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Raumfahrt - VON SPACEX UND ONEWEB: Internetsatelliten im Orbit beinahe kollidiert

13.04.2021

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Es wird eng im Orbit: Mehrere Unternehmen bauen in der Erdumlaufbahn weltumspannende Netzwerke von Internetsatelliten auf. Ganz vorn dabei sind Elon Musks Firma SpaceX mit Starlink und die Firma Oneweb des

britischen Milliardärs Richard Branson. Beide Anbieter haben Hunderte Satelliten im Orbit - von denen nun zwei beinahe kollidierten.

Das berichtet das US-Technologieportal „The Verge“ unter Berufung auf Quellen in der US Space Force. Oneweb hatte demnach Ende März von Russland aus 36 neue Oneweb-Satelliten ins All geschossen, die in einer

höheren Umlaufbahn kreisen als die Starlink-Satelliten von SpaceX. Beim Aufstieg in die Umlaufbahn kam ein Oneweb-Satellit einem von SpaceX allerdings bedenklich nahe.

Die Satelliten hätten sich einander auf rund 58 Meter angenähert, wodurch Kollisionsgefahr bestand, warnte die US Space Force Oneweb. Die Chance einer Kollision wurde zwar nur mit 1,3 Prozent beziffert, trotzdem ging man

auf Nummer sicher. Der Satellitenbetreiber leitete ein Ausweichmanöver ein.

Starlink-Satelliten haben Ausweichautomatik

Automatische Ausweichmanöver hätten auch die Satelliten von SpaceX im Repertoire, diese wurden aber abgeschaltet, um zu verhindern, dass ein falsches Ausweichmanöver eines der beiden Satelliten erst recht zur Kollision führt. Die Ausweichautomatik ist anderen Betreibern ein Dorn im Auge, weil nicht transparent sei, wie genau die Satelliten ausweichen.

SpaceX hat bereits 1300 Starlink-Satelliten in der Umlaufbahn, im Endausbau sollen es rund 12.000 sein. Oneweb hat bislang 150 Satelliten im Orbit, auch hier könnten es im Endausbau Tausende sein. Neben SpaceX und Oneweb

drängt auch die von Amazon-Gründer Jeff Bezos unterstützte Firma Kuiper mit Internetsatelliten in die Umlaufbahn.

Internetsatelliten sind nicht unumstritten

Bei Raumfahrtexperten und Astronomen werden die Netzwerke von Internetsatelliten mit Skepsis betrachtet. Sie befürchten, dass sie das Problem des Weltraumschrotts verschärfen könnten. Stoßen zwei Internetsatelliten zusammen, entstünden Trümmer, die wiederum andere Satelliten gefährden. Astronomen befürchten zudem, dass die zahlreichen das Sonnenlicht rehektierenden Satelliten am Nachthimmel die Sensoren ihrer Teleskope stören könnten.

Quelle: Kronen Zeitung

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