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Raumfahrt - Erster deutscher Raumfahrer Kosmonaut Sigmund Jähn stirbt im Alter von 82 Jahren

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Raumfahrt-History - 26.08.1978: 1.Deutscher Kosmonaut Sigmund Jähn auf Salyut-6

19.10.2015

Aus dem CENAP-Archiv:

Sigmund Jähn, 1.Deutscher Kosmonaut mit Soyuz-31

Soyuz-31-Besatzung (mit Sigmund Jähn+Waleri Bykowski, Rechts) und "Ersatz-Besatzung" mit Eberhard Kölner und Viktor Gorbatko

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Quelle: CENAP-Archiv

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Update: 13.02.2017

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Siegmund Jähn 

 

Sigmund Jähn - Der erste Deutsche im All wird 80

Er war der erste Deutsche im Weltall. Der Vogtländer Sigmund Jähn ist auch knapp 34 Jahre nach seinem Flug in den Kosmos sehr populär. 

Sigmund Jähn
Sigmund Jähn heuteBildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der erste deutsche Raumfahrer, Sigmund Jähn, stammt aus dem vogtländischen Morgenröthe-Rautenkranz. Am 26. August 1978 flog er ins Weltall und umrundete an Bord einer sowjetischen Raumstation die Erde. Nach seiner Rückkehr wurde der stets bescheidene und ruhige Mann zum Medienstar und DDR-Volkshelden - wider Willen. Diese Popularität hält bis heute an. Auch nach seinem Ausflug ins All blieb Jähn der Raumfahrt verbunden.

Vom Buchdrucker zum Kosmonauten

Sigmund Jähn wurde am 13. Februar 1937 als Sohn eines Sägewerkarbeiters geboren. Nach seinem Schulabschluss machte er zunächst eine Buchdruckerlehre, bevor er sich 1955 für eine Laufbahn in der Nationalen Volksarmee (NVA) der Deutschen Demokratischen Republik entschied. 

Er schloss die Offiziershochschule ab und wurde einer der ersten Düsenpiloten der DDR-Luftstreitkräfte. Nachdem er sein Abitur nachgeholt hatte, folgte eine weitere Ausbildung an der Militärakademie für Luftstreitkräfte in der Sowjetunion.

Der "fliegende Vogtländer" in Bildern

Sigmund Jähn an Bord der Raumstation während des Überflugs über das Gebiet der DDR am 27. August 1978.
Den Fernsehzuschauern präsentiert Sigmund Jähn einige Gegenstände, die man ihm auf seine Reise mitgegeben hat: Goldmünzen mit den Konterfeis von Marx, Lenin, Thälmann, Wimpel mit dem Emblem der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft und – im Auftrag des DDR-Kinderfernsehens - den Sandmann in einem eigens angefertigten Raumanzug. Jähn hatte den Auftrag, Filmaufnahmen für eine Kindersendung machen.
Der Kommandeur der Raumstation, Wladimir Kowaljonok, der seinerseits das russische Maskottchen, eine Braunbärin namens Mascha, dabei hatte, verfiel auf die Idee, seine Mascha mit Jähns Sandmann zu verheiraten. Doch die Leute vom Kinderfernsehen waren gar nicht begeistert, schließlich konnten sie den Kindern schlecht einen verheirateten Sandmann vermitteln.
Wenn die Crew von Sojus 31 auf Sendung war, mussten stets die Fotos der beiden Staatschefs, Leonid Breschnew und Erich Honecker, gut sichtbar aufgestellt sein.
Sigmund Jähn während einer Ansprache in russischer Sprache.
Sigmund Jähn präsentiert die „Multispektralkamera MKF 6“, das Highlight der DDR-Raumfahrtentwicklungen. Das hochpräzise optische Instrument war vom VEB Carl Zeiss Jena 1975 entwickelt worden. Das Auflösungsvermögen der Multispektralkamera übertraf die damals besten Luftbildkameras um den Faktor 2,5. Aus 600 Kilometern Höhe waren noch Objekte von zehn Metern Größe erkennbar.
Sigmund Jähn bei seinem letzten Auftritt vor der Kamera am 2. September 1978. Am nächsten Tag erfolgte der Rückflug.
Alle (7) Bilder anzeigen 

Als im Rahmen des "Interkosmos-Programms" erstmals ein deutscher DDR-Kopilot auf einem sowjetischen Raumschiff mitfliegen sollte, kam Jähn in die engere Wahl. Zwei Jahre wurde er im sowjetischen Kosmonautenzentrum "Sternenstädtchen" bei Moskau auf seinen Weltraumflug vorbereitet. 

Am 26. August 1978 war es schließlich soweit: Zusammen mit dem Sowjetoberst Waleri Bykowski startete der NVA-Offizier mit der Rakete "Sojus 31" ins All, die einen Tag später an die Orbitalstation "Saljut 6" ankoppelte. Dort führte Jähn zahlreiche wissenschaftliche Experimente durch. Gefragt nach seinen stärksten Eindrücken schwärmte er vom Blick auf die in leuchtendes Blau gehüllte Erde, den Polarlichtern und der Erfahrung der Schwerelosigkeit.

Nach acht Tagen und 125 Erdumkreisungen kehrte die Sojus-31-Besatzung auf die Erde zurück. Bei der unerwartet harten Landung in der kasachischen Steppe erlitt er einen bleibenden Wirbelsäulenschaden, der allerdings auf Anweisung der DDR-Führung verschwiegen wurde.

Volksheld wider Willen

Der Konvoi in der Karl-Marx-Allee.
Die DDR nutzte ihren Kosmonauten für eine riesige Porpagandaschlacht aus.Bildrechte: DRA

Nach seinem Weltraumausflug wurde Sigmund Jähn über Nacht zu einem der bekanntesten Gesichter des Sozialismus. Es folgten Orden, Ehrenbürgerschaften, Jubelrundreisen und Empfänge. Zahlreiche Schulen und andere öffentliche Einrichtungen in der DDR wurden nach Jähn benannt, in seinem Heimatort wurde ihm eine heute noch existierende Raumfahrtausstellung gewidmet. Jähn selbst war der Rummel nach eigener Aussage eher peinlich. Der zweifache Familienvater blieb bescheiden und erwarb sich damit Sympathie und Respekt - bis heute. Vor einem öffentlichen Auftritt in Berlin-Köpenick im Januar standen seine Fans Schlange am ausverkauften Kino Union. Unterm Arm Jugendweihe-Geschenkbücher mit Jähns Foto und leicht vergilbte Ausgaben der Zeitung "Neues Deutschland".

Der Raumfahrt bis heute verbunden

Nach der Wiedervereinigung wurde der Armee-General zwar entlassen, aber sein Insiderwissen über die russische Raumfahrt war weiter gefragt. Der in Strausberg bei Berlin lebende Jähn arbeitete als Berater für die Deutsche Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DLR) und die europäische Raumfahrtagentur ESA.

Mirko Drotschmann

Zeitreise Spezial | 12.02.2017 | 22:25 Uhr 

Sigmund Jähn und die Helden der Sterne - ein Themenabend mit Mirko Drotschmann Sigmund Jähn, das Kosmonatenfieber und Juri Gagarin.

Quelle: mdr

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 Update: 13.02.2017

BIOGRAFIE VON SIGMUND JÄHN

Sigmund Jähn war der erste Deutsche im All. Der damalige DDR-Bürger wurde von 1976 bis 1978 in der UdSSR zum Kosmonauten ausgebildet und flog am 26. August 1978 mit Sojus 31 zur Raumstation Saljut 6. Am 3. September 1978 kehrte er mit Sojus 29 wieder zur Erde zurück. Er blieb der Raumfahrt treu und arbeitete nach dem Zusammenbruch des Ostblocks für die ESA und das DLR als Berater.

Am 13. Juli 1976 bot die damalige UdSSR ihren am Interkosmos-Programm beteiligten Partnerländern den Mitflug eigener Kosmonauten in Sojus-Raumschiffen zur Orbitalstation Saljut 6 an. Die ehemalige Deutsche Demokratische Republik (DDR) schickte am 10. November 1976 vier Kandidaten ins Kosmonautenausbildungszentrum des Sternenstädtchens bei Moskau, darunter auch Sigmund Jähn.

Kosmonautenkarriere

Am 25. November 1976 wurde Sigmund Jähn zusammen mit seinem späteren Double Eberhard Köllner für die Ausbildung zum Kosmonauten ausgewählt. Beide nahmen am 4. Dezember 1976 das Basistraining auf, dass sie ab Januar 1977 mit den ihnen zugewiesenen russischen Kommandanten fortsetzten. Vom 22. August 1977 bis zum 9. August 1978 fand schließlich das missionsspezifische Training statt.

 Am 26. August 1978 startete der damalige DDR-Bürger Sigmund Jähn als erster Deutscher ins All. Zusammen mit Kommandant Waleri Bykowski flog er als Forschungskosmonaut an Bord des Raumschiffes Sojus 31 zur Raumstation Saljut 6. In der Station führte Jähn 25 Experimente aus den Bereichen Fernerkundung der Erde, Medizin, Biologie, Materialwissenschaften und Geophysik durch. Bei der Fernerkundung kam auch die in Saljut 6 stationierte DDR-Multispektralkamera MKF-6M zum Einsatz. Am 3. September 1978 kehrten Jähn und Bykowski nach 124 Erdumkreisungen und einer Flugdauer von sieben Tagen, 20 Stunden und 49 Minuten mit dem Raumschiff Sojus 29 wieder zur Erde zurück.

Nach dem Flug

Nach seinem Raumflug wurde Sigmund Jähn Chef des neu geschaffenen Zentrums für Kosmische Ausbildung bei den Luftstreitkräften der Nationalen Volksarmee (NVA) in Eggersdorf bei Strausberg. Die Funktion hatte er bis zum Beitritt der DDR zur Bundesrepublik inne. Daneben promovierte er 1983 am Zentralinstitut für Physik der Erde in Potsdam mit einem Thema zur Fernerkundung der Erde.

 Maßgeblichen Anteil hatte Jähn auch an der Schaffung der Association of Space Explorers (ASE), der Internationalen Vereinigung der Raumfahrer. Als Gründungsmitglied von 1985 gehörte er jahrelang deren Exekutivkomitee an.

 Am 2. Oktober 1990 wurde die NVA der DDR aufgelöst und Jähn im Range eines Generalmajors aus der Armee entlassen. Danach war er im Kosmonautenausbildungszentrum bei Moskau als freier Berater für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) tätig, ab 1993 auch für die Europäische Weltraumorganisation ESA. Hier betreute er  die deutschen und europäischen Astronauten bei den Vorbereitungen für die Missionen Mir-92 (Klaus-Dietrich Flade und Reinhold Ewald), Euromir-94 (Ulf Merbold und Pedro Duque/Spanien), Euromir-96 (Thomas Reiter und Christer Fuglesang/Schweden) sowie Mir-97 (Reinhold Ewald und Hans Schlegel).

 Bis 2002 blieb Jähn als ESA-Berater im Sternenstädtchen. Dann ging er in den Ruhestand, wirbt aber bis heute landesweit bei Veranstaltungen, Vorträgen und Foren weiter für den Raumfahrtgedanken.

Persönlicher Werdegang

Sigmund Werner Paul Jähn wurde am 13. Februar 1937 in Morgenröthe-Rautenkranz im sächsischen Vogtland geboren. In seiner Heimatgemeinde besuchte er bis 1951 die Volksschule. Anschließend nahm Jähn im Klingenthal/Vogtland eine Lehre als Buchdrucker auf, die er 1954 erfolgreich beendete. Danach war er kurzzeitig als Pionierleiter an einer Schule in Hammerbrücke/Vogtland tätig.

 Am 26. April 1955 trat Sigmund Jähn den DDR-Luftstreitkräften bei. Er absolvierte zunächst die Grundausbildung und wurde 1956 Offiziersschüler an der Fliegerschule der Luftstreitkräfte der NVA in Kamenz, ab Mai 1957 in Bautzen. Nach zweijähriger Ausbildung versah Jähn ab 1958 seinen Dienst als Pilot in einem NVA-Jagdgeschwader. Von 1961 bis 1963 war er dessen stellvertretender Kommandeur für Politarbeit, ab 1965 Leiter für Lufttaktik und Luftschießen.

 1966 delegierte ihn die NVA zum Studium an die Militärakademie „Juri A. Gagarin“ der Luftstreitkräfte der UdSSR nach Monino bei Moskau, die Jähn 1970 als Diplom-Militärwissenschaftler verließ. Danach war er bis 1976 im Stab der DDR-Luftstreitkräfte als Inspekteur für die Jagdfliegerausbildung und Flugsicherheit zuständig.

 Sigmund Jähn ist verheiratet und Vater zweier Töchter.

Quelle: ESA

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Update: 26.08.2018

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SIGMUND JÄHN: DER ERSTE DEUTSCHE IM ALL (26.08.1978)

Vor vierzig Jahren wurde Sigmund Jähn der erste Deutsche im All. Am 26. August 1978 flog der damalige DDR-Bürger im Rahmen des Interkosmos-Programms der Sowjetunion an Bord der Sojus 31 zur russischen Raumstation Saljut 6.

Jähn startete als Forschungskosmonaut an Bord der Sojus 31 mit seinem Kommandanten, dem Veteranen Valeri Bykovsky. Gemeinsam flogen sie zur Saljut 6, wo Jähn 25 Experimente in den Bereichen Fernerkundung, Medizin, Biologie, Materialwissenschaft und Geophysik durchführte.

Jähn und Bykovsky kehrten am 3. September 1978 mit der Sojus 29 zur Erde zurück, nach 124 Umlaufbahnen und sieben Tagen, 20 Stunden und 49 Minuten im All, woraufhin Jähn den Titel Held der Sowjetunion erhielt.

Wie alles begann

Sigmund Jähn und sein sowjetischer Kommandant Valery Bykovski

Sigmund Jähn wurde am 13. Februar 1937 in Morgenröthe-Rautenkranz im sächsischen Vogtland geboren. Bis 1951 besuchte er die Schule in seiner Heimatstadt, danach machte er bis 1954 eine Ausbildung zum Buchdrucker in Klingenthal. Im Anschluss arbeitete er für kurze Zeit als Pionierjugendleiter an einer Schule in Hammerbrücke.

1955 trat Jähn in die Luftstreitkräfte der Nationalen Volksarmee (LSK) ein. Er absolvierte seine Grundausbildung und wurde 1956 Offiziersschüler an der Fliegerschule der Luftwaffe in Kamenz und ab Mai 1957 in Bautzen. 1958, nach zweijähriger Ausbildung, begann Jähn als Pilot in einer LSK-Jagdstaffel. Von 1961 bis 1963 war er stellvertretender Kommandant für politische Arbeit und ab 1965 Leiter der Lufttaktik und des Luftkampfes.

1966 wurde er von der LSK zum Studium an der Yuri Gagarin Air Force Academy in Monino bei Moskau entsandt. Er schloss 1970 sein Studium der Militärwissenschaften ab. Von 1970 bis 1976 war er in der Verwaltung der DDR-Luftwaffe tätig, wo er für die Pilotenausbildung und Flugsicherheit zuständig war.
Am 13. Juli 1976 bot die Sowjetunion Kosmonautenflüge in die am Interkosmos-Programm teilnehmenden Länder an. Dabei handelte es sich um Sojus-Missionen zur Raumstation Saljut 6. Am 10. November 1976 schickte die ehemalige Deutsche Demokratische Republik (DDR) vier Kandidaten in das Kosmonauten-Trainingszentrum in Star City bei Moskau, darunter Jähn.
Am 25. November 1976 wurde Jähn zusammen mit seinem zukünftigen Ersatzmann Eberhard Köllner für das Kosmonautentraining ausgewählt. Ab dem 4. Dezember absolvierten beide Kandidaten die Grundausbildung und ab Januar 1977 die Weiterbildung bei den ihnen zugewiesenen russischen Kommandeuren. Vom 22. August 1997 bis 9. August 1978 fand eine missionsspezifische Ausbildung statt.

Rückkehr zur Erde und ESA

Sigmund Jähn bei der Verleihung der Urania-Medaille 2017 an ESA-Astronaut Alexander Gerst mit Michael Müller, Bürgermeister von Berlin; Urania; Alexander Gerst; Gabriele Thöne, CEO Urania; Jan Wörner, ESA-Generaldirektor; Ulrich Bleyer, Direktor Urania

Nach seinem Raumflug übernahm Jähn die Leitung des neu geschaffenen Raumfahrt-Trainingszentrums der Luftwaffe in Eggersdorf bei Strausberg und hielt diese Position bis zur Wiedervereinigung Deutschlands. Am 2. Oktober 1990 wurde die DDR-Luftwaffe aufgelöst und Jähn mit dem Rang eines Generalmajors entlassen.
Danach arbeitete er als freier Berater für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Gagarin Cosmonaut Training Center bei Moskau und ab 1993 auch für die ESA im Auftrag des Europäischen Astronautenzentrums in Köln. Hier betreute er die deutschen und europäischen Astronauten bei der Vorbereitung der Missionen Mir-92 (Klaus-Dietrich Flade und Reinhold Ewald), Euromir-94 (Ulf Merbold und Pedro Duque), Euromir-96 (Thomas Reiter und Christer Fuglesang) und Mir-97 (Reinhold Ewald und Hans Schlegel).
Jähn war bis zu seiner Pensionierung 2002 als ESA-Berater in Star City tätig. Seitdem ist er ein unermüdlicher Botschafter der Weltraumforschung und nimmt an Veranstaltungen, Vorträgen und Foren in ganz Europa teil. Er spielte auch eine Schlüsselrolle bei der Gründung der internationalen Association of Space Explorers (ASE). Als Gründungsmitglied war er 1985 mehrere Jahre Mitglied des Vorstandes. Asteroid 17737 wurde 2001 zu seinen Ehren benannt.

Quelle: ESA

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Update: 22.09.2019

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Erster deutscher Raumfahrer  

Kosmonaut Sigmund Jähn stirbt im Alter von 82 Jahren

sigmund-jaehn-frueherer-kosmonaut-und-erster-deutscher-im-weltall-ist-im-alter-von-82-jahren-gestorb

Im August 1978 flog Sigmund Jähn mit einer Sojus-Rakte ins Weltall – als erster Deutscher überhaupt. Nun ist der Kosmonaut und Volksheld der DDR mit 82 Jahren gestorben.

Sigmund Jähn, der erste Deutsche im All, ist tot. Der DDR-Kosmonaut starb am Samstag im Alter von 82 Jahren, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Sonntagabend mitteilte. "Mit Sigmund Jähn verliert die deutsche Raumfahrt einen weltweit anerkannten Kosmonauten, Wissenschaftler und Ingenieur", sagte die Vorstandsvorsitzende des DLR, Pascale Ehrenfreund, laut Mitteilung.

Jähn war mit der Rakete "Sojus 31" am 26. August 1978 vom russischen Raumfahrtzentrum Baikonur aus gestartet. Gemeinsam mit dem sowjetischen Kosmonauten Waleri Bykowski (1934-2019) war er 7 Tage, 20 Stunden und 49 Minuten im All.

Jähn wurde 1937 in Sachsen geboren

Der Kosmonaut war in der DDR ein Volksheld und genoss große Popularität. Trotz seines Ruhmes blieb er immer bescheiden und wurde deshalb besonders verehrt. Erst 1983 flog Ulf Merbold aus dem Westen als zweiter Deutscher ins All.

Der 1937 geborene Sachse Jähn war Oberstleutnant der DDR-Armee NVA. Der gelernte Buchdrucker stammte aus der sächsischen Kleinstadt Morgenröthe-Rautenkranz. Nach der Ausbildung zum Jagdflieger bei den Luftstreitkräften der NVA wurde er von 1976 an in der Sowjetunion mit einem harten Training auf seinen Flug ins All vorbereitet.

Nach der Wende bildet Jähn europäische Astronauten aus

Nach der Wende wurde er arbeitslos. Später kam er beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt unter und bildete europäische Astronauten im russischen Sternenstädtchen aus.

In seiner vogtländischen Heimatstadt erinnert die Deutsche Raumfahrtausstellung an seinen Weltraumflug. Jähn, der verheiratet war und zwei Töchter hatte, lebte in Strausberg bei Berlin, blieb seiner Heimat aber immer verbunden.

Quelle: t-online
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ABSCHIED VON SIGMUND JÄHN

22 September 2019

Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Sigmund Jähn, einer prägenden Persönlichkeit der deutschen Raumfahrt. Er starb am 21. September 2019 im Alter von 82 Jahren. Jähn war ein unermüdlicher Botschafter der Weltraumforschung und verlieh als erster Deutscher im All nicht nur der nationalen Raumfahrt Symbolcharakter.

Am 26. August 1978 flog der damalige DDR-Bürger im Rahmen des Interkosmos-Programms der Sowjetunion an Bord der Sojus 31 zur russischen Raumstation Saljut 6. Jähn startete als Forschungskosmonaut an Bord der Sojus 31 mit seinem Kommandanten, dem Veteranen Valeri Bykovsky. 

Ausbildung als Raumfahrer

Sigmund Jähn und sein sowjetischer Kommandant Valery Bykovski

Sigmund Jähn wurde am 13. Februar 1937 in Morgenröthe-Rautenkranz im sächsischen Vogtland geboren. Bis 1951 besuchte er die Schule in seiner Heimatstadt, danach machte er bis 1954 eine Ausbildung zum Buchdrucker in Klingenthal. Im Anschluss arbeitete er für kurze Zeit als Pionierjugendleiter an einer Schule in Hammerbrücke.

1955 trat Jähn in die Luftstreitkräfte der Nationalen Volksarmee (LSK) ein. Er absolvierte seine Grundausbildung und wurde 1956 Offiziersschüler an der Fliegerschule der Luftwaffe in Kamenz und ab Mai 1957 in Bautzen. 1958, nach zweijähriger Ausbildung, begann Jähn als Pilot in einer LSK-Jagdstaffel. Von 1961 bis 1963 war er stellvertretender Kommandant für politische Arbeit und ab 1965 Leiter der Lufttaktik und des Luftkampfes.

1966 wurde er von der LSK zum Studium an der Yuri Gagarin Air Force Academy in Monino bei Moskau entsandt. Er schloss 1970 sein Studium der Militärwissenschaften ab. Von 1970 bis 1976 war er in der Verwaltung der DDR-Luftwaffe tätig, wo er für die Pilotenausbildung und Flugsicherheit zuständig war.
Am 13. Juli 1976 bot die Sowjetunion Kosmonautenflüge in die am Interkosmos-Programm teilnehmenden Länder an. Dabei handelte es sich um Sojus-Missionen zur Raumstation Saljut 6. Am 10. November 1976 schickte die ehemalige Deutsche Demokratische Republik (DDR) vier Kandidaten in das Kosmonauten-Trainingszentrum in Star City bei Moskau, darunter Jähn.
Am 25. November 1976 wurde Jähn zusammen mit seinem zukünftigen Ersatzmann Eberhard Köllner für das Kosmonautentraining ausgewählt. Ab dem 4. Dezember absolvierten beide Kandidaten die Grundausbildung und ab Januar 1977 die Weiterbildung bei den ihnen zugewiesenen russischen Kommandeuren. Vom 22. August 1997 bis 9. August 1978 fand eine missionsspezifische Ausbildung statt.

Botschafter der Weltraumforschung

Nach seinem Raumflug übernahm Jähn die Leitung des neu geschaffenen Raumfahrt-Trainingszentrums der Luftwaffe in Eggersdorf bei Strausberg und hielt diese Position bis zur Wiedervereinigung Deutschlands. Am 2. Oktober 1990 wurde die DDR-Luftwaffe aufgelöst und Jähn mit dem Rang eines Generalmajors entlassen.
Danach arbeitete er als freier Berater für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Gagarin Cosmonaut Training Center bei Moskau und ab 1993 auch für die ESA im Auftrag des Europäischen Astronautenzentrums in Köln. Hier betreute er die deutschen und europäischen Astronauten bei der Vorbereitung der Missionen Mir-92 (Klaus-Dietrich Flade und Reinhold Ewald), Euromir-94 (Ulf Merbold und Pedro Duque), Euromir-96 (Thomas Reiter und Christer Fuglesang) und Mir-97 (Reinhold Ewald und Hans Schlegel).

Jähn war bis zu seiner Pensionierung 2002 als ESA-Berater in Star City tätig. Seitdem war er ein unermüdlicher Botschafter der Weltraumforschung und nahm an Veranstaltungen, Vorträgen und Foren in ganz Europa teil. Er spielte auch eine Schlüsselrolle bei der Gründung der internationalen Association of Space Explorers (ASE). Als Gründungsmitglied war er 1985 mehrere Jahre Mitglied des Vorstandes. Asteroid 17737 wurde 2001 zu seinen Ehren benannt.

Quelle: ESA

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Germany’s first astronaut Sigmund Jahn dies at age of 82

Sigmund Jahn became the first German national in space on August 26, 1978

Germany’s first astronaut Sigmund Jahn died on September 21 at the age of 82, the German Aerospace Center (DLR) said on Sunday.

Sigmund Jahn became the first German national in space on August 26, 1978. Jahn flew to the Salyut-6 space station onboard the Soyuz-31 spaceship with Soviet cosmonaut Valery Bykovsky. After the reunification of Germany, he worked with the German Aerospace Center and the European Space Agency.

Quelle: TASS

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Sigmund Jähn, first German cosmonaut to fly in space, dies at 82

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September 22, 2019

— Sigmund Jähn, the first German to fly in space, has died at the age of 82.

Jähn's death on Saturday (Sept. 21) was announced by the German Aerospace Center (Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, or DLR).

"With Sigmund Jähn, the DLR has lost a globally-recognized cosmonaut, scientist and engineer," said Pascale Ehrenfreund, chair of the DLR executive board, in a statement posted to the aerospace center's website on Sunday. 'The first German in space always saw himself as a bridge-builder between the East and West and for a peaceful use of space."

One of just four candidates selected in November 1976 by Germany (then East Germany or formally, the German Democratic Republic) for the former Soviet Union's Interkosmos program, Jähn made one flight into space, logging 7 days, 20 hours and 49 minutes off of Earth.

Launched on Aug. 26, 1978 as a research cosmonaut, Jähn and his Soyuz 31 crewmate, Soviet cosmonaut Valery Bykovsky, flew supplies to Russia's Salyut 6 space station. The two joined the station's two-person resident crew, Vladimir Kovalyonok and Aleksandr Ivanchenkov, to conduct experiments that spanned the fields of remote sensing to medicine and biology, as well as materials science and geophysics.

During his week on orbit, Jähn also filmed a small toy figure from an East German children's television show (Sandmännchen) and addressed his fellow countrymen during a live broadcast.

"I am very happy for the chance to be the first German to take part in this manned spaceflight," he said.

Leaving behind their Soyuz 31 spacecraft docked to Salyut 6, Jähn and Bykovsky returned to Earth aboard Soyuz 29 on Sept. 3, 1978, touching down on the steppe of Kazakhstan after orbiting the planet 124 times.

Sigmund Werner Paul Jähn was born in Morgenröthe-Rautenkranz, a small village in the Vogtland district of Saxony, Germany, on Feb. 13, 1937. Trained as a book printer and then serving as a youth leader, Jähn joined the East German air force (Luftstreitkräfte der Nationalen Volksarmee or LSK) in 1955.

A pilot in an LSK fighter squadron from 1958, Jähn was serving as the head of air tactics and aerial combat when he was assigned to study at the Yuri Gagarin Air Force Academy at Monino near Moscow in 1966. He graduated in 1970 and was working for the LSK on pilot education and flight safety when he was selected for the Interkosmos program.

Reporting to Star City, outside of Moscow, on Dec. 4, 1976, Jähn and his future backup, Eberhard Köllner, began six months of basic cosmonaut training, followed by another year of mission-specific preparation.

After his spaceflight, Jähn returned to Germany, where he led a newly-created space training center for the East German air force. Following the fall of the Berlin Wall and the reunification of Germany, he consulted for the DLR and European Space Agency (ESA) at the Yuri Gagarin Cosmonaut Training Center in Star City.

Although he did not fly again, Jähn helped prepare five other Germans for their missions to the space station Mir, including Klaus-Dietrich Flade, Reinhold Ewald, Ulf Merbold, Thomas Reiter and Hans Schlegel.

"The news of Sigmund Jähn's death has touched me deeply," wrote Jan Wörner, ESA's Director General, in a post on Twitter on Sunday. "Whenever we met, it was very personal, a friendship was created that was not only about space travel and his tireless support of European astronauts."

Jähn retired in 2002, but remained active in promoting spaceflight in Germany and around the world. A founding member and former executive committee member of the Association of Space Explorers, Jähn made frequent public appearances, including in his hometown, where a museum exhibit celebrates his Soyuz 31 flight.

For his service, Jähn was recognized as a Hero of the Soviet Union and Hero of the German Democratic Republic, and was bestowed the Order of Karl Marx and Order of Lenin. In 2001, Asteroid 17737 was named "Sigmundjähn" in his honor.

Jähn was married to Erika Hänsel, and together they had two daughters, Marina and Grit.

Quelle: collectSPACE

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