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UFO-Forschung - Aus dem CENAP-Archiv: UFO-History Teil-79

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7.09.2006

Phänomene die die Leute aufregen, nur warum eigentlich?

Rätselhaftes Phänomen gestern Abend

- So der Betreff einer Meldung vom 22.August 2006 von einem Beobachter aus Biedenkopf-Kombach auf Wetterzentrale.de. Hier seine Ausführung: "Gestern Abend gegen 23.00 kam es hier zu einem rätselhaften Phänomen. Ich befand mich schon im Halbschlaf, als es offenbar direkt über mir zwei wirklich extrem laute hochfrequente Donnerschläge gab. Zeitlich wenige zehntnel Sekunden voneinander getrennt. Mein Puls schoß in die Höhe und ich saß aufrecht im Bett. Das hörte sich sehr bedrohlich an! Ich habe bisher bei noch keinem Gewitter vergleichbar laute Donnerschläge gehört. Vorher und nachher war komischerweise keinerlei Donner zu hören. Das Niederschlagsgebiet war ja auch schon fast abgezogen und es regnete nur noch leicht. Unmittelbar vor den ´Schlägen´ sei eine ´große Lichtkugel´ am Himmel zu sehen gewesen. So beschreiben es Leute, die Glück hatten das Phänomen nicht nur akustisch wahrzunehmen. Ein Arbeitskollege, der ca. 5 km von mir entfernt wohnt, berichtete zudem von seinem hell erleuchteten Schlafzimmer. War das vielleicht ein mysteriöser Kugelblitz? Kann es ein Meteorit gewesen sein? Wer hat gestern Abend gegen 23.00 seltsame Phänomene am Himmel gesehen und/oder den ´Schlag´ gehört?"

 

Daraus wurde leider in diesem Forum nichts, auch wenn gleich ein User rief: "Werner Walter von CENAP wird sicher helfen!" Gut, ich stellte die Meldung alsbald in meinen Foren der üblichen Verdächtigen vor - nur ergänzende Beobachtungsmeldungen gab es nirgends. Bei Astrotreff.de jedenfalls meldete sich ein dortiger Teilnehmer aus dem ´Sichtungsumfeld´ mit: "Sehr sehr interessant, ich habe aber nichts mitbekommen, bin gegen 22:45 h ins Bett gegangen." Was natürlich auch nicht wirklich weiterführend war. Schließlich aber half das AKM-Forum weiter. Jan Hattenbach aus Aachen gab ein: "Das klingt nicht nach den Meteorgeräuschen, von denen ich (und die ich selbst) gehört habe. Da war immer von einer Art ´Zischen´ die Rede, aber meiner Erinnerung nach nicht von donnerähnlichen Schlägen. Wurde auch hier im Forum schon einige Male diskutiert. Wenn die Theorie von den "elektrophonen Meteoren" stimmt, sollte es auch kein Donnern sein. (siehe: http://science.nasa.gov/headlines/y... ). Also doch kein Meteor? Man bräuchte ein paar mehr Informationen zu der ´Lichtkugel´: Wie sah sie aus, wie hell, hat sie sich bewegt, wie lang sichtbar usw. Was bedeutet ´unmittelbar vor den Schlägen´? Wenn es Schall war, der beinahe zeitgleich mit dem Leuchtphänomen auftrat, dann handelt es sich wohl eher nicht um einen Meteor. Und Geräusche aufgrund von VLF-Radiowellen klingen anders." Hans Günter König aus Reinheim:

 

"Wenn es etwas hilft, kann ich noch ein Spektrogramm beifügen, dass ich auf 144,95MHz im gleichen Zeitraum empfangen habe. Zwischen 22 Uhr 56 und 23 Uhr 09 registrierte mein MeteoRadar eine Serie extremer Signale. Ich bin zwar absoluter Neuling in dieser Zunft mit keinerlei Erfahrung, doch unterscheidet sich das gestrige Ereignis meines Erachtens deutlich von den anderen (Meteor)Echos (Zeitdauer!!! und Stärke), welche ich zuvor empfing. Empfangsdaten: Ausrichtung der 5 Element Yagi Antenne NNO, Elevation 15 Grad, Empfänger: Rosetta WinRadio WRi-1000 auf 144,9497MHz SSB (LO +2kHz); FFT mit R_Meteor - Bandbreite 1kHz. Die Richtung nach Biedenkopf könnte stimmen. Ich kenne allerdings die möglichen Sendestationen und deren Standort noch nicht. Bei vergangenen Recherchen im Internet habe ich ich auch schon in Verbindung mit Feuerbällen von Donnergrollen gelesen. Insbesondere dann, wenn das Objekt unter 30 km in die Atmosphäre eindringt. Ist ja auch mit mehrfacher Übeschallgeschwindigkeit unterwegs! Der ´Donner´ müsste dann ab ca. 1min nach dem Feuerball zu registrieren sein (je tiefer je eher...). Auf jeden Fall ist die zeitliche Koinzidenz mit meinen ungewöhnlichen Signalen bemerkenswert. Die Diskussion bleibt offen! Muss noch ne´ andere Erklärung nachsetzen, welche das vorhergegangene Gewitter mit berÃ?cksichtigt. Insbesondere nach dem Durchzug des Gewittersturms, kommt es mehr oder weniger oft zu Entladungen aus dem oberen Teil der Gewitterwolke - dem Amboss. Diese Blitze haben umgekehrte (+)Polarität - im engl. sogenannte ´positive ground strokes´ - und setzen nicht selten die 100fache Energie normaler (-)Entladungen frei. Das sind die ´Blitze aus heiterem Himmel´ - bis zu 30 km vom Zentrum des Gewitters entfernt. Deren Donner schlägt wie eine Faust in den Magen." Mark Vornhusen: "In Sachen ungewöhnliche Himmelserscheinungen am 21.August kann ich auch noch etwas beitragen. Und zwar ist auf dem Zeitraffer von der Farbmintron in Vechta gegen 22:30 MESZ zweimal kurz nacheinander eine bläuliche Lichtsäule zu sehen. Sieht sehr nach einem Flutlichtstrahler aus, allerdings ist es merkwürdig, da mir in der Himmelsrichtung kein Skybeamer bekannt ist. Ausserdem wäre es ungewöhnlich, dass ein Skybeamer nur zwei kurze ´Blitze´ erzeugt. Ich habe bisher noch auf keinem Raffer aus Vechta etwas Ähnliches gesehen. Allerdings steht die Kamera auch noch nicht so lange. Denkbar wäre, dass es sich um einen Blue Jet aus einem Gewitter gehandelt hat. Das sind mit Sprites verwandte Erscheinungen, die aber direkt oberhalb der Gewitterwolke beginnen und eine Höhe von etwa 50 km erreichen. Ein Foto ist z.B. hier: http://www.pbs.org/wgbh/nova/scienc... . Hier ist der Zeitraffer: http://www.parhelia.de/storm/2006/e... . Ich bin jetzt dazu gekommen, mir die Blitzdaten anzusehen. Zu der Lichtsäule auf meinem Zeitraffer gibt es kein passendes Gewitter in Richtung Osten. Einen Blue Jet schliesse ich daher jetzt doch aus. Wird wohl ein Skybeamer oder Ähnliches gewesen sein. In Biedenkopf gab es um 22:52 MESZ mehrere starke positive Blitzeinschläge. Also ist die Ursache für den lauten Donner hier eindeutig Gewitter und kein Meteor."

Nachsatz: Derartige ´Knaller´ am Himmel gibt es immer wieder einmal und sorgen auch für entsprechende Begleitspekulationen. So gab es kurz vorher einen lauten Himmelsknall in Braunschweig und Umgebung - siehe http://www.newsclick.de/index.jsp/m... . In UFO-Kreisen wurde da natürlich gleich dies dazu gesagt: "Ich habe diesen Knall nur leise gehört... Das ein Polizeisprecher jetzt sagt, es sei ein NATO-Flugzeug gewesen, halte ich für den üblichen schlechten Scheiss. Ich glaube das es ein UFO war...was anderes könnte ich mir gar nicht erklären." Dazu gab´s gleich Unterstützung: "Es knallt...jeder fragt sich warum...dann die Nachricht aus ´offiziellen´ Kreisen und die kann noch so unglaubwürdig sein, wie hier zum Beispiel und die Bevölkerung schluckt diese Erklärung und alles ist wieder im Butter. Keiner fragt mehr nach ausser ein paar noch frei denkende Menschen. So ist das ja mit allem..." Interessante Einblicke in die UFO-Zwangsideenwelten der Freunde des Fantastischen. Übrigens gab es im Raum Halle vorher schon einen entsprechenden Himmelsknall: http://www.astroverein-halle.de/akt.... Oder aus dem Jahr 2004 jene Geschichte: http://www.sebbi.de/archives/2004/0... mit entsprechender Erklärung: http://www.nz-online.de/artikel.asp... . Überschallknall-Ereignisse von Flugzeugen hervorgerufen, sind offenkundig in unseren Tagen den Menschen so ungewöhnlich geworden, um da gleich Mysterien hineinzugeheimnissen. Andererseits, wenn man das Wetterzentrale.de-Beispiel sieht - es sucht so jede Gruppe ihre eigenen ´Rätsel´, hier eine Meteor-Vermutung aufgrund heftiges Donners.

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7.09.2006

Geheimnisvolle Fundstücke in Deutschland, UFO-Überreste?

Immer wieder werden seltsame Teile vom Himmel herabkommend sogar in Deutschland in UFO-Verbindung gebracht

Alarm! UFO im Baum - Der Alltag zweier Polizeihauptmeister kann ganz schön kurios sein

So die ´Märkische Allgemeine´ aus der Region Teltow-Flämming in einem Beitrag von Margrit Hahn am 1.9.06: >Luckenwalde. Der Alltag der Polizei ist manchmal kurios. Das wissen die beiden Polizeihauptmeister Jürgen Kinnemann und Roland Schröder. Gestern erhielten sie einen Anruf, dass auf einem Baum zwischen Dornswalde und Massow ein unbekanntes Flugobjekt hinge. "Ein Kasten mit einer Antenne und einem Kabel", erklärte der Anrufer, "niemand weiß, was es ist." Die Beamten nahmen die Sache durchaus ernst. Was sie entdeckten, war aber kein UFO, sondern eine Radiosonde, die zur Wettermessung in der Atmosphäre dient. Ein Hinweisschild warnte: "Vorsicht! Ballon enthält leicht entzündbares Wasserstoffgas - Explosionsgefahr!" Allerdings fehlte vom Ballon jede Spur. Die Polizisten gaben Entwarnung und nahmen das Corpus Delicti mit auf die Luckenwalder Wache - auch die Kollegen interessieren sich für derartige seltene Funde....< ( http://www.maerkischeallgemeine.de/... )

Am 5.9. informierte uns Jens Lorek über eine aufgelaufene dpa-Meldung fast identischen Inhalts von anderer Stelle in Ostdeutschland: >Ufo entpuppt sich als Wettersonde. Hirschstein (dpa) - Ein in einem Garten im sächsischen Hirschstein angeblich gelandetes Ufo hat sich als harmlos entpuppt. Nach Angaben der Polizei hatte der Besitzer des Grundstücks aufgeregt von "etwas aus der Luft" berichtet, das in der Wäscheleine gelandet war. Beamte identifizierten das unbekannte Flugobjekt - einen heftgroßen Kasten mit Antenne, Schnur und der Aufschrift "Radiosonde" - als Wettersonde. Die Herkunft sei noch unklar.< Überaus erstaunlich, da man schon geraume Zeit nichts mehr von Wetterballonsonden-Niedergänge als UFO-Findlinge vernahm. Die dpa-Meldung sorgte aber nach meiner Google-News-Kontrolle für nur neun aufgegriffene Meldungen in der Medienwelt, wenn auch im ZDF die mitternächtliche Nachrichtensendung im Übergang zur Wettervorausschau in ein paar Zeilen kurz darauf einging, passte ja. Am nächsten Tag sah ich aber bei Paperball.de das etwa 60 Zeitungen die Geschichte dennoch aufgegriffen hatten.

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7.09.2006

Nachgereicht: "UFO" über Bahrain?

Mysteriös erscheinende Himmelserscheinung - doch war sie es wirklich? Ein UFO-Standardfall

Chaz Stuart machte auf der Project 1947-Liste am 9.August 2006 uns darauf aufmerksam, dass die Zeitung ´Gulf Daily News´ eine entsprechende Titelstory aufgesetzt hatte. Sonach fuhr der 35-jährige Ingenieur Omerdeen Hamad Idrees zusammen mit seiner Frau Shiyara und ihrem 4-jährigen Sohn Imran gegen 21 h (dies war in der Dämmerungszeit) am vergangenen Montagabend (7.8.) im PKW entlang der Sitra Causeway von Manama um ins Sitra-Einkaufszentrum zu gelangen. Auf dieser Fahrt sahen sie ein "UFO", welches sich sehr langsam am Himmel bewegte und scheinbar drehende Bewegungen über der Tubli Bay ausführte. Da der Mann immer seine Digitalkamera bei sich hat, gab er seiner Frau den Auftrag damit die Erscheinung zu fotografieren. Sie machte drei oder vier Bilder bevor das Objekt direkt über den PKW kam und eine Brücke ihnen die Sicht nahm. Als die Bilder dann auf den Computermonitor geschickt wurden, sah dies alles "something very strange" aus. Der Mann: "So etwas habe ich noch niemals zuvor gesehen." Nach: http://www.gulf-daily-news.com/Stor...

 

Die Geschichte gab eindeutig viel zu wenig her. Was da überhaupt vorgefallen war und wie die Beobachtungssituation aussah - dies alles wurde keineswegs richtig klar. Positiv dagegen war, dass der angegebene Link es ermöglichte die Titelseite des Tages als pdf-Dokument abzurufen. Dort findet man auch die Headline inmitten eines "UFO-Fotos", in welchen auch der Text eingebettet worden war. Die verwendete Aufnahme zeigt mal wieder eine nächtliche Aufnahme mit einem dicken ovalen ´Körper´, eindeutig defokusiert geknippst und genau deswegen schaut dies mal wieder "very strange" auf dem Computer aus - SO jedenfalls sah das Objekt am Himmel nicht aus. Das der Mann das was er auf dem Monitor sah, vorher noch nie gesehen hat, kann man ihm gerne abnehmen. Was aber noch gar nichts über das Himmelsobjekt selbst aussagt! Allein schon durch den Umstand, dass da wild von der Ehefrau (konnte der Mann mit seiner Kamera nicht fotografieren, weil er die Hand am Lenkrad hatte und den PKW fuhr?) drauflosgezoomt wurde und dann noch defokusiert diese Erscheinung artefaktisch entstand, ließ darauf schließen, dass das eigentliche Objekt wohl nur ein Lichtpunkt am Himmel war. Das Geschmäckle hing mir zu sehr in der Luft, dass die scheinbare Bewegung des Objektes über der Brücke einfach nur eine Illusion aufgrund der eigenen PKW-Fahrbewegung ist (diesen ´Begleiteffekt´ kennt man aufgrund astronomischer Körper niedrig am Himmel und in Sicht für die PKW-Insassen schon ganz gut). Wie es bei fast allen UFO-Situationen dieser Art der Ausgangsfall ist. So gesehen war die Geschichte hier für den sachkundigen und erfahrenen UFO-Ermittler zunächst mal überhaupt nicht ´aufregend´.

 

Am nächsten Tag berichtete Stuart Neues in der Sache: Die Zeitung ´Gulf Daily News´ hatte einen Folgeartikel namens "UFO Mystery" aufgesetzt. Inzwischen hatte sich der 35-jährige Inder Joy Michael als weiterer Zeuge der "Fliegenden Untertasse" von Montagabend gemeldet, der jene aber bereits um 18:10 h (da war es noch hell) über dem Bahrain Financial Harbor gesehen hatte, als er in Begleitung eines Kollegen nach Hause fuhr. Dabei hatte er "für einige Sekunden" ein "scheinbar sich drehendes schüsselartiges Ding" in Sicht. Er glaubt, dass das in der Zeitung abgedruckte Bild genau jene Erscheinung zeige, die er gesehen habe und es beweise auch, dass da etwas "für eine ganze Weile" am Himmel war. Also von 18:10 h bis 21 h ? Doch auch hier keine weiteren Details. Zudem ist das gezeigte ´Gebilde´ im Blatt nicht die wahre Erscheinung und eindeutig nur ein fotografischer Effekt. DIES kann niemand am Himmel mit unbewaffnetem Auge sehen, abgesehen wenn er einen Augenschaden hat, womit er aber nicht mehr PKW-Fahren kann. Um die Geschichte aufzublasen, wurde einfach nochmals der Text vom Vortag nochmals eingefügt, dafür wurden aber die wichtigen details weggelassen. So etwas macht mich immer ´rasend´ bei der "journalistischen Arbeit" bzw dem Versagen dieser. Dazu muss man wissen, wie eine Zeitungsseite entsteht: In der Redaktionsitzung wird bestimmt, welche Geschichten auf eine Seite kommen. Daraus entsteht das Seitenlayout mit aufgezogenen Rahmen für jeden Einzelbeitrag und der Chefredakteur bestimmt zu jeder Geschichte die Zeilenzahl und damit das Volumen jedes Artikel vorab - und der verantwortliche Schreiber muss dann seinen Text da unterbringen. In diesem Fall war natürlich das Bild als Eyecatcher dominierend. Wie die Zeitung jetzt berichtete, hatte Physik-Professor Dr.Waheeb Alnaser von der Universität Bahrain und Vize-Vorsitzender der dortigen Astronomischen Gesellschaft eine "rationale Erklärung" (festschnallen) für die UFO-Erscheinung abgegeben: "Was die Leuten meiner Schätzung nach sahen war eine Reflektion am Horizont - vielleicht von Satelliten-Panelen. Dies ist gar nicht mal so selten..." Nach seiner Auffassung können so schon mal bis zu drei "leuchtende Flecken" am Horizont als Reflektion erscheinen die dann "wie Fliegende Untertassen ausschauen" und den normalen Menschen beeindrucken. Vehemment lehnt er dagegen die von einem anderen Zeitungsleser eingebrachte Erklärung ab, wonach das Bild einfach nur den schlecht fotografierten Planeten Mars zeige. "Der Mars zieht derzeiten weit von uns weg und ist mit dem bloßen Auge gar nicht zu sehen", so der Astronomie-Professor. Herr Idrees dagegen bestätigte noch einmal, eindeutig ein UFO gesehen zu haben, was "so nahe" war. Die zivile Luftfahrtbehörde dagegen lehnten es ab das Thema zu kommentieren. Siehe: http://www.gulf-daily-news.com/Stor... . Auf UFO Updates - Toronto wurde der Astronom dann gleich als UFO-Debunker abgezeichnet, wohl in Erinnerung an Donald Menzel, der es einst auch gerne mit Fata Morgana-Erscheinungen hatte und damit eine verblüffende "UFO-Erklärungs-Reputation" erfuhr.

 

Am 11.August brachte die Zeitung nochmals eine Meldung mit der Schlagzeile "UFO Spotted Over The Three Of Life" (= eine alleinstehende Palme in einem ansonsten kargen Wüstenabschnitt 2 km südlich von Jebel Dukhan beim dortigen U00d6l-Museum). Der Pakistani Mohammed Adnan, 40 Jahre alt, behauptete nun zusammen mit sechs anderen Leuten schon vor drei Wochen über der Palme das "grün-weiße sich drehende Licht" stehen gesehen zu haben. Wir kennen dies als den "Über-den-Baumwipfeln"-Effekt. Für ihn war dies eine sehr ungewöhnliche Beobachtung in Anbetracht der berühmten Palme gewesen. Damals hatte er es zusammen mit seinen Begleitern gegen 19 h für einige Sekunden gesehen gehabt, "bevor es in den Wolken verschwand". So etwas ist leichtfüssig schnell dahingesagt, kann aber auch gleichsam bedeuten, das diese Erscheinung durch Wolken verdeckt wurde. Tatsache hingegen ist der unleugbare Umstand, das in diesen Tagen gegen 21 h der helle Planet JUPITER den Himmel dominierte, wie ein funkelndes Juwel an Ort war er gerade viertelhoch am südwestlichen Himmel zu sehen, absteigend. Übrigens wird bei meinem astronomischen ´Starry Night´-Programm (siehe dazu auch das JUFOF Nr.165, wo die neueste Version der Software besprochen wurde) die horizontnahe Landschaft durch Bäume angezeigt und in Sachen Adnan-Sichtung für 19 h irgendwann Mitte Juli der Jupiter zufällig über einem Baum angezeigt. Natürlich in der Zeit der Vordämmerung, quasi fast "am Tage". Aber es ist grundsätzlich möglich, besonders helle Planeten wie Jupiter und Venus, auch in einer solchen Situation zu sehen, entweder weil man weiß, wo man gucken muss, oder auf Zufall hin. Ähnliche Erfahrungen kann man mit solchen Objekten auch nach der Morgendämmerung machen, ich habe auch schon ein paar Mal z.B. die Venus noch um 10 h vormittags gesehen. Wie der liebe Herr Astronomie-Professor aber auf den Mars einstieg und dabei den Jupiter schlichtweg "übersah" geht mir nicht wirklich in den Kopf. Seine praktische Zeit am Teleskop scheint auch ein Stückchen zeitlich zurückzuliegen, sonst würde er sich an seine "first light"-Erfahrung beim ´ersten Mal´ der Teleskopausrichtung erinnern. Soviel, nebenbei, zu den Sachverständigen, welche dann das wirklich Naheliegende übersehen und zu wilden Spekulationsgeschichten wie der Satelliten-Panel-Reflektion ansetzen. Die Folge davon kann die Entstehung von unnützen Verschwörungs-Theorien fördern. Inklusive dem Verhalten der Luftfahrtbehörde, die sich nicht äußerte - einfach, weil dies nicht ihr Thema war. Was aber schnell als ein "Hintergrundwissen um ein echtes UFO" falsch verstanden werden kann, jedenfalls bei jenen, die in der ufologischen Wahnwelt leben.

Quelle: CENAP-Archiv

 

 

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