Deutschlands höchst gelegene Forschungsstation auf der Zugspitze bildet eine weltweit einzigartige Plattform für die kontinuierliche Beobachtung physikalischer und chemischer Eigenschaften der Atmosphäre sowie die Analyse wetter- und klimawirksamer Prozesse – Grundlagen für die Beschreibung von Zustand und künftiger Entwicklung des weltweiten Klimas.

Die UFS wird unter Federführung des Bayerischen Umweltministeriums als"Virtuelles Institut" geführt, dem 10 renommierte deutsche Forschungseinrichtungen angehören.

Foto:DLR - Schneefernerhaus auf der Zugspitze

 

Die ersten Messballons sind in der Luft – bis zum 30. April 2012 werden insgesamt 90 Klimasonden nacheinander auf Datenjagd geschickt. Sie sollen von Oberpfaffenhofen aus Windgeschwindigkeiten und Temperaturen erfassen, besonders im Höhenbereich von 12 bis 30 Kilometer. Die Messkampagne des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) wird in Kooperation mit der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus durchgeführt und vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit gefördert. Das Projekt-Team von BHEA untersucht die Bedeutung von Hochgebirgszügen für denEnergietransport in der Atmosphäre.

"Sehtest" für Satelliten

Die Langzeit-Vorschau von Klimamodellen liefert regional und global wertvolle Informationen  zu Wetter- und Umweltveränderungen – Grundlagen zur Beurteilung möglicher Einflüsse auf die Gesundheit oder auf die künftige Energieversorgung. Ziel des DLR-Projektes BHEA ist es, die Datengrundlage der Modelle zu erweitern, damit die Treffsicherheit der Klima- und Atmosphärenmodelle erhöht wird.

Satelliten ermöglichen die Betrachtung der Atmosphäre global. Allerdings ist die Feinheit dieser Messungen begrenzt: "Es ist, als ob wir mit dem Satelliten durch wunderbar große aber noch leicht unscharfe Brillengläser sehen. Die Detailmessung vom Boden bringt uns jetzt die Korrekturschärfe", so Prof. Dr. Michael Bittner, Leiter der Abteilung Atmosphäre im Deutschen Fernerkundungsdatenzentrum des DLR.

Die hochpräzisen Daten der Messballone erlauben die Vermessung sehr feiner Strukturen in der Atmosphäre. Durch den Vergleich mit den Messungen des Erdbeobachtungssatelliten TIMED sollen die global umfassenden Daten geschärft werden.

Jetstream-Bewegungsrichtung präziser bestimmen

Bislang werden in den Modellberechnungen meist nur großräumigere Prozesse berücksichtigt, die das Klima unmittelbar bestimmen – etwa Jetstreams. Künftig sollen jedoch auch kleinskalige Atmosphärenprozesse verstärkt einbezogen werden. Denn diese können die gewaltigen Windströmungssysteme, wie es sie in der Tropo-, Strato- und Mesosphäre gibt,  merklich beeinflussen: "Jetstreams sind vergleichbar mit rollenden Güterzügen: Um sie anzuhalten braucht es eine große Kraft, aber durch die Umstellung einer kleinen Weiche kann sich ihre Richtung verändern", erklärt BHEA-Projektleiterin Dr. Sabine Wüst vom Deutschen Fernerkundungsdatenzentrum des DLR.

Foto: DLR - BHEA-Forschungsballon

Weiter geht es hier: http://www.dlr.de/dlr/desktopdefault.aspx/tabid-10081/151_read-2746/


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Mittwoch, 22. Februar 2012 - 19:33 Uhr

Raumfahrt - SDO sieht Luna-Transit

 

Skizze: NASA - SDO-Sonde

 

 

Spektakuläre Aufnahmen sind wir ja von der NASA-SDO-Sonde gewöhnt, und nachfolgende Aufnahme welche den Luna-Transit vom 21.02.2012 festhält spricht für sich:

 

Video-Animation von SDO-Luna-Transit gibt es hier: http://www.spaceweather.com/images2012/21feb12/304eclipse_feb_small.mov?PHPSESSID=p6r6nsujbv4eeb0hdgigfi6076

Weitere schöne Aufnahmen der SDO-Sonde nachfolgend:


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Dienstag, 21. Februar 2012 - 22:39 Uhr

Raumfahrt - Erweiterte Realität verspricht Astronauten medizinisches Sofortwissen

 

 


 

Ein neues, von der ESA entwickeltes Augmented-Reality-System stellt Astronauten medizinisches Sofortwissen bereit. Sie brauchen lediglich einen Datenhelm aufzusetzen und erhalten bei medizinischen Diagnosen oder sogar bei Operationen 3D-Unterstützung.
 
Das Computer Assisted Medical Diagnosis and Surgery System (CAMDASS) ist ein tragbarer Augmented-Reality-Prototyp. Bei der Augmented Reality (AR) – zu Deutsch Erweiterte Realität - wird die reale mit der virtuellen Welt kombiniert, indem das tatsächliche Blickfeld des Trägers präzise um Ebenen computergenerierter Darstellungen ergänzt wird.

Noch kommt CAMDASS derzeit einzig bei Ultraschall-Untersuchungen zum Einsatz, es lässt sich im Prinzip aber auch mit anderen Diagnose- und Behandlungsverfahren kombinieren.

Die Wahl fiel auf Ultraschall, da es sich hierbei um eine vielseitige, effiziente Diagnosetechnik handelt, die auf der ISS auch bereits Anwendung findet.

Zukünftige Astronauten, die sich weiter in den Weltraum hinaus wagen, müssen in der Lage sein, sich gegenseitig zu behandeln. Je nach Ent¬fernung von unserem Heimatplaneten ist der Funkverkehr mit Experten auf der Erde entweder völlig unmöglich oder aber mit langen Signallaufzeiten verbunden.

„Die Crew verfügt zwar über einen gewissen Grad an medizinischem Fachwissen, dennoch können Astronauten nicht sämtliche potentiell notwendigen medizinischen Verfahren im Vorfeld erlernen und trainieren“, so der Biomedizin-Ingenieur Arnaud Runge, der das Projekt auf Seiten der ESA betreut. 
 

Mehr darüber hier: http://www.esa.int/esaCP/SEMB0RYXHYG_Germany_0.html


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Dienstag, 21. Februar 2012 - 09:02 Uhr

Raumfahrt - Raketen-Start ins Nordlicht, um GPS-Effekte zu enträtseln

 

 

Die Donald Hampton/Universität von Alaska Fairbanks sendete eine Forschungs-Rakete direkt ins Nordlicht.Wie sich die leuchtenden Farben der Aurora borealis oder Nordlichter verhalten, wie ihre Physik Satellitensignale hier auf Erde beeinflußt, soll erforscht werden. Ein NASA-finanziertes kooperatives Forschungsteam führte durch Steven Powell, Ingenieur in Elektrik und Computertechniker, startete eine Rakete am 18. Februar von Alaska' auf Flug ins Nordlicht, um Daten vom Herzen der Aurora zu sammeln. Das Projekt -- die Magnetosphäre-Ionosphere-Koppelung / Alfven Resonators (GLIMMER) -- bezieht 60 Wissenschaftler, Ingenieure, Techniker und Studenten von einigen Universitäten und von der NASA mit ein.Die erste Stufe der Rakete fällt einfach zurück, während die zweite Stufe mit der Nutzlast aufwärts durch und über die Aurora führt. Gestartet ist sie vom Raketen-Startplatz, 30 Meilen nördlich von Fairbanks. Das "Raumwetter" wird durch die belasteten Partikel verursacht, die von der Sonne kommen und das Magnetfeld der Erde beeinflussen. Wir glauben das diese Effekte uns Menschen, aber unseren elektronischen Systemen beeinflussen." Diese schließen globale Positionsbestimmungssysteme ein; ein der Wissenschaftler Hauptziele ist, die Effekte des Raumwetters auf GPS-Satelliten nachzuforschen. Das Projekt, in seinem dritten und letzten Jahr, wurde vom späten Paul Kintner, Cornellprofessor der Elektrik und Computertechnik als Missionsleiter während und frühen Entwicklungsphasen geleitet. Die Rakete ist ein 46 Fuß Brant-Modell, das durch die Aurora 202 Meilen über der Erde geschickt wurde und sendete dabei einen Strom von Realzeitdaten vor Landung zurück. Instrumente an Bord der Rakete zeichneten Elektronen in der oberen Atmosphäre, die durch eine Form der elektromagnetischen Energie beeinflußt werden, benannten Alfven Wellen auf. Diese Wellen sind wahrscheinlich ein Schlüsselfaktor der " discrete" Aurora -- die typischen, gut definierten und berühmt schimmernden Lichter, die sich über den Horizont ausdehnen. Die Raketennutzlast trennte sich in zwei Teile. Ein verlängerte Antennen um die elektrischen Felder zu messen, die durch die Aurora erzeugt wurden. Andere Antennen und Sensoren maßen die Elektronen und Ionen, die auf das Erd-Magnetfeld einwirken. In diesem Zeitraum der hohen Sonnenaktivität, genannt Solarmaximum, verursachen wahrscheinliche die Störung der GPS-Bestimmung, das Satelliteninternet und andere Signale. " Wir werden von diesen Signalen, " abhängiger; so Powell . " Diese Forschung hilft uns, besser zu verstehen, wie Satellitensignale durch Raumwetter beeinflusst und wir sie trotz diesen Effekten erhalten und GPS verbessern können." Wissenschaftler von der Dartmouth-Hochschule, von der Universität des New Hampshire, von der Universität von Oslo (Norwegen), vom Südwestforschungsinstitut und von der Universität von Alaska Fairbanks sind in dieses Forschungsprojekt eingebunden.

Quelle: http://www.news.cornell.edu/stories/Feb12/auroraRocket.html

Fotos: Cornell - Start der Rakete ins Nordlicht

 

 


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Montag, 20. Februar 2012 - 12:08 Uhr

Astronomie - Zwei Mal Weltrekord am FRM II: Stärkster und reinster Neutronenstrahl der Welt

Der weltweit intensivste Neutronenstrahl wird an einem wissenschaftlichen Gerät der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) der Technischen Universität München (TUM) erzeugt. Doch damit nicht genug: In der großen Wartungspause im Jahr 2011 wurde das Gerät, die Prompte Gamma Aktivierungs-Analyse (PGAA), so verbessert, dass es nun auch das weltweit beste Verhältnis des nutzbaren Neutronenstrahls zur störenden Untergrundstrahlung liefert. So kann nun auch bei sehr kleinen Proben, bis hinunter in den Milligrammbereich, die Elementarzusammensetzung bestimmt werden. Betrieben wird das Instrument von den Universitäten Köln und Bern.

Am Instrument PGAA aktivieren Neutronen die Atome von Proben, deren genaue Zusammensetzung untersucht werden soll. Die Methode ist so extrem genau, dass man bei antiken Silbermünzen sogar herausfinden kann, aus welchem Steinbruch das Erz für die Münze gewonnen wurde. Am PGAA kommen bis zu 60 Milliarden Neutronen pro Quadratzentimeter und Sekunde an. Das ist Weltrekord unter den wissenschaftlichen Instrumenten aller Forschungs-Neutronenquellen. Andere Instrumente haben fast um die Hälfte weniger Neutronen. „Wir benötigen diesen hohen Fluss zum Beispiel für sehr kleine Proben“, erklärt Dr. Petra Kudejova, verantwortliche Wissenschaftlerin am PGAA. „Das sind Proben ab etwa einem Milligramm Gewicht.“

"Bisher hatten wir zwar bereits den höchsten Neutronenfluss, jedoch auch eine hohe Untergrundstrahlung. Das ist Strahlung, die nicht direkt von der Probe, sondern von anderweitig gestreuten Neutronen kommt und die Messungen stört", fügt Dr. Zsolt Revay, ebenfalls Wissenschaftler am PGAA, hinzu, "Ein geringer Untergrund ist essentiell zur Untersuchung kleiner Proben, die mit Neutronen nur sehr schwach reagieren." Die große Wartungspause des FRM II in 2011 nutzte Revay mit seinem Team daher, um die Abschirmung am Instrument so zu ergänzen und umzubauen, dass er die störende Untergrundstrahlung auf ein Zehntel des ursprünglichen Wertes reduzieren konnte.

Am Instrument PGAA wird vor allem die Elementarzusammensetzung von Objekten analysiert. Bis zu ein Atom unter einer Million anderer Atome kann das Messgerät erkennen. So wurden zum Beispiel geringste Mengen an Schadstoffen analysiert, die ein Luftfilter aufgefangen hatte. Auch ein magnetischer Meteorit mit einem Gewicht von weniger als einem Milligramm wurde vermessen. Die Ergebnisse der Analyse helfen den Meteoriten genau einzuordnen. Damit kann eine Theorie über einen meteoritischen Aufprall auf Nordamerika vor etwa 13.000 Jahren bestätigt werden, der für das Aussterben des Mammuts verantwortlich gemacht wird.

Quelle: Chemie.de

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