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Mittwoch, 4. Mai 2016 - 22:45 Uhr

Astronomie - Meteor-Schauer vom Halleyschen Kometen im Mai

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Im Mai gibt es Sternschnuppen zu zählen! Die Mai- oder Eta-Aquariden flitzen nächtelang über den Himmel. Dazu könnte es in diesem Jahr eine funkelnde Überraschung geben. Wir verraten, wann und wo Sie die meisten Sternschnuppen finden.

Meteorschauer entstammen meist einer Spur aus Staub und Gestein, die Jahre zuvor ein Komet auf seiner Reise um die Sonne hinterlassen hat. Wenn die Erde diese Schweifspur kreuzt, bringen deren Staubteilchen beim Eintritt die Erdatmosphäre zum Glühen: eine Sternschnuppe. Auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne begegnet die Erde immer wieder den gleichen Kometenspuren, daher treten viele Meteore periodisch zum gleichen Datum auf.
Mai-Aquariden - ein Gruß vom Halleyschen Kometen
Der Halleysche Komet, der zuletzt 1986 an der Erde vorbeizog, hat gleich mehrere Staubspuren hinterlassen - und eine davon kreuzen wir immer Anfang Mai. Die daraus entstehenden Sternschnuppen sorgen fast den ganzen Monat lang für ein schönes Funkeln: die Mai- oder Eta-Aquariden. Von Ende April bis zum 28. Mai flitzen sie über den Himmel, aber immer erst in den Morgenstunden.
Wann & wo Sie die meisten Schnuppen sehen
Vom 3. bis zum 10. Mai sinkt die Zahl der Sternschnuppen kaum einmal unter dreißig Schnuppen pro Stunde. Zum Höhepunkt in der Nacht auf den 6. Mai erreicht der Meteorstrom sogar Fallraten von sechzig, in manchen Jahren auch achtzig Sternschnuppen pro Stunde.
Diese Mengen könnten Sie allerdings nur dann wirklich entdecken, wenn sich der scheinbare Ausstrahlungspunkt der Sternschnuppen, ihr Radiant, genau senkrecht über Ihnen befände. Das ist bei den Mai-Aquariden in Bayern leider nicht der Fall. Über dem Äquator und auf der Südhalbkugel der Erde ist dieser Sternschnuppen-Regen einer der schönsten des Jahres. Bei uns ist er eher eine Belohnung für fleißige Frühaufsteher:
Der Radiant der Mai-Aquariden liegt im tiefliegenden Sternbild Wassermann (Aquarius), nahe dessen Stern Eta (η Aqr). Das gab den Sternschnuppen ihren Zweitnamen: Eta-Aquariden. Bei uns steigt der Wassermann erst nach zwei Uhr im Osten über den Horizont. Die beste Zeit zur Schnuppensuche sind daher die späten Morgenstunden gegen vier Uhr, bei Beginn der frühen Morgendämmerung.
Dann ist der Ausstrahlungspunkt im Wassermann gerade mal eine Handbreit über den Horizont geklettert. Auf der Höhe werden Sie nur etwa ein Fünftel der Sternschnuppen sehen, die tatsächlich unterwegs sind. Das sind aber immerhin trotzdem noch zehn bis fünfzehn Schnuppen in der Stunde. In diesem Jahr lohnt es sich besonders: In den ersten Mainächten stört die abnehmende Mondsichel noch etwas, die morgens vor dem Wassermann im Osten erscheint. Doch am 6. Mai ist Neumond - ungetrübtes Sternschnuppen-Vergnügen.
Mit leuchtendem Schweif
Es lohnt sich, auf die hellen Sternschnuppen zu warten, von denen manche sogar eine lange, leuchtende Spur am Himmel hinterlassen. Es sind sehr schnelle Schnuppen, die mit etwa 65 Kilometern pro Sekunde über den Himmel flitzen.
Auch an den folgenden Morgen können Sie noch etliche Eta-Aquariden flitzen sehen. Mit weiterer Unterstützung um den 8. Mai: Dann steuern die sogenannten Eta-Lyriden aus der Leier noch rund drei Schnuppen pro Stunde bei.
Wenn Sie bei der Suche nach Sternschnuppen eine sternklare Nacht erwischt haben, dann bleiben Sie noch ein bisschen: Denn die Sternbilder des Frühlings erstrahlen am Nachthimmel. Und wenn Sie beim Schnuppenzählen von Wolken gestört werden, dann schauen Sie mal genauer hin: Im Mai können Sie manchmal leuchtende Nachtwolken entdecken.
Meteor, Meteoroid oder Meteorit?
Ein Meteor ist der Lichtstrahl, der entsteht, wenn ein Himmelskörper in die Erdatmosphäre eintritt und mit seiner kinetischen Energie deren Atome zum Leuchten anregt. Das Wort stammt vom griechischen metéōron ab, der "Himmelserscheinung". Den eintretenden Körper, der diese Leuchterscheinung verursacht, nennt man Meteoroid (gelegentlich auch Meteorid). Als Meteoriten werden die Bruchstücke bezeichnet, die tatsächlich am Erdboden anlangen.
Sternschnuppen werden von Körpern verursacht, die so klein sind (zwischen einem Millimeter und einem Zentimeter), dass sie vollständig in der Erdatmosphäre verglühen. Wir nehmen nur deren Lichtstrahl wahr: Meteore.
Quelle: BR

Tags: Astronomie 

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