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Astronomie - Halbschatten-Mondfinsternis am 10. Januar 2020 (Wenn klare Sicht)

7.01.2020

Mondscheibe leicht überschattet

Nur wenige Stunden nach seinem Aufgang am Abend des 10. Januar 2020 wird der helle Vollmond langsam wieder dunkler: Ein grauer Schleier überzieht die Mondscheibe - der Halbschatten der Erde, eine Halbschatten-Mondfinsternis ist zu sehen! Allerdings müssen Sie genau hingucken.

Wer die totale Mondfinsternis im Juli 2018 gesehen hat, wird diesmal wohl enttäuscht sein, denn die Mondfinsternis am 10. Januar 2020 fällt sehr viel bescheidener aus:

Es ist nur eine Halbschatten-Mondfinsternis. Das heißt, der Vollmond tritt diesmal gar nicht in den Kernschatten der Erde, der ihn deutlich verfinstern würde, sondern zieht nur durch ihren Halbschatten, der sich wie ein Schleier über die Mondscheibe legt.

 

Wann ist die Mondfinsternis am größten?

 
Verlauf der Halbschatten-Mondfinsternis am 10. Januar 2020 | Bild: BR

Verlauf der Halbschatten-Mondfinsternis am 10. Januar 2020

Die Halbschatten-Mondfinsteris am 10. Januar beginnt um 18.08 Uhr in der späten Abenddämmerung, fast zwei Stunden, nachdem der Mond im Osten aufgegangen ist. Anfangs werden Sie kaum etwas wahrnehmen. Erst wenn ein gehöriges Stück der Mondscheibe vom Halbschatten bedeckt ist, kann das bloße Auge die Verdunklung wahrnehmen.

 
Sichtbarkeitszone für die Halbschatten-Mondfinsternis am 10. Januar 2020 | Bild: BR

Wo die Mondfinsternis zu sehen ist

Am stärksten ist die Verdunklung um 20.10 Uhr unserer Zeit, dann ist die Mondscheibe fast vollständig in den Halbschatten eingetaucht, nur ihr oberer Rand bleibt unberührt. Jetzt ist der Mond etwas dunkler als zuvor und deutlich ergraut. Gut zwei Stunden später, um 22.12 Uhr, hat der Mond den Halbschatten wieder vollständig verlassen.

Einen roten Blutmond wie bei der totalen Mondfinsternis im Juli 2018 gibt es diesmal nicht. Solange der Mond noch nach seinem Aufgang in der Nähe des Horizonts steht, können allerdings die Dunstschichten eine rötliche Färbung hervorrufen, weil das Mondlicht dann gebrochen wird.

 
 

Mondfinsternis - ein seltenes Schauspiel

 

Eine Mondfinsternis gibt es immer nur bei Vollmond, wenn der Mond - von der Sonne aus gesehen - hinter der Erde vorbeizieht. Das macht er alle vier Wochen. Doch nicht jedesmal wandert er dabei auch durch den Erdschatten. Weil die Mondbahn leicht zur Erdbahn geneigtist, zieht er dabei meist etwas ober- oder unterhalb der Achse Sonne-Erde vorbei und wird deshalb voll von der Sonne angestrahlt - Vollmond.

 

Kreuzt die Mondbahn jedoch zum Vollmond-Zeitpunkt die Erdbahn, liegen Sonne, Erde und Mond genau auf einer Achse und der Vollmond gerät in den Schatten der Erde - eine Mondfinsternis findet statt. Aus Sicht des Mondes schiebt sich die Erde vor die Sonnenscheibe - vom Mond aus gesehen gibt es eine Sonnenfinsternis.

Quelle: BR

 

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