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Astronomie - MUSE am VLT wird bald in der Lage sein, noch schärfere Aufnahmen zu machen

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Das Adaptive-Optik-System GALACSI steht zur Montage am VLT bereit

Das Adaptive-Optik-Modul GALACSI, das von Ingenieuren der ESO am Hauptsitz in Garching gebaut wurde, wurde sorgfältig geprüft und hat alle Tests mit Bravour bestanden. Im weiteren Verlauf dieses Jahres wird es nach Chile verschickt und in das Very Large Telescope (VLT) der ESO auf dem Cerro Paranal eingepasst.
GALACSI ist ein Teil des Systems der Adaptiven Optik, das die Leistungsfähigkeit von MUSE erhöht, einem Weitfeld-Integralfeldspektrografen im Bereich sichtbarer Wellenlängen. Durch die Ergänzung mit GALACSI wird bei MUSE die Energiemenge jedes Pixels effektiv verdoppelt - Astronomen steht dadurch ein sehr viel leistungsfähigeres Instrument zur Verfügung. Auch die Leistungsfähigkeit des VLT insgesamt wird so enorm verbessert. Zusätzlich handelt es sich bei GALACSI und den anderen Elementen des Adaptive-Optik-Systems um eine technische Weiterentwicklung, die auch im zukünftigen European Extremely Large Telescope genutzt werden wird.
Systeme Adaptiver Optik  kompensieren Effekte von Turbulenzen in der Atmosphäre, die die Bildqualität von bodengebundenen Teleskopen beeinträchtigen. Beim Durchgang des Lichts von einem Himmelsobjekt durch die Atmosphäre werden die Strahlen verwischt, wodurch das Teleskop nur verschwommene Bilder aufnehmen kann. GALACSI wird auf 4 Natriumlaser zurückgreifen, die von der Mitte eines Einzelteleskops vom VLT ausgehen. Die so erzeugten "künstlichen Sterne" werden auch Leitsterne genannt. Sensoren verfolgen die Bewegung dieser Leitsterne, wenn diese durch die atmosphärischen Turbulenzen zu flimmern scheinen. Ein Computer kann dann eine Korrektur berechnen, die auf den deformierbaren Sekundärspiegel (auch eine neue Ergänzung des VLT) des Teleskops angewendet werden muss. Durch diese Kompensation der Störungen durch die Atmosphäre können besonders scharfe Bilder der realen Himmelsobjekte erhalten werden.
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GALACSI wurde im Labor am ESO-Hauptsitz sorgfältig geprüft und wird jetzt nach Chile versandt und wird zu den anderen Instrumenten des Very Large Telescope hinzugefügt.
Quelle: ESO
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