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UFO-Forschung - HERSTELLER IN DER KRITIK : Ein fiktives Nazi-Ufo für die Kleinen

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18.06.2018

Breite öffentliche Kritik ist derzeit über ein UFO-Modell hereingebrochen, welches die Modellbau-Firma Revell in ihrem Porgramm aufnahm und verbreitete. Einen Bärendienst leistete sie mit diesem fiktiven Modell für die "Rechte  UFO-Szene" und die damit verbundene Verschwörungs-Fangemeinde. CENAP traf bei seiner über 40jährigen Forschungsarbeit immer wieder auf solche "braunen Fans" welche sich ihr "Wissen" aus rechten Publikationen spwie diversen Internet-Seiten verschafften. Eigentlich ist hier jedes Wort zu viel, wenn man weiss auf welchen ursächlichen Grundlagen sich diese braune Ufologie beruft. Leider haben in der Vergangenheit die Ufologen selbst sich nie von solchen braunen Vertretern distanziert und wie so oft bei gegensätzlichen Tatsachen geschwiegen. 

Daher unterstützen wir als "Ufologie-Kritiker" die öffentliche Presse-Arbeit welche ihren Focus auf diese "unnötige Modell-Herausgabe" richtete. Nachfolgend der Bericht in der Frankfurter Allgemeine, welche sich neben vielen anderen Presse-Vertretern die Sache auf den Punkt bringt!

CENAP-Michelstadt

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HERSTELLER IN DER KRITIK: Ein fiktives Nazi-Ufo für die Kleinen

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Eine fliegende Untertasse aus dem dritten Reich für das Kinderzimmer: Damit hat sich ein Hersteller aus NRW viel Kritik eingehandelt. Der Vorwurf: Verbreitung rechter Verschwörungstheorien.

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Der Modellbauhersteller Revell aus Nordrhein-Westfalen ist wegen eines Bausatzes in die Kritik von Wissenschaft und Kinderschutzbund geraten. Dabei handelt es sich um eine Art „Fliegende Untertasse“, die vermeintlich aus der Zeit des Dritten Reiches stammt. Die Kritik lautet: Verfälschung der Geschichte und indirekte Verbreitung von esoterischen und rechtsextremen Verschwörungstheorien im Kinderzimmer.

Stein des Anstoßes ist das Produkt „Flying Saucer Haunebu II“, für 49,99 Euro im Spielwarenhandel erhältlich – ein waffenstarrender Rundkörper, gekennzeichnet mit dem Eisernen Kreuz der Luftwaffe des Dritten Reiches, das aus Zwillingsgeschützen auf Fantasieflugzeuge feuert. Laut Kartonaufdruck empfohlen für Kinder ab 12 Jahren.

Im Text wird der Eindruck erweckt, es handle sich um ein echtes Kriegsgerät der Nazis mit geradezu übernatürlichen Fähigkeiten: „1934 begannen die Arbeiten an den Rundflugzeugen. Ihr Antrieb und die Neutralisierung der Fliehkräfte im Innenraum erfolgten über Vril-Energiefelder. Flugfähige Exemplare der bis zu 6000 Km/h schnellen Haunebu II starteten Mitte 1943, kamen aber kriegsbedingt nicht über die Erprobungsphase hinaus.“

Doch diese angebliche Wunderwaffe der Nazis hat es nie gegeben, bestätigt der Historiker Jens Wehner vom Militärhistorischen Museum in Dresden auf Nachfrage des Nachrichtensenders NDR Info: „Das ist objektiv falsch.“ Sein Vorwurf: Es sei nicht akzeptabel, dem NS-Regime Fähigkeiten zuzuschreiben, die es nach dem Stand der Wissenschaften nie gegeben habe.

Revell hat gegenüber NDR Info einen Fehler eingeräumt, sich dafür entschuldigt und zugesichert, die Verpackungsaufschrift so bald wie möglich zu ändern. Zugleich legt die Firma Wert auf die Feststellung, dass man sich von jeder Art der Verherrlichung des Nazi-Regimes abgrenze. Eine Ideologisierung oder Verbreitung von Verschwörungstheorien liege dem Unternehmen fern.

Rechte Verschwörungstheorien

Doch die Kritik an Revell ist damit nicht vom Tisch Der Grund: Wer die Begriffe „Haunebu II“ oder Flugscheibe in eine Suchmaschine oder die Maske großer Videoportale eingibt, ist nur wenige Klicks entfernt von Esoterikern oder rechten Verschwörungstheorien. Rechte Verschwörungstheorien können nach Auskunft des Hamburger Verfassungsschutzes auch in Kreisen der zum Teil als rechtsextrem geltenden Reichsbürger angetroffen werden.

Der angesehene Politikwissenschaftler und Hochschullehrer Dierk Borstel aus Dortmund erwartet deshalb, dass Revell das Produkt trotz der Änderung auf dem Karton ganz aus dem Programm streicht. Die angebliche Existenz so genannter „Nazi-Flugscheiben“ sei Thema von Esoterikern und rechtsextremen Verschwörungstheorien: „Angebote, die Nazi-Legenden fördern oder indirekt auf rechtsextreme Verschwörungstheorien hinlenken, sollten mit Sicherheit nicht im Sortiment zu finden sein“, so Borstel zu NDR Info.

Ähnlich die Sicht des Deutschen Kinderschutzbundes: Politik und Weltanschauung hätten nichts im Kinderzimmer zu suchen. „Als Kinderschutzbund lehnen wir grundsätzlich Spielzeug ab, das zu einer Ideologisierung führen kann“, so Bundesgeschäftsführerin Cordula Lasner-Tietze im Gespräch mit dem Nachrichtensender.

Quelle: Frankfurter Allgemeine

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Blick auf diverse Internet-Seiten, die veranschaulichen wie diese braune Thematik verbreitet wird:

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Quelle: www

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Revell nimmt „Nazi-Ufo“ aus dem Verkauf

Die „Haunebu II“ soll eine Wunderwaffe der Nazis gewesen sein, heißt es von Revell. Nur: Das Fluggerät gab es nie. Es ist ein Mythos, der vor allem von rechten Kreisen gepflegt wird.

Revell hat nach dem Eklat um einen politisch brisanten Bausatz erklärt, das umstrittene Modell aus dem Verkauf zu nehmen und es nicht weiter herzustellen. Das sagte eine Sprecherin des Modellbauunternehmens am Montag zu FAZ.NET. Am Sonntag hatte sich Kritik an dem Bausatz für eine „Fliegende Untertasse Haunebu II“ mit Hoheitszeichen des nationalsozialistischen Deutschen Reichs entzündet.

In der Produktbeschreibung wurde es als „erstes weltraumfähiges Objekt der Welt“ beschrieben. Weiter hieß es, die Arbeiten an dem „Rundflugzeug“ hätten 1934 begonnen, „flugfähige Exemplare der bis zu 6000 km/h schnellen Haunebu II“ seien Mitte 1943 gestartet, wegen des Zweiten Weltkriegs aber nicht über die Erprobungsphase hinausgekommen.

Das Problem: Das Fluggerät hat es nie gegeben. „Es war damals technologisch nicht möglich, so etwas zu bauen“, sagt der Historiker Jens Wehner vom Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden. „Stellen Sie sich vor, es wäre möglich gewesen, eine Untertasse zu bauen, die 6000 km/h schnell fliegen kann. Das hätten die Militärs danach im Kalten Krieg doch schon längst ausprobiert.“ Ihm zufolge handelt es sich um einen reinen Mythos.

Einen Hinweis darauf, dass es das Fluggerät nie gab, blieb Revell in seiner Produktbeschreibung der „Haunebu II“ allerdings schuldig. Wehner zufolge birgt das die Gefahr, dass unbedarfte Modellbaufreunde vielleicht tatsächlich glauben, die Nazis hätten überlegene Technologien besessen. „Interessierte Kreise können das als Strategie nutzen, um in Zweifel zu ziehen, was wir heute über den Nationalsozialismus gut belegt wissen.“

Unternehmen: „Kritik absolut berechtigt“

Revell werde das Produkt nicht weiter herstellen und es aus dem eigenen Vertrieb nehmen, sagte eine Sprecherin: „Die Kritik ist natürlich absolut berechtigt.“ Bei mehreren Händlern war es aber am Montag nach wie vor erhältlich. Revell zufolge handelt es sich dabei um den Abverkauf von Lagerbeständen.

Wie ein solches Produkt entwickelt und auf den Markt gebracht werden konnte, weiß die Firma aus dem ostwestfälischen Bünde im Moment selbst noch nicht genau. „Wir sind gerade dabei, das zu klären“, sagte die Sprecherin, eine interne Aufarbeitung laufe. Die Entwicklung eines neuen Produkts dauere in der Regel mindestens ein Jahr, 30 bis 40 neue Modelle kämen im Jahr heraus. Für die Produktentwicklung seien Produktmanager zuständig, manchmal würden auch Vorschläge von Fans aufgegriffen.

Quelle: Frankfurter Allgemeine

 

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