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UFO-Forschung - Aus dem CENAP-Archiv: UFO-History Teil-92

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10.09.2006

UFOs und die Grenzen der Wissenschaft

Ich würde hier Eulen nach Athen tragen wollen, wenn ich Ihnen sage, dass die Wissenschaft eigentlich nichts mit den UFOs zu tun haben will. Dies ist selbst für den jüngsten UFO-Freund keine Neuigkeit. Weder die Natur- noch die Human-Wissenschaften nehmen sich als Gruppe dem Thema an, viel lieber verweist man auf die "bisher einzige UFO-Studie durch Wissenschaftler unter Dr.E.Condon an der Universität von Colorado" (bekannt als Condon-Report von 1969) oder nennt UFOs pauschal Quatsch, weil außerirdische Raumschiffe gar nicht zu uns kommen können oder alle UFOs nur "Eiskristallwolken und Fata Morgana-Erscheinungen" sind. Gelegentlich kommen auch abenteuerliche Behauptungen von einzelnen Wissenschaftlern auf, wonach UFOs auf Glühwürmchenschwärme oder Staubwolken zurückgehen, was mir immer wieder ein amüsiertes Lächeln abringt. Diese "Spezial-Lösungen" sind nämlich mindestens genauso "ernsthaft" gemeint wie Hobby-UFOlogen die Darstellungen über "UFOs aus der 7.Dimension" als Erklärung des UFO-Phänomens in Umlauf bringen und was als besonders "wissenschaftlich" betrachtet wird, weil die jeweilige Person z.B. Diplom-Physiker ist und/oder einen Dr.-Titel auf der Visitenkarte trägt. 

 

Unidentifizierte Flugobjekte sind leider nur als nicht-erkannte IFO (identifizierbare Flugobjekte) ´reproduzierbar´. Und die Reproduzierbarkeit ist nun einmal ein wissenschaftlicher Grundsatz für die Anerkennung eines Phänomens. Im weiteren Sinne wird jedoch von der UFO-Forschung versucht über das Sammeln und Studieren von UFO-Meldungsberichten z.B. in systematisierten, kategorisierten Fall-Katalogen diesen Negativpunkt wieder wettzumachen. Das Grundproblem dabei ist aber ungeheuer: Wer will schon sagen können, dass die eingebrachten "Fälle" auch echte UFOs beinhalten? Weltweit überprüfen nämlich viel zu wenige erfahrene und sachkundige, in der Praxis erprobte UFO-Phänomen-Untersucher die jeweiligen Individualfälle - und immer wieder kommt es dabei vor, dass dennoch IFOs sich in die Gesamtgruppe vorgeblich "echter UFOs" einschleichen. Auch mir ist es passiert, Miniatur-Heißluftballone vom Typ Party-Gag als "wahre UFOs" zu nehmen und deswegen die Theorie vom "unidentifizierten sich in unserer Atmosphäre bewegenden Phänomen (UAP) zu formulieren, um die UFOs dann im Feld des "freien Plasmas" (Kugelblitz) anzusiedeln - deswegen ist mir heute klar wie brandgefährlich die Ausformung exotischer UFO-Theorien ist, nur weil man keine vollständige und umfassende Ahnung vom IFO-Spektrum hat. Man läuft dann schnell Gefahr sich hoffnungslos zu vertun - und dazu noch (ungewollt, aber trotzdem vom Inhalt überzeugt) falsche Fährten bei seinen Anhängern zu legen, weswegen schlußendlich das UFO-Phänomen überhaupt so ´elusive´ (ausweichend, nicht fassbar) wird. Von der manchmal bedenklichen Naivität der "UFO-Spezialisten" mit oder ohne akdemischen Grad sei hier mal gar nicht gesprochen. Damit wird der ganze Datensatz dann kontaminiert und es entstehen falsche Eindrücke und es bilden sich ebenso verkehrte Konzepte aus, die schlußendlich nur einem Ziel ´dienen´ - nämlich den Mythos um die UFOs weiter zu stricken. Von diesem gefährlichen Punkt wissen meistens noch nicht einmal die lautstärksten Verneiner von UFOs in der akademischen Welt, obwohl sie damit theoretisch Sprengstoff in der Hand hielten, der wirksamer durchschlägt als jede physikalische Wegerklärung von UFOs wegen den Naturgesetzen und dem unendlichen Universum. 

 

Am 25.Juni 2000 strahlte das amerikanische Fernsehen die NBC-Dokumentation ?The Search for UFOs - The state of science? in der Reihe "NBC Investigates" aus. Es war der Versuch einer "ausgewogenen" Aufarbeitung des UFO-Themas und es kam als prominenter UFO-Kritiker Robert Sheaffer mehrfach zu Worte - und mal wieder der (hilflose) Versuch nach der Suche auf eine "einheitliche UFO-Erklärung mit der man alle Wie´s und Warum`s erklären kann". Doch das kann nicht klappen, weil das UFO-Phänomen eben durch unterschiedliche und verschiedene Auslöser und der menschlichen Komponente mit dem Hang zur Mystifizierung, der Irreführung und Selbsttäuschung zustandekommt. Während verschiedene Pro-UFOlogen versuchten ihren ET-Punkt zu machen und Sheaffer darauf einging um die Fälle zu entkräften, war die redaktionelle Sicht stark hervorgehoben worden und man förderte die "wissenschaftliche alles erklärende UFO-Lösung" wonach die ungelösten UFO-Fälle auf Erdbebenlichter (Earthlights) zurückgehen, also Erscheinungen aufgrund geo-physikalischer Prozesse in so genannten Verwerfungszonen, und das die irgendwie etwas mit den himmlischen Kugelblitzen gemein hätten (oder auch umgekehrt - auf jeden Fall ein absonderliches Naturphänomen den UFO-Spuk hervorruft). Insbesondere Dr.Michael Persinger wurde hier als Advokat der Earthlights hervorgehoben und unterstützt. Und das die von jenen Phänomenen ausgehenden elektromagnetischen Wellen gar auf den menschliche Gehirn Auswirkungen haben um der menschlichen Psyche UFO-Entführungen vorzugaukeln geht auch auf Persinger zurück. Für viele mag sich soetwas was man the "Earthlight and Tectonic Strain Theory" nennen mag gut anhören, so richtig "wissenschaftlich" eben und als "Einheitserklärung" sich abieten um das ganze Spektrum auf einem Wisch zu entmystifizieren. Damit ist aber niemand wirklich geholfen und es ist zutiefst unwissenschaftlich ein Geheimnis mit einem weiteren fragwürdigen Gegenstand aufklären zu wollen. 

 

Schon mit Beginn der Untertassen-Hysterie war man auf diese Konzeption gekommen, hier ein paar Beispiele: 

 

?Auf der Spur der "Fliegenden Untertassen"?? fragte dpa aus Rio de Janeiro und die Rhein-Neckar-Zeitung schrieb am 6.Juni 1952: Die häufigen Erscheinungen von "Fliegenden Untertassen" bringt der Dozent für Elektrotechnik in Belo Horizonte, Professor Durval de Andrade, mit den Versuchsexplosionen von Atombomben in Zusammenhang. Ähnlich wie sich bei großen Unwettern bei Energieentladungen das Phänomen des Kugelblitzes bilde, so erklärt Professor Durval de Andrade in einem Zeitungsinterview, könne man sich bei der hunderttausendfach größeren Energieentladung durch eine Atomexplosion die Entstehung der mit Riesengeschwindigkeit rotierenden "Fliegenden Untertassen" vorstellen. 

?Fliegende Untertassen im Laboratorium? meldete UP aus Washington und die Frankfurter Rundschau vom 8.August 1952 druckte: Während am Mittwoch in der amerikanischen Hauptstadt erneut von Radargeräten fünf "seltsame, sich langsam bewegende Gegenstände" verzeichnet wurden, die sofort "verschwanden", als zwei Düsenjäger aufstiegen, berichtete am Mittwochabend der amerikanische Physiker Noel Scott über "Fliegende Untertassen", die er in seinem Laboratorium im Staate Virginia hergestellt haben will. Scott bezeichnete die sogenannten "Fliegenden Untertassen" als "Lichtblasen", die als elektrisch-optische Phänomene in der ionisierten, verdünnten Luft in den oberen Schichten der Atmosphäre aufträten. Der amerikanische Physiker hat für seine Experimente eine große Röhre mit verdünnter atmosphärischer Luft verwendet. Dabei sollen sich, je nach der Art des verwendeten Luftgemisches, in verschiedenen Farben schillernde, ballartige Lichtformen gebildet haben, die, sobald ein Magnet oder nur eine menschliche Hand in die Nähe gebracht wurde, zu rotieren und sich mit großer Geschwindigkeit zu bewegen begannen. Die im Laboratoriumsversuch hervorgerufenen Erscheinungen sprächen auch Radargeräte an. Unter normalen Bedingungen, so fuhr Scott in seinen Erklärungen fort, könnten diese Erscheinungen in Höhen von 100 bis 300 Kilometer auftreten. Der physikalische Vorgang sei ähnlich wie beim Nordlicht und beim Elmsfeuer. Diese Erscheinungen seien schon seit Menschengedenken bekannt. Ein Sprecher des amerikanischen Ingenieurs-Korps teilte am Mittwoch mit, durch die Versuche Scotts könnten viele Berichte über "Fliegende Untertassen" geklärt werden, deren Auftreten gegenwärtig von den amerikanischen Luftstreitkräften nachgeprüft werde. [Tatsächlich scheint auf die Scott´sche Theorie die Erklärung "Kugelblitz" in manchen USAF-Verlautbarungen zu einigen Fällen zurückzugehen. Wir besitzen übrigens in unserem UFO-Video-Clearinghouse-Archiv einen alten US-Wochenschaubericht in dem Scott eindrucksvoll seine hausgemachten "Lichtblasen" produziert.] 

 

?Das interessiert Sie... Die Fliegenden Untertassen? geistern schon seit Jahren durch die kapitalistische Sensationspresse. Interessant ist, was die Münchener Sternwarte zu diesem Thema sagt. Sie nimmt den Sensationslüsternen das Pulver von der Pfanne, indem sie erklärt, dass es sich bei vielen beobachteten Erscheinungen wahrscheinlich um Kugelblitze handelt. Diese Behauptung wurde durch Fotos und anderes Beweismaterial erhärtet. So schrieb es die DDR-Wochenpost Nr.34/35 von 1954 nieder. 

 

Die Süddeutsche Zeitung vom 10.Juli 1954 griff unter Jörg-Andreas Elten ganzseitig eine bis Dato verblüffende These auf, die in späteren Jahren noch mehrfach ans Tageslicht gespült werden sollte: ?Sind Fliegende Untertassen Kugelblitze?? Hier bezieht man sich auf eine aufsehenerregende wissenschaftliche Untersuchung des schwedischen Forschers Carl Benedicks, der eine "sehr exakt durchgeführte Untersuchung" in einer Zeitschrift namens "Archiv für Geophysik" von der Schwedischen Akademie der Wissenschaften vorgestellt hatte. Diese Arbeit hatte den Titel "Die Theorie der Kugelblitze und ihre Anwendung auf das atmosphärische Phänomen der Fliegenden Untertassen". Ja, für ihn ware die Untertassen nichts weiter als Kugelblitze gewesen. Hierzu führte er den Fall von der Nacht des 1. auf den 2.Juli 1951 aus St.Petersburg, Florida/USA, an, als Mrs.Mary Reeser in ihrem Wohnzimmer saß und dann scheinbar irgendwie bis auf einen Fuß verglühte. Damals wurden Blitze über St.petersburg beobachtet und dabei muß ein Kugelblitz durch das Fenster der Frau Reesers Zimmer eingedrungen sein, der sie erfaßte und sie bei seiner Explosion fast vollständig und schlagartig verbrannte. Benedicks Theorie: Der Kugelblitz entsteht bei einem Gewitter; die Luft muß stark mit Wasserdampf angereichert sei. Geht nun ein normaler, linearrer Blitz nieder, so erhitzt er auf seiner Spur die Luft auf Temperaturen über 3.500 Grad Celsius. Diese Temperatur nennt man in der Physik die "kritische Temperatur", bei der sich das Wasser in seine chemische Bestandteile auflöst: in die beiden Gase Wasserstoff und Sauerstoff. Das Wasserstoff-Sauerstoff-Gemisch ist unter dem Namen "Knallgas" bekannt. Es ist hochexplosiv. In der Blitzspur des linearen Blitzes bilden sich kleine Knallgaskugeln, die Wissenschaft nennt dies einen "Perlenschnur-Blitz". Die kleinen Kugeln fließen schnell zusammen und bilden den sogenannten Kugelblitz. Was aber hat der Kugelblitz mit den Fliegenden Untertassen zu tun, war die Fragestellung. 

 

Die Eigenschaften des Kugelblitzes und sein Aussehen sind es gemäß Benedicks: "Der Kugelblitz ist ein rotgelb oder purpur leuchtender Körper, seine Größe ist unterschiedlich. Der Physiker Haidinger hat einen Kugelblitz bildlich dargestellt, der einen Durchmesser von etwa 260 Metern hatte. Die Oberfläche des Kugelblitzes hat einen stark reflektierenden, metallischen Glanz. In ruhiger Luft hat der Kugelblitz Kugelform. In bewegter Luft ist er eiförmig. Wenn der Kugelblitz aber rotiert, wenn er sich dreht, nimmt er die Form eines Tellers an - eines metallisch glänzenden Tellers". Diese Beschreibung von Aussehen und Eigenschaften des Kugelblitzes, die sich auf Beobachtungen des berühmten Physikchemikers und Nobelpreisträgers Svante Arrhenius und des Physikers Haidinger stützt, "stimmt nun in verblüffender Weise mit den Aussagen jener Leute überein, die in Europa und Amerika Fliegende Untertassen beobachtet haben." Er bezieht sich dabei auf das Ereignis rund um den dramatischen Absturz von Thomas Mantell vom 7.Januar 1948 über dem US-Bundesstaat Kentucky. Der Fall Mantell sei ja ein "untrügerischer Beweis für die Existenz von Fliegenden Untertassen" und somit auch seine Theorie bestätigt, dachte sich nun Benedicks fälschlich in beiden Punkten. Er bog sich seine Theorie vom typischen Kugelblitz im Fall Mantell damit zurecht, dass es wohl in der Gegend ein sehr hohes Gewitter gegeben habe, von dem man unten am Boden nichts merkte. Aus diesem unbemerkten Gewitter habe sich dann ein Kugelblitz abgelöst und hielt sich dann in der Luft über den Wolken, als Mantell nun mit seiner Maschine herbeikam, entstand eine Sogwirkung, wodurch der metallisch-glänzende Gasball des Kugelblitzes eine Abkühlung erfuhr und explodierte, was Mantell in den Tod riß. Aus diesem Grunde rief Carl Benedicks allen Piloten zu: "Kommt bei der Verfolgung den Fliegenden Untertassen nicht zu nahe." 

Diese Muster sollen reichen - und sie waren alle nachweislich falsch, weil die Erscheinung des UFOs im Fall Mantell z.B. auf einen Skyhook-Stratosphärenballon zurückging und weit und breit nichts mit einem atmosphärischen oder geo-atmosphärischen Sondergebilde zu tun hatte. Und Professor Durval de Andrade`s "Erklärung" war überhaupt nur eine "wissenschaftliche Spinnerei". Bis heute gibt es, kurz gesagt, für derartige Naturphänomene keine wirklichen Beweise und nur manche wissenschaftlich Theorie - genauso wie beim "eigentlichen" UFO-Phänomen als ET-Besucher, Zeitreisende oder "Geheimwaffen". Die von Scott elektrisch gezeugten Plasma-Erscheinungen sind nach wie vor nur kleine Phänomene, die man im Labor produziert - wie genau das selbe Phantom in der freien Natur entstehen kann ist nach wie vor die Frage, auch wenn Phil Klass Ende der 60er Jahre glaubte das Ei des Kolumbus mit dieser These gefunden zu haben - doch davon war er bald durch praktische UFO-Fall-Nachforschungsarbeit wieder weg. Im übrigen gilt dies allgemein: egal ob Vertreter der ET- oder Naturphänomen-UFO-Erklärung, sobald man sich einige Zeit draußen im feld bewegt und einzelene Fälle recherchiert, erledigen sich die hochfliegenden Theorien bald von selbst. 

 

Kugelblitze sind genauso wie ordinäre Blitze aber von Gewitter-Fronten und damit schlechtem Wetter abhängig - die UFOs dagegen sind Phänomene des "schönen Wetters" und idealen Sichtbedingungen bei klarem Luft. Mir ist kaum ein UFO-Report bekannt, der bei Sauwetter gemeldet wurde - geschweige bei Gewitter! Dies scheinen die Vertreter der Kugelblitz-Theorie genauso wenig zu realisieren wie die um Donald Menzel, dem berühmten Harvard-Astrophysiker, der sich in den 50er Jahren UFOs als "Fata Morgana"-Erscheinungen und Nebensonnen-Effekte pauschal erklärte. Und weil diese "Lösung" von einem renomierten Wissenschaftler stammte, wird sie gerne noch im "Untergrund" der journalistischen Denke verzeichnet. Als mich vor einigen Jahren eine GEO-Redakteurin zwecks eines GEO-Fetaure-Artikels rund um UFOs ansprach um dort mitzuwirken, war ihr erster und von Begeisterung getragener Ansatz der von Menzel, doch in langen persönlichen Gesprächen erledigte sich dies alsbald als nicht plausibel und gar falsch. 

 

Das Earthlights eine nette "wissenschaftliche Alles-Erklärung" sein mögen, wurde bereits 1982 in der BBC-TV-Dokumentation "Horizon: The case of UFOs" deutlich hervorgehoben, wobei man sich hier auf die Arbeit von Paul Devereux bezog, der geraume Zeit soetwas wie ein "Guru" der wissenschaftlichen UFO-Forschung war und der Neo-UFOlogie in Europa auf die Sprünge half. Doch schließlich hörte man von ihm immer weniger und wer seine Fallbeispiele studierte kam alsbald zu dem Schluss, dass da eine Menge nicht-erkannter Miniatur-Heißluftballone nicht nur als UFO, sondern auch als Earthlight fehlgedeutet wurden. Damit sind wir wieder beim Fall Mantell und seiner "wissenschaftlichen [Pseudo-]Erklärung" als Kugelblitz. Das Nicht-Wissen um die banalen Hintergründe und Stimulis führt dann nicht nur bei UFOlogen zu drastischen Fehleinschätzungen, sondern eben auch bei denen "die es eigentlich wissen müßten", den Wissenschaftlern. Wer analoge Verbindungen hin zu den mannigfachen Flops der MUFON-CES ziehen kann, dem kann ich dies nicht nehmen. Auch hier wurden viele IFOs nicht als IFOs erkannt, sondern als UFOs denen man mysteriöse und an Magie grenzende Eigenschaften zusprach - obwohl es dazu bei Kenntnis der realen Hintergründe keinerlei Anlass gibt. 

 

Die Earthlight-Hypothese hat das selbe Problem wie die Kugelblitz-These. Sie passt nicht auf die Phänomene und ihrem umfeldlichen Erscheinungsparameter die zu erwarten sind, wenn die These stimmt. Um Erdbebenlichter (theoretisch) entstehen zu lassen, muß es erdbebenartige Verschiebungen und Reibungen in der Erdkruste geben - geografisch sind diese Zonen von der Erdbebenforschung und Geologie bestens kartografiert und genau umrißen definiert. Natürlich den so genannten "piezoelktrische Effekt" (angewendet in manchen Feuerzeugen) kann man im Labor und im kleinen Rahmen genauso wie Plasma-Erscheinungen (ähnlich dem sagenhaften Kugelblitz, theoretisch zumindest) vorführen, aber in der Realität versagt auch diese Hypothese. UFO-Erscheinungen sind eben in den "Spannungszonen" eher selten und bei auftretenden Erdbewegungen noch seltener, auch wenn hier und da breite "Luminiszenz"-Erscheinungen am Himmel berichtet worden sind - die eher Ähnlichkeit mit einem minderen Polarlicht als mit einem typischen UFO-Leuchtgebilde von abgegrenzter Dimension und geringer Größe haben! Zudem geschehen typische UFO-Flaps in "Fensterzonen" eben auch nicht in den geografisch anfälligen Gebieten und dann sowieso wenn in solchen eh Ruhe ist - sodass noch nicht einem "Fernauswirkungen" begründbar sind. 

 

Nun zu den "Geheimwaffen", die auch so gerne herbeizitiert werden. So war es auch am 24.Oktober 1994 in der ARD-UFO-Reportage gewesen, wo man "manche UFO-Sichtung im süddeutschen Raum" auf Drohnen der dortigen Rüstungsindustrie wegerklären wollte - in diesem Fall verwendete ich bewußt "wegerklären", weil auch diese wissenschaftlich-klingende Lösung des UFO-Phänomens Unfug ist. Auch wenn Arnold u.U. F-84er sah und der Roswell-Incident auf die "Geheimwaffe" des Spionage-Strato-Ballons der Mogulreihe zurückging (sowie mancher UFO-Fall auf U-2-Maschinen im Dienst der CIA und manches "Quallen-UFO" in der alten Sowjetunion auf Raketenstarts im Cosmodrome Plesetsk), so ist die Geheimwaffen-Lösung nur ein Minoritätsproblem im Gesamtfeld und einfach nicht DIE Gesamtlösung. 

 

Es gibt offensichtlich die Neigung an allen Fronten das Thema komplizierter und geheimnisvoller zu machen als es tatsächlich ist. Unbewußt schürt sogar manchmal die ernst-meinende Medienwelt und Wissenschaft (besser einzelne Vertreter davon) genau diesen "erklärenden UFO-Wahn", wie ich es jetzt einmal nennen mag, und sie verhalten sich dabei kaum anders als die Promoter der UFOlogie selbst - sie machen sich nur oberflächlich mit dem Thema vertraut und fassen dann eine bestimmte Erklärung ins Auge, die den jeweiligen Teilnehmern passend und genehm erscheint. Jeder muß sich an dieser Stelle die Frage selbst beantworten, ob UFOs wirklich das größte wissenschaftliche Problem unserer Zeit sind, wie es von manchen Protagonisten der UFOlogie gerne auf die Fahne geschrieben wird, und ob aufgrund der Indizien der "Fall UFO" als ein untypisches physikalisches Phänomen, welches der Wissenschaft unbekannt ist, z.B. vor einem Gericht Bestand haben würde... Wenn ja, könnte daraus ein tragisches Fehlurteil des Richters erwachsen. 

 

Wollen Para-Wissenschaftler (der Begriff enthält im Gegensatz zur Pseudowissenschaft keine Wertung, sondern beschreibt nur eben diese Randexistenz; das griechische "para" bedeutet ´bei´, ´neben´) und die Vertreter der Grenzwissenschaft wirklich ernst genommen werden, müssen sie sich an die etablierte wissenschaftliche Forschung halten, welche auf Logik, gesundem Menschenverstand und Erfahrung bei der Interpretation von Beobachtungen allgemeiner Art beruht. Hiernach sollte die Beweisführung logisch und rational, vollständig und schlüßig - ohne an der Schraube gedreht zu haben, bis die Sache ´stimmt´. Ja, frei nach William von Ockhams* (auch Occam) Rasiermesser-Methode ist die einfachste Annahme oft die beste: Nichts wissen wir sicher, aber gleichsam ist es sinnvoll wenn die Wissenschaft im Kern konservativ ist, ja sein muß, um nicht von Millionen Möchtegern-"Wissenschaftlern" überwältigt und durchdrungen zu werden. Natürlich, absolute Wahrheit ist, wie auch absolute Gerechtigkeit, selten erreichbar. Wir können nur unser Bestes tun, um ihr nahe zu kommen. Sehr unwahrscheinliche oder außergewöhnliche Behauptungen sollte man mit extremer Vorsicht und allzeit bereitem Mißtrauen begegnen, solange sie nicht durch schlagende Beweise abgesichert sind. Aber damit kommt die UFOlogie schnell wieder ins Stolpern. Ihre zahlreichen Idealfälle haben über die Jahrzehnte keinen echten Beweis für exotische Erscheinungen oder gar Außerirdische hier auf Erden mit sich gebracht, ganz im Gegenteil, sie brachen immer wieder wegen banalen Ursachen oder als Schwindel zusammen. Dennoch, die Scheuklappen sitzen auch im UFO-Lager stramm. Geht ein als solide bezeichneter Fall den Bach herunter, bringen die UFOlogen gleich zehn neue UFO-Berichte herbei und somit haben wir es hier mit einer unendlichen Geschichte zu tun, weil es einfach aus praktischen Gründen unmöglich ist alle UFO-Berichte zu überprüfen bwz für jeden alle wirklich elementaren Details beizubringen. Die Vorwitzigen sind somit immer im Vorteil - und sie bauen um sich ein System auf, welches ihnen Immunität verleiht. 

 

*= Ockham schuf das erkenntnistheoretische Prinzip, wonach man über ein Phänomen nie mehr Annahmen als nötig machen soll, wenn man zu einer brauchbaren Hypothese kommen will. Die Wahrscheinlich für die Richtigkeit einer Hypothese ist umgekehrt proportional zur Anzahl der für sie nötigen Annahmen. Auch Einstein meinte nicht umsonst, dass unsere Welt eigentlich sehr einfach aufgebaut ist. Kurz und gut: Man braucht nichts unnötig zu verkomplizieren indem man zuviele Vermutungen in ein Sache reinpackt um sie plausibel erscheinen zu lassen. Im Bereich der UFO-ETH bedeutet dies eine Reihe merkwürdiger Zusatzannahmen jenseits der reinen UFO-Darstellung (und ihrer Interpretation): Es gibt Extraterrestrier, sie sind uns technisch weit voraus, sie betreiben interstellare Raumfahrt, sie besuchen uns, die tun dies häufig. Was nützt uns also diese Hypothese mit der wir UFO-Beobachtungen "erklären", wenn wir eine Unmenge Behauptungen unbeweisbarer Art voraussetzen müssen?

Quelle: CENAP-Archiv


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