Luftfahrt - Gegen Putins Drohnen: Nato-Staat setzt unsichtbares Radarsystem ein

16.09.2026

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Drohne ©cra

Ein europäisches Nato-Mitglied wird mit dem transportablen Passivradarsystem MUSCL ausgestattet. Das System soll die verdeckte Luftüberwachung stärken – ohne dabei eigene Signale auszusenden.

Der Rüstungskonzern Patria hat einen Liefervertrag mit einem nicht namentlich genannten europäischen Nato-Staat unterzeichnet. Die Lieferung umfasst mehrere Sensorstationen zur Abdeckung eines größeren Überwachungsgebiets, Ersatzteile sowie Unterstützungs- und Trainingsleistungen für den schnellen operativen Einsatz. Weitere Details zum Empfängerland oder zum Vertragsvolumen wurden nicht veröffentlicht.

Mikko Leino, geschäftsführender Vizepräsident des Geschäftsbereichs Defence and Weapon Systems, erklärte: "Patria MUSCL bietet eine einzigartige Kombination aus verdeckter Überwachung, operativer Flexibilität und kosteneffektiver Leistung." Die Nachfrage nach Passivradarsystemen, die zuverlässige Frühwarnung und Drohnenabwehr böten, ohne die eigene Position preiszugeben, wachse in Europa stetig, so Leino. Zuletzt war es in mehreren europäischen Ländern zu Vorfällen mit mutmaßlich in Verbindung zu Russland stehenden Drohnen gekommen, auch in Deutschland.

Wie Passivradar funktioniert

Anders als konventionelle Systeme sendet MUSCL keine eigenen Radarimpulse aus. Stattdessen nutzt es vorhandene Signale aus der Umgebung – etwa Rundfunk- oder Mobilfunksignale – um Luftziele zu erkennen und zu verfolgen. Da das System selbst nichts abstrahlt, ist es für gegnerische Aufklärung deutlich schwerer zu orten.

Laut Herstellerangaben erkennt MUSCL Luftziele in Echtzeit, darunter Drohnen sowie tieffliegende und schwer erfassbare Objekte. Es bietet 360-Grad-Überwachung über Distanzen von bis zu mehreren hundert Kilometern, ist transportabel wie stationär einsetzbar und lässt sich in bestehende Führungsnetzwerke integrieren. Als Einsatzfelder nennt Patria Luftüberwachung, Frühwarnung, Drohnenabwehr (Counter-UAS), Schutz kritischer Infrastruktur sowie Grenzsicherung.

Demonstration in Estland

Noch in dieser Woche präsentiert Patria das System auf der Fachveranstaltung Electronic Warfare Live (EWLive) 2026, die vom 15. bis 17. September in Estland stattfindet. MUSCL soll dort gemeinsam mit dem Patria-CATCHR-ESM-System in Echtzeit ein Lagebild des Luftraums über Estland und Südfinnland liefern – ohne eigene Signale auszusenden.

Patria ist ein finnisches Verteidigungs- und Technologieunternehmen mit mehr als 100 Jahren Geschichte, tätig in den Bereichen Protected Mobility, Defence and Weapon Systems sowie Sustainment Solutions. Das Unternehmen ist in mehreren europäischen Ländern sowie Japan aktiv. Mehrheitseigentümer ist der finnische Staat mit 50,1 Prozent, die verbleibenden 49,9 Prozent hält die norwegische Kongsberg Defence & Aerospace AS. Gemeinsam mit dem Munitionshersteller Nammo, an dem Patria 50 Prozent hält, bilden die drei Unternehmen eine nordische Verteidigungspartnerschaft.

Quelle: t-online.de

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