Raumfahrt - Zweiter Testflug der Isar-Aerospace-Rakete abgebrochen

26.03.2026

Das deutsche Raumfahrtunternehmen Isar Aerospace wollte im zweiten Versuch einen Testflug ihrer Rakete starten. Kurz vor dem Start wurde der Testflug aber abgebrochen. Die Gründe sind bisher nicht bekannt.

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Der zweite Testflug der Spectrum-Rakete des deutschen Raumfahrtunternehmens Isar Aerospace ist gestern Abend unmittelbar vor dem Start abgebrochen worden. Die Gründe sind bisher nicht bekannt. Etwa zwanzig Minuten zuvor war nach Worten des Moderators der Livestream-Übertragung ein Boot in der Sicherheitszone rund um die an der norwegischen Küste gelegene Startbasis entdeckt worden.

Die 2018 gegründete Isar Aerospace sitzt in Ottobrunn bei München und zählt zu den deutschen Vorzeige-Start-Ups. Da es sich erst um den zweiten Versuch handelte, galt ein Erfolg schon vorher als ungewiss. "Wir wollen signifikanten Fortschritt zeigen", hatte Unternehmenschef und Mitgründer Daniel Metzler bei einem Pressegespräch gesagt - und auf Space X verwiesen. Das Raumfahrtunternehmen des US-Milliardärs Elon Musk hatte vier Versuche benötigt, um ins All zu gelangen.

Unternehmen bis 2028 ausgebucht

Isar Aerospace will in diesem Jahr weitere Starts folgen lassen, der Bau der dritten Spectrum-Rakete ist bereits weit fortgeschritten. Eigentlich hätte die Rakete bereits im Januar abheben sollen, doch hatte das Unternehmen den Start wegen eines defekten Ventils um zwei Monate verschoben.

Die Spectrum soll nach der Serienreife zivile und militärische Satelliten in erdnahe Umlaufbahnen wenige hundert Kilometer über dem Erdboden bringen. Rund 60 Prozent der Anfragen kommen nach Worten Metzlers mittlerweile aus dem militärischen Bereich. Ziel des Unternehmens ist die Produktion von 40 Raketen pro Jahr.

Nach Worten Metzlers ist Isar Aerospace jetzt schon mit Aufträgen über mehrere hundert Millionen Dollar bis zum Jahr 2028 ausgebucht, obwohl die Rakete nicht serienreif ist. Wie wichtig das erst 2018 gegründete Jungunternehmen auch für die deutsche Politik ist, zeigte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der das Gelände in Andöya am 13. März gemeinsam mit dem norwegischen Regierungschef Jonas Gahr Störe besuchte.

Quelle:  ARD tagessschau

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