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UFO-Forschung - Aus dem CENAP-Archiv: UFO-History Teil-311

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2.10.2008

Oktober-UFO-Meldungen vor 55 bis vor 20 Jahren: Fliegende Untertassen in der Presse

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"Schade um das Geld" kabelte AP aus Ottawa und ´Der Tagesspiegel´ berichtete am 1.September 1954: Der stellvertretende kanadische Verkehrsminister J.R.Baldwin gab jetzt bekannt, dass die im Oktober 1953 in der Nähe von Ottawa eingerichtete Station zur Beobachtung "Fliegender Untertassen" wieder geschlossen worden ist. Der Minister erklärte: "Wir sind der Ansicht, dass die Beobachtungen nicht ergeben haben, was weitere Ausgaben auf diesem Gebiet rechtfertigen würde."

 

>Keine "Fliegenden Untertassen"< meldete dpa aus Washington und am 8.Oktober 1958 schrieb so die ´Frankfurter Allgemeine Zeitung´ nieder: Die amerikanische Luftwaffe hat von Juli 1957 bis zum Juli dieses Jahres 1270 Berichte über angebliche Fliegende Untertassen nachgeprüft und dabei festgestellt, dass es sich in 84 Prozent aller Fälle um Naturerscheinungen, Schabernack, Vögel oder normale Flugkörper gehandelt habe. In vierzehn Prozent der Fälle waren die vorhandenen Unterlagen zu unvollkommen, als dass eine genaue Nachprüfung möglich gewesen wäre, während in den übrigen Fällen die beobachteten Flugkörper als "unbekannten ursprungs" eingestuft wurden. Die Luftwaffe betont jedoch, dass nichts die Behauptung rechtfertige, es handle sich bei diesen "unbekannten Fällen" um sogenannte Besucher aus dem Weltraum oder um Fliegende Untertassen.

 

Um 18:20 h, am 19.Oktober 1958, wurde bei Graz von zahlreichen Leuten ein raketenartiges Gebilde senkrecht und stark leuchtend in grosser Höhe aufsteigen gesehen, und genau 13 Minuten später ein silberheller Körper, der gegen Leoben flog. Seine weissglühenden Funkengarben erinnerten an eine Lokomotive. Angesichts der merklichen Stossbewegungen konnt es sich nicht um einen Meteor handeln. ´Süd-Ost-Tagespost´, 21.Oktober 1958.

 

>Das Phänomen der "Fliegenden Untertassen"< griff sich am 17.Oktober 1958 ´Die Tat´: "Wahrheit und Dichtung über die Fliegenden Untertassen/Lichtbildervortrag von Dr.med.Walter Bühler, Rio de Janeiro." - Mit dieser Ankündigung hatte am vergangenen Samstag der Zürcher Studienzirkel für Interplanetarische Flugobjekte (IFO) Mitglieder und Interessenten in das Volkshaus am Helvetiaplatz zu einem öffentlichen Vortragsabend mit anschließender Diskussion eingeladen. Die Organisatoren hatten wohl kaum mit einer so großen Beteiligung gerechnet, denn schon kurz nach 19 h war der Saal voll besetzt, und so mußten sich die später Anrückenden auf dem Podium und im Mittelgang etablieren oder Stehplätze einnehmen. Dieser große Zustrom breiter Volksmassen neben vereinzelten Intellektuellen, Wissenschaftlern und Militärs ist wohl in mehrfacher Hinsicht symptomatisch, wie das im Verlaufe des interessanten und weit ausgreifenden Vortrages, vor allem in der nachfolgenden Diskussion immer deutlicher fühlbar, in einzelnen bekenntnishaften Voten sogar auch deulich hörbar wurde. Gewiß wird ein Thema von solcher Aktualität immer eine Schar Neugieriger anlocken, um ihren bloßen Sensationshunger zu befriedigen. Oder ist es die im heutigen nüchternen Alltag verdrängte romantisch-jugendliche Abenteuerlust, die hier mächtigen Auftrieb und reichlich Nahrung findet? Daneben scheint aber auch eine zahlreiche Gruppe vertreten zu sein, die wohl weniger nüchterne Belehrung und sachliche Aufklärung über diese rätselhaften Weltraumschiffe sucht, sondern nach Offenbarung dürstet. Und siehe da! Auch diese sollten trotz der erfolgten Ankündigung, dass den Hörern nur streng geprüfte und beglaubigte photographische Beweise und objektive Tatsachenberichte vorgelegt würden, nicht zu kurz kommen. Diesen Suchenden kam der Präsident der IFO, Paul Häusle, in seiner Begrüßungsansprache weit entgegen, als er versicherte, die bisher gelandeten Weltraummenschen hätten füpr unsere arme und gequälte Menschheit eine hohe Friedensmission zu erfüllen und wir stünden deshalb in einer noch nie dagewesenen geschichtlichen Zeitenwende.

 

Dem Wunschdenken dieser Gruppe, und sie muß ernst genommen werden, entspricht wohl die erschütternde psychologische Erkenntnis, dass dem heutigen materialistischen, vernunftgläubigen und von einer hochentwickelten Technik beherrschten, aber seelisch verarmten Zivilisationsmenschen der Zugang zu Fausts Müttern, nämlich zu jenem Urgrund des Seins, wo im dunklen Spiegel die Schicksalsbilder schlummern und heilende Kräfte wirken, verschüttet ist. Daraus resultiert seine Lebensangst, die sich im entnervenden west-östlichen Spannungsfeld erstarrter ideologischer Fronten und ständiger Kriegsdrohung noch steigert. In dieser Zerrissenheit und Bedrängnis blickt er hoffend und gläubig-vertrauend zu jenen Sternen auf, von wo ihm Botschaft und Hilfe verheißen wird. So war denn dem Hauptreferenten, Dr.med.Bühler, die nicht leichte Aufgabe überbunden, vielerlei Ansprüchen und Erwartungen in einer hochgespannten Atmosphäre gerecht zu werden. Er entledigte sich seiner delikaten Aufgabe trotz gewisser sprachlicher Ausdrucksschwierigkeiten mit betont sachlichem Ernst. Dr.Bühler ist Chefchirurg an einer Klinik in Rio, und die "UFOlogie" ist sein Hobby. Vor einigen Monaten beteiligte er sich in Rio an der Gründung einer Forschungsgruppe, bereiste darauf Europa, wo er Vorträge in Deutschland (Göttingen und München) und nun auch in der Schweiz gehalten hat. Sein klar gegliederter Vortrag befaßte sich mit drei Gruppen von Zeugen, Beobachtern und Mitarbeitern, nämlich Sichtungszeugen, ferner Kontaktzeugen und zuletzt mit einer esoterischen Gruppe zur Auswertung und Propagierung aller Forschungsresultate. Diese Gruppe führt auch geheime Kongresse durch, wie den vom 1.bis 3.Mai 1958 stattgefundenen in Sao Paulo (Brasilien). Der größte Teil seiner Ausführungen, begleitet von zahlreichen Projektionen, die aber infolge der undeutlich projizierten Diapositive zum Teil recht unklar und verschwommen wirkten, war der erste Gruppe gewidmet, den Sichtungszeugen. Brasilien scheint in jüngster Zeit ganz besonders für Überfliegungen und auch Landungen der "Raumfreunde" bevorzugt zu sein, so dass man nebst vielen bereits schon auch in der Weltpresse publizierten und bekannten Erscheinungen von Fliegenden Untertassen und größeren Raum- oder Mutterschiffen (auf der Projektionswand hell leuchtend und zigarrenförmig in einer geschätzten Länge bis zu zirka 800 m) zahlreiche neue Dokumentationen aus dem Jahre 1958 zur Kenntnis nahm.

 

So berichtete u.a. Dino Kraspeden, dass in Praia im Staate Sao Paulo zwei Soldaten von der Hitzewelle, die eine tief fliegende Untertasse ausstrahlte, erfaßt und ohnmächtig wurden, worauf sie nach Rio in Spitalpflege übergeben werden mußten. Eine andere Untertasse wurde in der Nähe der Stadt Tupancireta im SüdstaateRio Grande do Sul von einem Zugführer gesichtet. Er ließ den Zug für einige Minuten anhalten, damit die Fahrgäste das ebenfalls sehr tief fliegende fremde Objekt besichtigen konnten, das dann übereinstimmend mit anderen Beobachtern total 11 Stunden und 43 Minuten die Gegend umkreiste. Die Schweiz scheint von Raummenschen nicht besonders bevorzugt zu sein. Nur ein einziges Mal landete angeblich im Jahre 1954 auf dem Scerscen-Gletscher im Berninamassiv, wie der italienische Ex-Konsul Perego in seinem Buche berichtete, eine Fliegende Untertasse. Sie wurde von dem Eheepaar Giampiero-Monguzzi gesichtet und aus hundert Meterns Distanz photographiert [dass dieser berühmte Fotofall aber bereits zu jenem Zeitpunkt als Schwindel zugestanden worden war, davon berichtete Bühler nichts]. In technischer Hinsicht wußte Dr.Bühler freilich nur die schon bekannten Thesen zu wiederholen, nämlich dass die beobachteten Raumschiffe durch Umpolung die Schwerkraft aufheben können und auf elektromagnetischen Kraftfeldern oder Strömungen mit Geschwindigkeiten, die nahe an die Lichtgeschwindigkeit heranreichen, durchs Weltallm reisen. Der Referent wollte mit der Zitierung von Augenzeugen und mit Bildmaterial aus verschiedenen Kontinenten glaubhaft belegen, dass solche Flugobjekte existieren und eine nicht mehr wegzuleugnende Realität darstellen, auch wenn viele amerikanische Amtsstellen, die zum Teil auch an der Erforschung mitmachen, sich in diskretes Schweigen hüllen. Die Herkunft dieser fliegenden Objekte ist freilich umstritten, wenn es auch bereits zahlreiche Kontaktzeugen geben soll, d. h. solche, die mit gelandeten Raumfreunden in direkte Berührung, ja sogar ins Gespräch gekommen sein wollen. Der Hauptzeuge dieser zweiten Gruppe, George Adamski aus Kalifornien, versteigt sich in seinem erst kürzlich veröffentlichten Buch "Im Innern der Raumschiffe" (in denen er selber als Gast Flüge in eine Entfernung von 80.000 km über dem Erdboden mitgemacht haben will) zu phantastischen und objektiv schwer überprüfbaren Behauptungen, die zu glauben oder zu ignorieren auch nach diesem Vortrag dem gesunden Urteil jedes Einzelnen überlassen werden müssen. Hier verließ der Referent zeitweise selber den Boden sachlicher Objektivität, und man vermißte leider eine klare Stellungsnahme und kritische Distanzierung zu astrophysikalischen Propheten und Mystikern.

 

Immerhin muß auch hier eingeräumt werden, dass ein hervorragender Naturwissenschaftler und Gelehrte mit Weltruf wie C.F.v.Weizäcker in seinen berühmten Göttinger Vorlesungen im Jahr 1946 wortlich ausführte: "Man darf annehmen, dass Planeten eine häufige Erscheinung im Kosmos sind, und die Frage, die sich uns aufdrängt, ob es irgendwo im Kosmos noch lebende Wesen gebe, kann jedenfallds nicht negativ entscheiden werden." Von der dritten Gruppe könnte man sehr viel positives zur Klärung der interplanetarischen Raumschiffahrt erwarten, insofern ihr Wunschdenken sie nicht zu Autosuggestionen wie Adamski und andere verführt und sie sich von gewissen Fanatikern und Schwärmern zu irrealen, kaum mehr überprüfbaren Aussagen verleiten lassen. Statt sich in esoterischen Zirkeln abzuschließen, sollten sie im Verein mit führenden Wissenschaftlern aus allen Kulturstaaten sich zu vermehrter Publizität und engster Zusammenarbeit unter größter Kontrolle der Öffentlichkeit bereitfinden. Für den gebildeten Laien war es deshalb schwer, den reichlich spekulativen Ausführungen des Referenten am Schluß seines Vortrages zu folgen, weil vorläufig noch ein gewaltiger Widerspruch zu den astrophysikalischen Forschungsergebnissen vorliegt, der hoffentlich in naher Zukunft seine Klärung finden wird [was es nicht tat, sondern das Problem nur weiter in den Kosmos hinaus verlagert wurde, um damit den Händen und der Kritik der Astrophysik einmal mehr zu entwischen]. Bedarf die so oft mti Utopien genasführte Menschheit zur Lösung ihrer eigenen Probleme noch Konflikte der Hilfe solcher weit entfernten Sternbewohner? Oder wird sie rechtzeitig zur realen Einsicht gelangen, nach dem berühmten Wort des großen Dichters und Europäers Andre Gide, und darin scheint dem Berichterstatter ein wichtiges Ethos zu liegen, dass es am Menschen hänge, dem Bankrott der Menschheit Einhalt zu tun?

 

+ Am 10.Oktober 1958 wurde Flensburg in der dortigen Höheren Mädchenschule mit dem Untertassen-Vortrag von Karl Veit beehrt, Frau Studienrat L.Kalweit organisierte und bot die Bildung einer regionalen Zweigstelle an.

 

´Kapitänleutnant Petersen sah Fliegende Scheibe´, wußte am 15.Oktober 1958 der ´Flensburger Avis´ zu reportieren: Der Leiter der UFO-Organisation in Dänemark, der alle unidentifizierten Himmelskörper untersucht und der Berichte darüber schreibt, der vielbesprochene Kapitänleutnant Petersen in der dänischen Luftwaffe, hat nun endlich selbst ein Raumschiff gesehen. Es war ein Lehrer aus der Gegend, der ihn auf den Fliegenden Teller aufmerksam machte. Herr Petersen wartete danach noch eine Stunde; dann tauchte die Fliegende Scheibe wieder auf und stand stille über seinem Heim in Skrydstrup. Diese Fliegende Scheibe wurde auch von der Frau des Lehrers gesehen.

 

+ Am 18. und 19.Oktober 1958 gab es in Kassel einen Lichtbildervortrag im Landesmuseum durch Karl Veit. Die Gäste waren "buchstäblich atemlos" und verließen "nachdenklich den Vortragssaal". Auch hier wurden anschließend die UFO-Nachrichten sowie die Ventla-Bücher verkauft, mit dem löblichen Ziel "das Gehörte weiter zu vertiefen".

 

´Mysteriöse Signale aus dem Weltraum´ hieß es in einer Meldung von AP/dpa aus Moskau, die im Tagesanzeiger vom 18.Oktober 1973 abgedruckt wurde: Sowjetische Wissenschaftler haben nach einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur TASS mysteriöse Funkzeichen aus dem Weltraum empfangen, die - so wird spekuliert - unter Umständen von ausserirdischen Zivilisationen ausgestrahlt worden sein könnten. In der TASS-Meldung vom Dienstag hiess es, die Signale seien erst in der Stadt Gorki an der Wolga vernommen worden, später aber auch in anderen sowjetischen Städten. Die Funksignale seien noch nie zuvor registriert worden. Sie trafen pulsartig auf der Erde ein, wobei die einzelnen Stösse jeweils mehrere Minuten dauerten. Das Ganze wiederholte sich mehrmals am Tag. Prof.Samuil Kaplan von der Universität Gorki erklärte zu den Erscheinungen, es sei noch verführ zu sagen, ob die Signale natürlichen oder künstlichen Ursprungs gewesen seien. Möglicherweise stammten sie aus den oberen Bereichen der Erdatmosphäre. Keinesfall aber handle es sich um Funkwellen von künstlichen Satelliten, die von der Erde aus gestartet worden seien. Die Nachrichtenagentur TASS fügte dabei bei, dass die Signale "vielleicht von einer technisch hochentwickelten extraterrestrischen Zivilisation gesendet werden". Wie die Agentur weiter ausführte, stehen in der Sowjetunion die Beobachtungen von Signalen aus dem All unter der Leitung des sowjetischen Astrophysikers Wsewolod Troitzki. Mehr als 30 Wissenschaftler beschäftigen sich gegenwärtig speziell mit diesen Phänomenen.

 

´Es kamen grüne Männchen mit spitzen Ohren und blitzenden Augen - Hysterie um Fliegende Untertassen in den Vereinigten Staaten - Viele wollen Kontakte mit Außerirdischen haben´ hieß der Titel einer Reportage der ´Saarbrücker Zeitung´ vom 20.Oktober 1973 aus Washington: Die kleinen grünen Männchen mit den staubsaugerartigen Schnorcheln und den blitzenden Augen wie Verkehrsampeln [eine Parabel auf frei erfundene Fabelwesen oder Cartoon-UFOnauten] scheinen wieder einmal eine Invasion der guten alten Erde zu planen. Seit einer Woche werden die Polizeistationen und Luftwaffenstützpunkte in allen Teilen Amerikas mit Anrufen überflutet, daß Fliegende Untertassen und andere geheimnisvolle Raumfahrzeuge gesichtet worden sind. Sind es Hirngespinste, aus den Phantasien der spätabendlichen Fernsehfilme geboren, oder wollen die Wesen von fernen Gestirnen mit uns einmal Kontakt aufnehmen? Die neue Welle der Alarmnachrichten begann am vergangenen Donnerstag [die Welle lief schon einige Wochen vorher an und fand in der nachfolgenden Story nur einen Höhepunkt], als Charles Hickson und Calvin Parker in Pascagoula im Staat Mississippi ihr seltsames Erlebnis erzählten: sie saßen in ihrem Fischerboot [auf dem Steg einer Werft], als ein fischförmiges blaues Luftschiff über ihnen kreiste, kleine rötliche Männchen mit großen Augen, langen Ohren und verknitterter Haut zu ihnen herabschwebten und sie in das geheimnisvolle Raumschiff zogen. Die Männlein untersuchten sie, tasteten sie ab und ließen sie wieder laufen. Das war der klassische UFO-Fall [nein, eher die extreme Ausnahme], wie es in der bürokratischen Amtssprache der amerikanischen Luftwaffe heißt, deren Aufgabe es eigentlich ist, den Luftraum über den USA zu beherrschen und zu kontrollieren. Zwei Wissenschaftler der Universität von Mississippi verhörten die beiden Angler vier Stunden lang unter Hypnose [eigentlich schließen sich jene Art von Hypnose und Wissenschaft aus] und kamen zu dem Schluß, daß sie die Wahrheit gesagt haben. Nun müßen sie sich noch einem Lügendetektor stellen. Manche Nachbarn glauben an das Erlebnis, manche halten es für Seemansgarn und einige reiben sich vergnügt die Hände, daß die beiden auf einen Scherz hereingefallen sind [mit dem Gedanken muß sich der UFO-Forscher laufend auseinandersetzen, er sollte ihm immer im Nacken stecken].

 

Die Invasion der UFOs ergoß sich [mittels intensiver Medienaufbereitung] rasch über das ganze Land. Eine Hausfrau in Tennessee erzählte aufgeregt, daß eine Fliegende Untertasse mit einem Blitzlicht den Motor ihres Autos außer Gefecht gesetzt hat. Ein Polizeihubschrauber in Delaware jagte ein gelb und orange schillerndes Objekt ins benachbarte Maryland. Ein Radarbeobachter der Zivilverteidigung entdeckte nachts auf seinem Bildschirm einen hellen Punkt, der sich viel schneller bewegte als ein kreisender Hubschrauber in fünf Kilometern Entfernung. Das Radarbild und die Radiosignale verschwanden dann für 15 Minuten und als das Bild wieder klar wurde, war der Punkt nicht mehr zu sehen. Die Piloten eines Flugplatzes in West-Virginia entdeckten ein geheimnisvolles Nachtflugzeug, das rot, grün und weiß aufleuchtete. Sie verfolgten das "Raumschiff" mit einem kleinen Privatflugzeug, konnten es aber nicht erreichen. Der Taxifahrer John Lane aus Gulfport hatte das schrecklichste Erlebnis. Plötzlich landete ein blaues Objekt vor seinem Taxi, stoppte mit einem Signal den Automotor, plötzlich klopfte ein fleischfarbenes Wesen mit krabbenfertigen Zangen an die Windschutzscheibe. Der Astrophysiker Dr.Robert O´Connell von der Universität in Louisiana verfolgt die ganzen Schreckensgeschichten mit skeptischer Gelassenheit. Er meint, daß die meisten Leute das Opfer optischer Täuschungen geworden seien oder auf einen dummen Scherz hereingefallen sind. Die amerikanische Luftwaffe veröffentlichte 1969 nach 21jähriger Untersuchung eine Studie, in der über 12.000 UFO-Berichte analysiert worden sind. In 90 Prozent aller Fälle waren die Erscheinungen auf optische Täuschungen zurückzuführen: die blinkenden Lichter von Flugzeugen, die Reflektion von Autoscheinwerfern, kreisende Raumschiffe der Erdbewohner [?], Ballons oder Naturphänomene. Astronomen halten es auch für möglich, daß Reflektionen des Mars bei einer bestimmten Konstellation durch die Atmosphäre verzerrt werden und Täuschungen hervorrufen.

 

Die ganze Geschichte wird aber viel ernster, wenn man die sowjetischen Nachrichten hört. Die nicht gerade humorvolle Nachrichtenagentur TASS berichtete, daß Wissenschaftler in vier Stationen unbekannte Signale aus oberen Schichten der Atmosphäre aufgefangen haben. Die Sowjets haben sofort 30 Wissenschaftler darangesetzt, die Radiosignale von anderen Zivilisationen des Weltalls aufzufangen und zu entschlüßeln. In Amerika haben sich einige Späße inzwischen aufgeklärt. Fünf Feuerwehrleute aus Delaware mußten vor den Kadi, weil sie aus Holz und Stoff eine Fliegende Untertasse gebaut haben, ein rotes Blinklicht ihres Löschzuges aufmontierten, das ganze Ungetüm im Wald versteckten und sich an dem Schrecken ihrer Mitmenschen weideten. Eine Frau aus Virginia berichtete aufgeregt, sie habe die Fliegende Untertasse so nah gesehen, daß sie die Buchstaben "UFO" auf dem Rumpf habe lesen können. In Alabama alarmierten viele Bewohner ihren Sheriff, weil sie eine Fliegende Untertasse gesichtet hatten. der mutige Sheriff kletterte auf den Baum, in dem das geheimnisvolle Schiff gelandet war, öffnete mit Todesverachtung an der Außenhaut eine Tasche und fand einen Zettel: "Nationaler Wetterdienst der USA. Wer diesen Ballon findet, schicke ihn bitte per Post an 451 Ruby Street in Joliet, Illinois. Rückerstattung des Portos wird garantiert."

 

+ Einen in etwa gleichen Artikel fand der Leser verblüffender Weise auch in der ´Abendzeitung´ vom selben Tag vor, hier jedoch war der Beitrag von einer Skizze der angeblichen Aliens begleitet. Somit konnten sich zahlreiche Leser ein Bild vom neuen Außerirdischen machen.

 

Am 24.Oktober 1973 berichtete die ´Abendzeitung´ unter der Schlagzeile ´US-Boom für Däniken´: "Erich von Däniken, zur Zeit vom Econ-Verlag auf PR-Tournee durch die USA geschickt, hat dort inzwischen seine deutschen Bestseller-Erfolge übertroffen. Schon in den ersten zehn Tagen gab er 30 Zeitungs-, 17 Rundfunk- und 15 Fernseh-Interviews. Von seinen Büchern ´Erinnerungen an die Zukunft´ und ´Zurück zu den Sternen´ wurden bisher vier, beziehungsweise drei Millionen Exemplare in Amerika verkauft." Dies zu genau jener Zeit als Hynek sich daran machte, sein CUFOS aufzubauen und Andrus sein MUFON zu formieren. EvD war somit der Geburtshelfer für diese Organisationen.

 

´Schließt sich die Beweiskette für Leben auf anderen Planeten?´ fragten sich am 25.Oktober 1973 die ´Badische Neueste Nachrichten´: Zwei schwedische Wissenschaftler haben nach eigenen Angaben den Beweis für die Existenz von Leben auf anderen Planeten entdeckt. Wie die Professoren Olof Rydbeck und Joel Ellder in Uppsala vor der Königlich-Wissenschaftlichen Gesellschaft Schwedens erklärten, ist es ihnen gelungen, das fehlende Glied in der Weltraumchemie, das sogenannte Kohlenwasserstoff-Radikal im Weltraum festzustellen. Damit wäre erwiesen, daß organische Moleküle auch auf anderen Planeten gebildet werden können. Kohle und Wasserstoff bilden gemeinsam mit Sauerstoff und Stickstoff die notwendigen Voraussetzungen für das Entstehen von Leben. Die beiden Wissenschaftler gaben an, sie hätten das Kohlenwasserstoffradikal durch ein Radio-Teleskop von ihrem Labor in Göteborg aus feststellen können. Wissenschaftler in aller Welt haben sich seit Jahren bemüht, Kohlenwasserstoffmolekül-Bruchstücke im Weltraum zu entdecken. Bisher war ein eindeutiger Nachweis nie gelungen, da die von dem Molekül ausgesandten Wellensignale stets durch andere Signale überdeckt wurden.

 

´Außerirdische Herkunft bezweifelt/Sowjetischer Wissenschaftler: Weltraum-Signale kommen aus Erdsatelliten´. Mit dieser Meldung aus Moskau überraschte AP die Welt, der ´Mannheimer Morgen´ vom 29.Oktober 1973 berichtete es: Die mysteriösen Funksignale aus dem Weltraum, die sowjetischen Wissenschaftlern seit einiger Zeit Rätsel aufgeben und zu teilweise kühnen Spekulationen Anlaß gaben, stammen nach Meinung von Professor Samuil Kaplan von der Universität Gorki höchstwahrscheinlich nicht von außerirdischen Zivilisationen, sondern von künstlichen Erdsatelliten, die von Menschenhand geschaffen und auf Umlaufbahn gebracht worden sind. In einem Telefongespräch sagte der Gelehrte, die von seiner Universität und anderen Instituten in der Sowjetunion empfangenen Funkzeichen hätten "nichts mit UFOs" zu tun. Er sei "zu 99 Prozent" sicher, daß die Signale ihren Ursprung in künstlichen Erdsatelliten hätten. Es bestehe nur eine minimale Chance, daß die Funkzeichen von extraterrestrischen Lebewesen stammten. Kaplan teilte jedoch mit, Wissenschaftler des Instituts für die wissenschaftliche Erforschung von Weltraumproblemen in Moskau seien in ein entlegenes Gebiet von Kamatschatka entsandt worden, wo sie die Signale ohne wesentliche Störungen durch andere Strahlungsquellen weiter studieren könnten.

 

>"UFO" sorgte für Aufregung< hieß es am 30.Oktober 1973 in der ´Badischen Neuesten Nachrichten´: Unabhängig voneinander und in verschiedenen Stadtteilen wollen Passanten gestern mittag gegen 11:20 h in "großer Höhe" ein unbekanntes Flugobjekt (UFO) gesichtet haben, das sich in etwa zwei Minuten vom Osten der Stadt her in Richtung Westen genähert haben und dann am Horizont verschwunden sein soll. Übereinstimmen d wurde das "UFO" als ein weißes, einer länglichen Bettflasche ähnliches Gebilde bezeichnet, das weder Geräusche noch Kondensstreifen verursacht hätte. Eine Anfrage bei einer für unseren Raum zuständigen militärischen Flugsicherungsstelle sowie einer Flugsicherungsbereichszentrale im Hunsrück ergab jedoch, daß zur fraglichen Zeit über Karlsruhe kein "unbekanntes Flugobjekt" auf dem Radarschirm gesichtet worden sei.

 

Die ´Frankfurter Neue Presse´ besuchte im Oktober 1978, den Frankfurter Zweig der DUIST, die "Frankfurter UFO-Studiengruppe" und Heike Rosner berichtete am 16.Oktober 1978 über ein galaktisches Rätsel: "Das Loch im Kellerfenster":

 

"Ein Sommerabend im Juli des vergangenen Jahres. Auf dem Rhein-Main-Flughafen herrscht der übliche Flugverkehr. Da, gegen 21:30 h, passiert es. Startende Piloten teilen dem Tower mit, daß ihnen ein nicht identifizierbares Flugobjekt auf die Pelle rückt. ´Das kann nicht sein´, antwortet der Tower, doch wenig später zeichnet sich das UFO auch auf dem Radarschirm ab. UFO-Alarm wird ausgelöst. In Windeseile jagen Streifenwagen, Grenzsschutz und Militärpolizei an die Darmstädter Autobahn, wo sie auf die vorausberechnete Flugbahn des Flugobjektes treffen müssen. Und dann sehen sie es. ´Ein großes, zigarrenförmiges Raumschiff nähert sich in 300 Meter Höhe. Von seinem Inneren aus geht ein greller senkrechter Lichtkegel nach unten, der plötzlich eingesaugt wird. Ganze 20 Minuten ist das Objekt zu sehen. Dann entfleucht es gen Egelsbach.´ So beschrieb der Maschinenbau-Techniker Rolf Tobisch von der Frankfurter UFO-Studiengruppe eine merkwürdige Geschichte, von deren Wahrheitsgehalt er absolut überzeugt ist. Die Öffentlichkeit dürfte davon anscheinend nichts erfahren, mutmaßte er. Nicht anders könne er es sich sonst erklären, daß über die UFO-Sichtung ´top secret´ verhängt wurde. Tobisch selbst bezieht seine Informationen von einem befreundeten Mitglied des Flughafen-Sicherheitsdienstes. Das Flugschiff vom anderen Stern habe aber auch einen sichtbaren Beweisen seiner Anwesenheit hinterlassen, nämlich ein hühnereigroßes Loch im Kellerfenster einer Schwanheimer Gartenlaube.

 

Für die UFOIogen stellt dieses Loch ein galaktisches Rätsel dar. Steinwürfe und Schüsse scheiden aus, man könne vielmehr annehmen, es sei herausgebrannt, rätseln sie. Ungewöhnlich ist, daß die Ränder wie glattgeschliffen sind; ferner fehlt das herausgetrennte Glasstück. Fachleute von der Glasindustrie hätten mittlerweile erklärt, das Loch sei weder durch Säureeinwirkung noch durch einen Schneidbrenner entstanden. Sie forschen weiter. Für die UFOlogen ist der Fall klar: Hier kann nur ein Laser zugange gewesen sein. ´Die Außerirdischen wollten hier ein Zeichen setzen´, meint der fünfzigjährige Diplom-Volkswirt Hans Vogel, ´sie wollten beweisen, daß es sie gibt. Die irdische Technik kann die Scheibe nämlich nicht so zurichten.´ Für Vogel sind UFOs am Nachthimmel längst eine Selbstverständlichkeit: ´Ich sehe immer ab und zu mal so Dinger.´ - ´Die kann man bestimmt jede Nacht beobachten´, pflichtet ihm ein anderes Mitglied der Studiengruppe gläubig bei. Vogel weiß noch mehr: Auf dem Mond gebe es ein außerirdisches Museum, das von Planetariern aller Galaxien betrieben werde. Unsere Astronauten hätten auch Außerirdische gesehen, dürften das aber nicht verraten. Der Frankfurter UFO-Klub arbeitet außer mit den Außerirdischen selbst auch mit anderen irdischen UFO-Sehener zusammen, beispielsweise mit dem Schweizer Eduard Meier. Der drühere Lastwagenfahrer hat sei einiger Zeit Kontakt zu Plejadiern. Die Angehörigen dieser Rasse kommen von einer Sternansammlung, die etwa 450 Lichtjahre von der Erde entfernt ist. Die große Entfernung ist für die Sternenschiffer kein probnlem. Glücklicherweise können sie ´beamen´, also, sich an jeden gewünschten Ort hinverwandeln. ´So ein paar Lichtjahre sind da ein Klacks!´ Außerdem hätten sie in den Alpen und an anderen Stellen der Erde Stützpunkte. Meier will zusammen mit seinen neuen Freunden schon öfters auf Raumpatrouille gewesen sein. Von Bord ihrer Schiffe habe er unter anderem das sowjetisch-amerikanische Koppelungsmanöver fotografiert. Die Plejadier sehen übrigens fast genauso aus wie wir: der einzige Unterschied sind die langen Ohren, die bis auf die Höhe der Mundwinkel reichen. Sie sprechen englisch oder verständigen sich durch Gedankenübertragung, sagt Meier.

 

Die UFO-Fahrer sind uns, nach den Worten von Vogel, durchaus freundlich gesonnen. Sie sehen sich allerdings gezwungen, uns zu überwachen, ´weil die Menschheit einen Weg geht, der kosmischen Gesetzen widerspricht´. Gemeint sind damit Bomben und Panzer. Vogel: ´Es ist nicht im Sinn der Schöpfung, daß wir die Erde zugrunde richten.´ Die UFOs also als eine Art Ersatzreligion? Schon möglich, denn: ´Jesus würde heute auch mit einem UFO kommen, wenn es ihm Spaß macht. Ganz hochgestellte Außerirdische brachen aber keine Raumschiffe mehr. Die gehen im Nu so durchs Weltall.´ Religiös behaftet hört sich auch Vogels Motivation an, sich für die UFOs einzusetzen: ´Ich will in der Lebensqualität aufsteigen und auf einen Stern wiedergeboren werden, wo das Leben leichter ist. Dazu muß ich mich auf der Erde qualifizieren. Mein Ziel ist der Himmel und das Paradies.´ Es sind vorwiegend ältere Leute, die sich in der Frankfurter UFO-Gemeinde zusammenfinden. Die UFOlogie macht ihnen das Rentnerdasein spannender. Um ihre Kontrollfunktion über uns gerecht werden zu können, hätten unsere artähnlichen Allkollegen aus 8000 Meter Höhe mittels Laser- und Hitzestrahl sogenannte ´Psychosonden-Monitore´ ins Pentagon und in den Kreml eingebaut. Allein in Washington seien 10.000 solcher jeweils fünf Zentimeter großen Spione versteckt, die gleichfalls als Sender und Empfänger wirken würden. Wann immer sich Jimmy Carter die Nase putzt - die Außerirdischen sind im Bilde. Während eines Abend zusammen mit den UFO-Forschern gewinnt man den Eindruck, es gebe UFOs wie Sand am Meer. Tobisch erinnert an die Geschichte eines 17jährigen Lehrlings, der im Wald Pilze suchen wollte und ein UFO fand - was denn auch sonst? Und es roch nach verfaulten Eiern."

 

Weder wurde jemals etwas über den dramatischen UFO-Vorfall an der Tag und Nacht sehr stark befahrenen Autobahn nahe des Frankfurter Flughafens jemals etwas durch externe Zeugen dieser auffälligen Erscheinung bekannt, noch beweisen Mutmaßungen irgendwelche kausalen Zusammenhänge. Die Berichterstattung jedoch machte etwas ganz anderes augenfällig: Woraus sich der irdische UFO-Trupp personalmäßig rekrutiert. Alte Menschen, die sich ihren Lebensabend mit einem phantastischen Spiel würzen lassen wollen, welches irgendwo zwischen Science fiction und Esoterik-Inhalten ansiedelt. Religiöse Inhalte, wie die Wiedergeburt/Reinkarnation, spielen dabei als Hintergrund-Motiv eine gewichtige Rolle. Der Verlust des Realitätssinns (wer kann schon immer die nackte Realität ertragen?) wird dabei hingenommen, um sich einer Scheinwelt "neuer Wahrheiten" hinzugeben.

´UFO war ein Drachen´ hieß es durch dpa aus London und am 17.Oktober 1978 druckte es die ´Frankfurter Rundschau´ ab: Ein ständig silbern aufleuchtendes Licht am Nachthimmel über London brachte die Polizei auf den Plan und löste Verkehrsstauungen aus. Wie Scotland Yard am Montag bestätigte, wurde das Licht am Vorabend im Westen der Innenstadt gesehen. Zahlreiche aufgeregte Menschen hätten in den Polizeistationen angerufen und von einem UFO gesprochen. "Zu dieser Zeit hatte sich ein Verklehrsstau am Hydepark gebildet, da Autofahrer anhielten und sich das Ding anschauten", sagte ein Sprecher von Scotland Yard. "Es gab drei Verkehrsunfälle." Die Polizei fand schließlich im Hydepark des Rätsels Lösung: ein Drachen, der mit Silberfolie bespannt war. Ein Autofahrer hatte offenkundig den reflektierenden Drachen mit einer 60 Meter langen Leine an seinen Wagen gebunden und durch den Park gezogen.

 

Eine weitere Geschichte elektrisierte geradezu in dieser Zeit die UFOlogie: Am 24.Oktober 1978 ging es durch die Weltpresse: "Nach UFO-Begegnung verschwunden - Vermißtes Flugzeug in Australien konnte noch nicht gefunden werden." In einer groß angelegten Suchaktion wird in Australien nach einem einmotorigen Sportflugzeug vom Typ "Cessna 182" gesucht, das tags zuvor nach einer angeblichen Begegnung mit einem UFO verschwunden war. Nach Angaben eines Sprechers des australischen Verkehrsministerium hatte der 20 Jahre alte Pilot Frederick Valentich bei Cape Otway dem Kontrollturm in Melbourne berichtet, ihm folge mit hoher Geschwindigkeit ein gewaltiges Luftfahrzeug mit vier breit strahlenden Lichtern. Dann gab Valentich durch, daß sein Motor stottere. Die Männer im Turm hörten ein langes metallisches Geräusch, dann war der Funkkontakt weg. Die Suche nach dem Flugzeug entlang der Küste blieb erfolglos, aber der Kontrollturm hatte zur Zeit des Verschwindens von Valentich keinen weiteren Flugverkehr in der Nähe der "Cessna" festgestellt. Valentich, der seit 18 Monaten flog, war allein an Bord. Solche Bermuda-Dreiecks-Storys fördern natürlich die Phantasie und ufologische Vorstellungskraft.

 

Neben diesem Vorfall gab es aber noch das Bekenntnis einer prominenten Schauspielerin, deren UFO-Sichtung seit September 1978 durch die Gazetten huschte. "Elke Sommer erhielt Besuch aus dem All - UFO schwebte über dem Garten der Schauspielerin", so die Meldung der ´Kärntner Tageszeitung´ vom 22.9.1978 oder "Elke Sommers Erlebnis: Besuch aus dem All" (´Ausserferner Nachrichten´ am 14.Oktober 1978). Elke Sommer hat hinter ihrem Haus in Los Angeles ein UFO gesehen, und das hat die deutsche Schauspielerin mächtig aufgeregt und mitgenommen. "Ich glaube an UFOs", sagte sie anschließend, "ich bin überzeugt, da gibt es etwas, was wir nicht erklären können. Ich würde schon gern einmal ein Lebewesen von einem anderen Planeten treffen, das wäre äußerst interessant. Aber ich habe auch ein wenig Angst davor - denn die könnten ja vielleicht sagen: ´Ach, schaut mal, was für ein hübsches Erdenkind wir hier haben, nehmen wir es doch mit.´" Es war abends gegen 22:30 h gewesen. Etwa 35 Meter über den Bäumen ihres Gartens bewegte sich ein grelles Licht, kreisrund, wie ein "rötlich-orangener Ball". Er leuchtete "von innen heraus, er glühte und schwebte da einfach in der Luft". Er machte keinerlei Geräusch, alles lief sehr ruhig ab, "und dann flog das Ding langsam davon". Doch bis Elke Sommer ihren Mann herbeigeholt hatte, war das Flugobjekt verschwunden. Sie ist sicher, daß dies kein Hubschrauber war. Wir sind uns da auch sicher und gehen davon aus, daß die Dame (eine bekannte Sympathieträgerin damals) einen kleinen Miniatur-Heißluftballon namens "prank balloon" observierte, nicht als solchen erkannte und deswegen in UFO-Aufregungverfiel, wie viele andere Zeugen zuvor (und danach) ebenfalls. Aber im öffentlichen Bewußtsein blieb nur zurück, daß die berühmte Schauspielerin ein UFO sichtet und diese Beobachtung glaubhaft schilderte. Zurück blieb der tiefverwurzelte Eindruck: Da muß doch was dran sein. Gerade auch weil, wie in der Kärntner Tageszeitung passiert, der Bericht mit einem Fliegenden Untertassen-Foto Marke Adamski-Scout-Ship unnötig und falsch dazu begleitet wurde, da der Bild-Untertext in die total falsche, irreführende Richtung in Anbetracht des tatsächlichen Phänomens weist: "Ein solches UFO glaubte Elke Sommer gesehen zu haben: Kreisrund, wie ein rötlicher Ball." Genau diese archetypische Mutter aller Untertassen-Storys hatte Frau Sommer eben nicht gesehen, auch wenn es dem Leser mehr als nur suggeriert wurde. Was beim Betrachter jedoch hängen bleibt ist gefährlich: Wenn schon eine solche Frau zu ihrer Untertassen-Sichtung steht, ja dann muß da doch auch an Adamski und CoKG was dran sein...

Wie auch immer, wir hatten damals versucht über die Bravo-Fanclub-Zentrale einen Kontakt zur Schauspielerin aufzubauen und erhielten a. eine Fanclub-Adresse und b. eine Künstler-Agentur-Adresse von Frau Sommer in Los Angeles. An beide schrieben wir und baten um Vermittlung unseres Fragebogens an die Künstlerin und legten jeweils persönliche Briefe bei. Eine Antwort kam leider nie. Am 1.Juni 1998 (!) dann erfuhren wir eine Überraschung. In der TV-Sendung ´Vorsicht Kamera - Das Original´ (Sat1) mit Fritz Egner kam es zu einem MIR-Raumstation-bezüglichen Spaß, dem Elke Sommer zum Opfer fiel. Später gab es sogar noch einen britischen Candid Camera-Film, wonach aus einem angeblich abgestürzten Meteoriten ein Alien entstieg. In Folge dessen fragte Moderator Egner in die Runde, wer denn schon einmal ein UFO gesehen hatte. Doch Frau Sommer meldete sich hierbei nicht, sondern Matthias Reim, ebenfalls hereingelegter Gast der Sendung, berichtete nach kurzem Zögern, daß er im Alter von zehn Jahren mal ein Licht im Zickzack am Himmel gesehen habe. Frau Sommer machte zwar noch ein paar Anmerkungen, sagte aber nichts über die zu ihr kolportierte Story von Ende der 70er Jahre, also zwanzig Jahre zuvor! Wie es ausschaut, haben wir es bei ihrer UFO-Meldung mit einer Presseente zu tun...

 

Gerade auch, weil man doch schon etwas über andere Himmels-Rätsel wie die Atombombe von Sibirien aus 1908 hörte, welche in diesen Tagen gerade mal wieder über u.a. BILD die Runde machte: "Sowjetforscher: Außerirdische Atombombe in Sibirien explodiert". Aus Moskau wurde am 20.Oktober 1978 berichtet: "Am 30.Juli 1908 explodierte in Sibirien eine von außerirdischen Lebewesen gebaute Atombombe, deren Sprengkraft 2000 mal so stark war, als sie der von Hiroshima. Dafür will der sowjetische Geophysiker Dr.Alexej Solotow jetzt Beweise gefunden haben. Bisher glaubten die Forscher, ein gewaltiger Meteorit sei damals eingeschlagen, jetzt entdeckte Solotow in den sibirischen Bäumen eine Konzentration des radioaktiven Kohlenstoff-Isotops C-14 - wie in Atomtestgebieten. Der Forscher: ´Ein außerirdisches Atom-Raumschiff könnte außer Kontrolle geraten und in Sibirien explodiert sein.´" Ja, könnte - was natürlich auch bedeutet: Könnte auch nicht. Dennoch heizen derartige Meldungen natürlich die Atmosphäre ufologisch-ausgerichtet aus und im Kontext anderer UFO-verdächtiger Meldungen bleibt natürlich immer etwas hängen, was den Betrachter des Geschehens mal hier und mal dort zusätzlich überzeugen wird, daß die UFO-Storys doch irgendwie nicht an den Haaren herbeigezogen ist. Nebenbei: Die sogenannte journalistische "Aktualisierung" (Reanimation alter Meldungen ist damit gemeint) zeigte sich in diesem Fall einmal mehr, da bereits der Katholische Pressedienst im Oktober 1976 genau die selbe Story abgesetzt hatte, wie sie z.B. von der Westfalenpost am 16.10.1976 verwendet wurde. Vorausgegangen war z.B. obiger Meldung ein Bericht z.B. in Die Welt vom 5.Oktober 1978, wonach ein automatisches Weltraumohr nach fremden Wesen im All sucht.

 

´Unheimliche Begegnung mit einem unbekannten Flugobjekt´ hieß es in einer dpa/UPI-Meldung, die die ´Frankfurter Rundschau´ vom 24.Oktober 1978 verwendete: In einer großangelegten Suchaktion wird in Australien nach einem Sportflugzeug gesucht, das am Montag seit der Begegnung mit einem unbekannten Flugobjekt (UFO) verschwunden ist. nach Angaben eines Sprechers des australischen Verkehrsministeriums, kenneth Williams, hat sich der 20 Jahre alte Pilot Frederick Valentich am Sonntag mit seiner einmotorigen Cessna 182 auf dem Flug von Melbourne nach King Island befunden, das 210 Kilometer südlich der Hauptstadt liegt. Bei Cape Otway in einer Höhe von etwa 1.400 Metern habe Valentich dem Kontrollturm in Melbourne berichtet, ihm folge mit hoher Geschwindigkeit ein gewaltiges Luftfahrzeug mit vier breit strahlenden Lichtern. Von den Beamten der Flugüberwachung über Funk gefragt, ob er den Flugkörper identifizieren kann, antwortete Valentich: "Es ist kein Flugzeug. Es ist..." Die Verbindung war abgebrochen. Zwei Minuten später sagte der Sportpilot: "Melbourne, es kommt von Osten auf mich zu... Es scheint eine Art Spiel mit mir zu treiben...die Geschwindigkeit kann ich nicht schätzen... Es fliegt vorbei...es hat eine lange Form...mehr als das kann ich nicht erkennen...jetzt kommt es von rechts...es scheint in der Luft zu stehen...ich drehe mich und das Ding dreht sich mit mir mit..." Nach Angaben von Williams gab Valentich noch durch, daß der Motor stottert. Die Männer am Turm hörten ein langes metallisches Geräusch, dann war der Funkkontakt weg. Die Suche nach dem Flugzeug entlang der Küste von Cape Otway und im Norden von King Island blieb bisher ergebnislos. Das Wetter war nach amtlichen Angaben gut. Der Kontrollturm hatte zur Zeit des Verschwindens keinen Flugverkehr in der Nähe der Cessna festgestellt. Valentich, der seit 18 Monaten fliegt, war allein an Bord.

 

´Die UFOs leuchteten in allen Farben´ meldeten AP/Reuter und die ´Frankfurter Rundschau´ vom 25.Oktober 1978: Zahlreiche Personen haben nach Angaben der Behörden am Wochenende im Westen des US-Staates Virginia UFOs (unbekannte Flugobjekte) beobachtet, die Licht ausstrahlten. Die UFOs wurden auch auf den radarschirmen der amerikanischen Flugüberwachung registriert. Von seiten der Behörden konnte bisher keine Erklärung für die übereinstimmenden Beobachtungen gegeben werden. "Ich kann nicht sagen, was das war. Ich habe so etwas noch nie gesehen. Diese Bewegungen...", sagte der Polizist Don Sharpe in Charleston, der die UFOs 30 Minuten lang beobachtet hatte. Insgesamt zählte er sieben leuchtende, fliegende Objekte. Ein anderer Polizist fotografierte die rätselhaften Erscheinungen sogar. Die Farbbilder waren allerdings von unbefriedigender Qualität. In dem Landkreis Kanawha erhielten die Behörden Hinweise von über 30 Personen, die die UFOs gesehen hatten. Sie bezeichneten die Objekte als "schwebend" oder "sich langsam bewegend". Sie hätten grünes, blaues, weißes, manchmal auch rotes oder gelbes Licht ausgestrahlt, hieß es in den Berichten. meist erklärten die Augenzeugen mindestens drei der rätselhaften Objekte seien zusammen geflogen. Polizist Sharpe berichtete, die UFOs seien zunächst mit der Geschwindigkeit eines Meteors über den Himmel gerast und dann plötzlich stehengeblieben. "Wenn ein Flugzeug sich näherte, verdunkelten sie die Lichter, bis man die Dinger nicht mehr sehen konnte", sagte er. Fluglotse Bill Givens auf dem Flughafen von kanawha erklärte, während des gesamten Wochenendes seien seltsame Erscheinungen auf dem radarschirm zu beobachten gewesen. Er räumte ein, die am Sonntag beobachteten Erscheinungen könnten bisher noch unerklärte Wettererscheinungen gewesen sein, die ein "Radar-Phänomen" hervorgerufen hätten. Auch der Direktor des Radio-Astronomischen Observatoriums in Green Bank machte Wetterbedinungen für die unerklärlichen Erscheinungen verantwortlich. "Nach einem Kälteeinbruch war die Luft heiß und klar. Dabei treten solche Erscheinungen schon mal auf", sagte er. "Da bilden sich turbulente thermischen Zellen, die solche seltsamen Effekte hervorrufen können."

 

Die australische Luftfahrtbehörden versuchen immer noch, das Schicksal des jungen Fliegers Frederick Valentich zu klären, der am Samstag über der Bass-Straße verschwunden ist, nachdem er über Funk von einem unbekannten Flugobjekt berichtet hatte. Die Eltern des 20jährigen glauben nach eigenen Angaben daran, daß ihr Sohn von einem UFO eingefangen worden ist. Die Behörden halten es dagegen für möglich, daß Valentich die Orientierung verloren habe und kopfüber geflogen sei. Dabei könnte er das Spiegelbild seines Flugzeuges im Meer für das unbekannte Objekt gehalten haben. Der Pilot Arthur Schutt hielt diese Erklärung für unwahrscheinlich. Seiner Ansicht nach wäre Valentich dann mehr in Panik geraten. Der Sprecher des Verkehrsministeriums Ken Williams schloß nicht aus, daß es sich um ein UFO gehandelt haben könne. Valentichs Vorgesetzter beschrieb ihn als Piloten, "der mit beidenen Beinen auf der Erde steht".

+ Zumindest in Sachen amerikanischer UFOs sind leider die Informationen zu dxieyem Zeitpunkt viel zu unzureichend. Die visuellen Observationen haben sicherlich nichts mit den angetragenen Wetterbedingungen, die sich auf Radar als anomale Radarwellen-Ausbreitungen auswirken könnten, zu tun. Leider hörte man auch aus amerikanischen UFO-Forscherkreisen hierzu nichts weiter, da alles wie hypnotisiert auf den australischen Piloten-Fall starrte. Zur Valentich-Observation ist freilich die "kopfüber geflogen"-Erklärung mit einigen Fragezeichen zu besetzen! Desorientierung hin und her, die Gesetze der Schwerkraft jedoch sollte über ein paar Minuten hinweg ein kopfüber-fliegender Pilot doch bemerken, weil inzwischen die ganze Ausrüstung im Flugzeuginnern durch die Veränderung der Fluglage ihm am Dach herumschlittern würde und er selbst natürlich davon genau Bescheid weiß, wenn ihm die Erdanziehung aus dem Sessel hebt und an die kopfüber plazierte Decke kleben will.

 

´7 UFOs auf Radar entdeckt´ titelte BILD am 25.Oktober 1978: In der Nacht, nachdem der australische Pilot Frederik Valentich ein UFO sah und spurlos verschwand, beobachtete der Polizist Don Sharpe über Charleston (US-Staat Virginia) sieben "Fliegende Untertassen": "Zuerst rasten sie schnell wie Meteore über den Himmel - dann blieben sie plötzlich stehen. Wenn sich ein Flugzeug näherte, verdunkelten sie ihre Lichter." Die UFOs erscheinen auch auf den Radarschirmen von Fluglotsen und wurden von vielen hundert Augenzeugen gesehen. Leben in der Milchstraße. Vor Melbourne wurde an der Stelle im Meer, wo Valentich mit seiner Cessna 182 verschwand, ein Ölfleck entdeckt. Auf dem Meeresgrund fanden Taucher aber kein Flugzeugwrack. [Was nicht viel besagen muß, da die leichte Cessna durchaus nicht steil abgeschmiert sein muß, sondern durchaus noch übers Wasser geschlittert sein kann und ein paar hundert Meter vom Ölfleck entfernt abgesunken sein mag.] Mehr als hundert Australier beobachteten das UFO, das die Maschine angegriffen haben soll [wovon aber in den Untersuchungsberichten der australischen UFO-Gruppe ACUFOS nichts zu lesen war]. Britische Wissenschaftler schätzen, daß es in unserer Milchstraße zehn Millionen bewohnbare Planeten gibt - auf jedem zweiten könnten sich intelligente Lebewesen entwickelt haben.

 

´Keine Spur von Valentich und dem Wrack der Cessna´ kabelte Tom Ballantyne von AP um die Welt und am 31.Oktober 1978 meldete es die ´Frankfurter Rundschau´: Wo ist der 20jährige australische Pilot Frederick Valentich mit seiner geliehenen blauweißen Cessna 182 abgeblieben? Diese Frage beschäftigt Untersuchungsbeamte des australischen Verkehrsministeriums eine Woche nachdem Valentich in einer klaren, lauen Nacht über der Bass-Straße spurlos verschwand. Valentich hatte wenige Minuten, bevor er mit seinem Flugzeug verschwand, dem Kontrollturm gemeldet, er sehe ein seltsames, strahlendes Flugobjekt über sich schweben. Wenige Augenblicke später war im Kontrollturm über Funk ein merkwürdiges, metallisches Geräusch zu hören gewesen- un danach nichts mehr. Eine einwöchige Suchaktion, bei der ein Dutzend Flugzeuge, darunter ein Marineaufklärer vom Typ Orion, eingesetzt waren, blieb ergebnislos. Es gab kein Wrack, keine Ölspuren und keine Spur von der Cessna und ihrem jungen Piloten, der sich an jenem Samstag auf einem Nachtflug von Melbourne zur King-Insel befanden hatte. Das Verschwinden des Piloten und seiner Maschine gibt zahlreiche Rätsel auf. Es ist bekannt, daß Valentich sich für unbekannte Flugobjekte (UFOs) interessierte und zahlreiche Bücher über dieses Thema gelesen hat. Er war auch ein besonnener Pilot, auf den seine Ausbilder große Stücke hielten. Valentichs Familie sowie seine Freunde und die Kollegen bei der Polizei bestätigten, daß er ein ernsthafter junger Mann gewesen sei. Staatliche Untersuchungsbeamte behandeln die Angelegenheit immer noch als Absturz einer Kleinflugzeugs. Amtlicherseits geht man davon aus, daß Valentich und seine Maschine unter den Wellen der Bass-Straße begraben sind. Eine umfassende Untersuchung ist eingeleitet worden, doch ohne Wrack beschränkt sie sich auf Erhebungen über die persönlichen Verhältnisse des Piloten, seine Ausbildung und seine Flugerfahrung. Auch die "Geschichte" der Cessna wird erforscht. Ungeachtet der seltsamen Umstände, die den Zwischenfall umgeben, interessiert sich das australische Verteidigungsministerium nur am Rande für den Fall. Es wurde lediglich mitgeteilt, daß die Luftwaffe davon Kenntnis genommen habe, daß möglicherweise ein UFO gesichtet worden sei.

 

Johannes Fiebag hatte in der Zeitschrift ´Das Neue Zeitalter´ (Nr.38/1978) einen Exklusivbericht mit der Schlagzeile "Geheimsache: UFO auf Meeresgrund entdeckt" aufzuwarten und betont: "Jetzt kann US-Präsident Jimmy Carter sein Versprechen wahr machen: Freigabe der Dokumente über außerirdische Besucher auf unserem Planeten!" Am 8.Juni 1977 habe, so die Berichterstattung des amerikanischen Kiosk-Revolverblatts "Official UFO", die Ölbohrinsel "Pacesetter II" der Firma "Shell Oil" ein völlig von Tang, Algen und Korallen überwuchertes Objekt via Kränen auf das oberste Deck gehievt. Der Körper "ist diskusförmig, hat einen Durchmesser von etwa 16 Metern und auf der Oberseite erhebt sich etwas wie eine Kuppel". Nach der Säuberung erlauben fensterähnliche Öffnung in das dunkle Innere. 90 Meilen vor der amerikanische Küste war 200 Meter tief auf dem Boden des Atlantiks eine Fliegende Untertasse geborgen worden. Nachdem man den Firmensitz unterrichtete, flogen schon Stunden später Techniker und Wissenschaftler vom Massachusets Institute of Technology ein, die das fremde Raumschiff öffnen. Irdische Wissenschaftler "betreten erstmals das fremde Raumschiff." Was sie jetzt erfahren überstieg ihr Fassungsvermögen und schon landete ein weiterer Helikopter mit Leuten des amerikanischen Sicherheitsdienstes CIA. "Die CIA-Agenten beschlagnahmen das Raumschiff im Namen der amerikanischen Regierung. Schon bald darauf taucht ein Schiff der Marine auf und hievt das Objekt an Bord", seitdem ist es verschwunden und alle Beteiligten wurden mit "absolutem Stillschweigen" belegt.

 

Fiebag hoffte nun, daß die amerikanische Regierung, nachdem dieser Fall durch Official UFO und DNZ in die Öffentlichkeit gelangte, "offiziell die Existenz außerirdischer Raumschiffe bestätigt" und Jimmy Carter sein Versprechen einhält. Nun, dies naive Sicht auf die Dinge ist schon erstaunlich, wenn man sieht, welchen Stellenwert Johannes Fiebag als Entführungs-Forscher und Vertreter der Mimikry-Hypothese (hiernach spiegelt sich der Einfluß der Anderen in einer sozio-kulturellen Dimension wieder, damit wir Menschen die hochstehende Intelligenz hinter diesem Phänomen gerade noch erdeuten können; andersrum wird aus unserer Ansicht schon eher ein Schuh daraus, wenn man das UFO-Phänomen verstehen will: Es spiegelt die sozio-kulturelle Vorstellungskraft unserer Zeitepoche und weist damit nach, daß das ganze Phantom der UFOs nicht von den Anderen sondern von uns selbst hausgemacht ist) heute in großen Teilen der deutschen UFO-Forschung zugemessen bekommt. Weder war die Story der amerikanischen Quelle seriös zu nennen, geschweige denn die Quelle als solche selbst, noch hatte Carter jemals versprochen, Dokumente "über außerirdische Besucher auf unserem Planeten" freizugeben, wenn man ihn zum Präsidenten wählt. Carter hatte nur versprochen, was er real halten konnte: nämlich die UFO-Dokumente, Papiere über unidentifizierte fliegende Objekte, in Regierungsbesitz freizugeben. Tatsächlich geschah dies über die in seiner Amtszeit durchgeboxte Freedom of Information Act. Bereits ein paar Jahre vor 1978 lagen die Blue Book-Akten im Staatsarchiv zur Einsicht aus. Dieser Beispielsfall der ufologischen Berichterstattung zeigt aber auf, wie der ufologische Glauben zustandekommt und genährt wird - und auch, wer hierfür mitverantwortlich ist, auch wenn es den Betroffenen nicht einsichtig sein wird.

 

´Die Menschheit ist fest in galaktischer Hand´ berichtete Dieter Thierbach aus Bonn am 1.Oktober 1983 in ´Die WELT´: Die Deutschen bleiben auf dem Teppich und setzen nicht zum Höhenflug an. Unbekannte Flugobjekte, kurz UFOs genannt, ziehen ihre Kreise in Sphären, die dem Durchschnittsbürger verschlossen bleiben, und auch die Politiker zeigen sich von selten beobachteter Einmütigkeit: Sämtliche Bundestagabgeordnete waren zur großen Galavorstellung geladen worden - keiner war erschienen. Dabei war eigens aus den Vereinigten Staaten Major Colman S.von Keviczky zu einer Vortragstournee in "good old Europe" gelandet, um schlüssig zu beweisen, dass das UFO-Problem, "das" Problem der Weltsicherheit "jetzt gelöst werden muß, bevor es zu spät ist". Seine Mission führte ihn in diesen Tagen auch zu seiner wichtigsten Station: Bonn. "Ich bin kein UFO-Fanatiker", räumte der 74jährige gegenüber der WELT ein, "ich bin auch kein Hobby-UFO-Forscher; ich bin Militärexperte, der die aggressive und verlogene UFO-Politik der Großmächte erkannt hat." Bis 1945 war der gebürtige Ungar Offizier im königlichen Generalstab und bis 1966 Mitarbeiter der Vereinten Nationen. Als er begann, auf höchster Ebene "Fliegende-Untertassen-Politik" zu betreiben, verzichtete man auf seine Dienste. Der Ungaro-Amerikaner hat längst erkannt, dass die Menschheit durch außerirdische, galaktische Mächte kontrolliert wird. Wer weiß schon, dass UFOs bereits wichtige Stützpunkte der NATO und der Bundeswehr "unangemeldet und mit unbekannter Intention" inspiziert haben? "Dokumente" liegen vor. Ein 90seitiges Werk, als Memorandum für die Bundesregierung gedacht, fordert eine deutsche Initiative bei der UNO zur Schaffung einer UFO-Behörde.

 

Der Bundesminister der Verteidigung hat sich so mir nichts dir nichts erlaubt, "von der Beantwortung der Fragen über unbekannte Flugobjekte Abstand zu nehmen". Alles nur Tarnung, meinten die UFOlogen, als ihnen 1981 von der Hardthöhe beschieden wurde: "Konkrete Anhaltspunkte für die Existenz von Flugobjekten, die landläufig als UFOs bezeichnet werden, liegen nicht vor." Also wird der Sache jetzt erst richtig auf den Zahn gefühlt, denn "wir wollen endlich die Wahrheit darüber erfahren, was an unserem Himmel vorgeht". UFO-Staffeln überwachen das Ruhrgebiet. Anhand von 115 registrierten Beobachtungen ist das klar und eindeutig: flache Scheibenform, weißlich oder rötlich leuchtend, hohe Geschwindigkeiten, Formatiosnflug. Aber auch die Zylinderform kommt vor, metallisch-silbern in torkelndem Flug. Ins Schleudern kamen auch die Zuhörer, als sie mit ungläubigem Staunen vernahmen, dass US-Atomwaffenarsenale und Kuweits Ölfelder permanent inspiziert werden. Keine Chance für Abfangjäger... Die Bundesregierung wird in der Resolution dringendst ersucht, weder "Streitkräfte noch die Bevölkerung auf die UFOs schießen zu lassen". der Grund liegt auf der Hand: "Bereits eine leichtsinnige Aktion kann die Welt schnell in einen fatalen Raumkrieg stürzen." Sechs Zuhörer lauschten für acht Mark Eintritt den Ausführungen. Die angekündigten Filme mit "Originalaufnahmen" konnten nicht gezeigt werden, weil der Projektor einen Blackout hatte. "Wir sind dem größten Geheimnis auf der Spur", konstatierte der tapfere Streiter. Die Fantasie setzt hier zum Höhenflug an. Man gesteht zwar ein, dass rätselhafte Himmelskörper nichts anderes als atmosphärische Leuchterscheinungen oder Stratosphärenballons sein können. Können, aber nicht müssen. Kurz vor 22 h fiel der Vorhang. Bereits am Abend zuvor hatte der wohl nicht gerade futurologisch angehauchte Hausmeister der Düsseldorfer Volkshochschule mitten im Vortrag den Strom abgedreht; der Saal war nur für zwei Stunden gemietet. Den Zuhörern wurde per Notlicht heimgeleuchtet.

 

Am Montag, den 3.Oktober 1983, hieß es in der BILD: Soldaten sahen UFO: "Glühendes Dreieck" - "UFO landete in Suffolk", meldete die britische Zeitung News of the World. Das Verteidigungsministerium bestätigte: Soldaten hätten am 27.Dezember 1982 ein merkwürdig glühendes, metallisch aussehendes Dreieck gesichtet, darüber einen Bericht geschrieben.

 

"UFO-Wesen kauften mir mein Baby ab" - Sie zahlten 3000 Mark hieß es am 4.Oktober 1983 in der BILD: "Ein außerirdisches Pärchen hat mir mein Baby abgekauft", stammelte die 18jährige Suzie, als der amerikanische Parapsychologe Dr.Antoine Cohen sie hypnotisierte. Die hübsche Farmerstochter war von ihren Eltern verjagt worden, als sie schwanger wurde. In einem Heim für alleinstehende Mütter in Illinois brachte sie einen siebeneinhalb Pfund schweren Jungen zur Welt, Matthew. Mit dem Baby im Arm stand sie als Anhalterin am Strassenrand, wollte zurück zu ihren Eltern. "Plötzlich sah ich strahlende Lichter. Ein zigarrenförmiges UFO schwebte 30 Zentimeter über der Erde. Ein Pärchen in silbernen Raumanzügen stieg aus. Die UFO-Wesen, deren metallische Stimmen mich betäubten, beugten sich über Matthew. Dann nahm die Frau mir mein Baby aus dem Arm..." Diese Hypnose-Aussage veröffentlichte das US-Blatt Examiner. Suzie sei in einem Motel bei Chikago aufgewacht - ihr Baby ist weg. In ihrer Manteltasche steckten angeblich 3000 Mark. Auch die US-Zeitschrift Globe berichtete von einem unglaublichen UFO-Zwischenfall: Die Sowjets haben angeblich eine Fliegende Untertasse abgeschossen und die Besatzung gefangen genommen. Das UFO soll im Spätsommer auf der Insel Schantar im Ochotskischen Meer gelandet sein. Barry Meeks von der UFO-beobachtungsgruppe in San Franzisco: "Russische Düsenjäger verhinderten im Tiefflug, dass das UFO abheben konnte. Bei einem zweiten Anflug feuerten sie einen Raketenhagel ab. Die Außerirdischen wehrten sich - plötzlich brachen zwei Düsenjäger und vier Hubschrauber buchstäblich auseinander." Laut Globe haben die Russen die Außerirdischen in Käfigen abtransportiert. Sie werden angeblich in einem geheimen Forschungszentrum in Jakutsk gefangen gehalten.

 

´UFO-Schau in Sydney´ meldete am 4.Oktober 1983 die ´Rhein-Neckar-Zeitung´: Der Welt größte UFO-Ausstellung findet bis Februar 1983 in der Dreieinhalbmillionenstadt Sydney statt. Auf dem Sydney Tower sind Fotografien, Videoaufnahmen und Augenzeugenberichte von UFO-Sehern aus Australien, Amerika und anderen Ländern zu bestaunen. U.a. sind so prominente Zeugen in Bild und Ton vertreten wie der ehemalige US-Präsident Jimmy Carter, Astronaut Gordon Cooper (NASA) sowie Air Force-Berichte.

 

Die ´Praline´ Nr.42/1983 machte daraus dann UFO-Alarm! Londoner Ministerium bestätigte Geheimbericht: UFO gelandet! Schossen die Russen ein UFO ab und nahmen die Besatzung gefangen? Die Frage, ob es tatsächlich außerirdische "Unbekannte Flugobjekte" (UFOs) gibt, muß jetzt wohl eindeutig mit ja beantwortet werden! Nach einem bericht der britischen Sonntagszeitung News of the World ist nämlich am 27.Dezember 1980 eindeutig ein solches UFO in der ostenglischen Grafschaft Suffolk niedergegangen und gesehen worden" Kronzeuge dieses ungewöhnlichen Ereignisses war US-Oberstleutnant Charles I.Halt. Der Offizier, mit seiner Einheit auf dem britischen Luftwaffenstützpunkt Woodbridge stationiert, hatte die UFO-Landung in allen Einzelheiten festgehalten. Dieser Geheim-Report wurde inzwischen auch vom Londoner Verteidigungsministerium offiziell bestätigt. Zwei US-Wachsoldaten waren nach diesem Report die ersten, die das UFO sahen. Als sie näher herankamen, entdeckten sie ein metallisches und in der Form dreieckiges Objekt, etwa zwei bis drei Meter breit und zwei Meter hoch. Plötzlich manövrierte sich das UFO zwischen den Bäumen hindurch und verschwand. Am nächsten Tag untersuchten 200 Soldaten die gegend. Dabei stießen sie auf einer Lichtung auf ein Objekt, das wie eine riesige Aspirintablette aussah und durchsichtig war. Drei Wesen bewegten sich im Innern. Bevor die Soldaten das Objekt untersuchen konnten, war es verschwunden.

 

Über einen weiteren UFO-Zwischenfall berichtete die US-Zeitschrift Globe. Danach sollen die Russen im Spätsommer auf der Insel Schantar ein UFO abgeschossen haben. Die Außerirdischen hätten sich zwar gewehrt - dabei zwei Düsenjäger und vier Hubschrauber zerstört - seien dann aber gefangengenommen worden. Jetzt halte Moskau die Wesen in einem Forschungszentrum gefangen.

+ Begleitet wurde der Beitrag von einer Szene aus dem sogenannten Rodeffer-Adamski-Scoutship-Film und dem aufgedruckten

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