Blogarchiv

UFO-Forschung - Aus dem CENAP-Archiv: UFO-History Teil-57

27.02.2006

Hamburg: Fluoreszierender Streifen am Nachthimmel gestern gegen 22:30 MEZ

Was war da in der Sonntagnacht los? Gibt es weitere Zeugen und wer weiß was der Anlass war?

Fluoreszierender Streifen am Nachthimmel gestern gegen 22:30 MEZ über HH

So der Betreff einer eMail von Ralf T. am Montag, den 27.Februar 2006 - und hier der Inhalt:

"Guten Morgen, gestern konnte ich einen fluoreszierenden Leuchtstreifen etwa 10° östlich von Castor und Pollux (Sternbild Gemini) gegen 22:30 MEZ in Hamburg-Bergedorf beobachten. Ein Porlarlicht (PL) möchte ich ausschliessen, da ich schon einige gesehen habe. In unseren Breiten treten solch grüne PL eher am Horizont auf und stehen in Bögen am Himmel, außerdem verändern sie sich meist recht schnell. Das einzige, was sich bei diesem Objekt veränderte, waren ´Kondensationen´, sie wechselten relativ schnell, gelegentlich innerhalb weniger Sekunden ihre Intensität. Die Farbe war eher fahlgrün, die Richtung des Strahls verlief in Nord-Süd-Richtung, was für eine Ausrichtung an Magnetfeldlinien sprechen würde. Das Objekt verlagerte sich nur unwesentlich in nördliche Ausrichtung. Die Größe kann ich mit etwa 3° in Längsrichtung angeben, seine Breite betrug nur etwa 0,5° also relativ kleinräumig. Allerdings ging von diesem Strahl Richtung Westen eine Art leicht gebogener, flächenhafter Schweif aus, der sehr lichtschwach war. Das Phänomen dauerte etwa 60 Minuten. So lange dürfte kein PL an Ort und Stelle verharren. Das Ganze sah aus, als ob es im Eigenlicht leuchte, deshalb möchte ich ebenfalls eine hohe Wolke ausschließen. Außerdem bewegte es sich so gut wie nicht, allenfalls ein leichtes Abdriften in westliche Richtung war innerhalb einer Stunde zu beobachten. Vielleicht insgesamt 2°, mehr nicht. Für einen Laser war das Erscheinungsbild auch viel zu diffus und auch nicht so schön knallgrün, wie die Sauerstofflaser. Zu meiner Person kurz, bin Dipl.Betriebswirt und seit 35 Jahren Amateurastronom."

T. hatte bereits bei Wetterzentrale.de und Astrotreff.de die Beobachtung vorgestellt gehabt, wie ich bald darauf feststellte - dort hatte er auch erklärt: "Zwischenzeitlich habe ich CENAP informiert, mal gucken, ob die eine Idee haben." Interessant aber auch: Die b&w-Allsky-Kamera der naheliegenden Sternwarte Hamburg-Bergedorf hatte um 22.12 h einen auffälligen (will heißen: kräftigen) Lichtstreifen für den ´Moment´ (ca 10 Minuten Belichtungszeit) aufgenommen (also auch ca 15 Minuten VOR der Sichtung durch T. - weitere Bilder zwischen 22:30 h bis 23:30 h dort zeigten dagegen NICHTS dergleichen, also in den Sichtungszeitraum fallend), welcher eigentlich an einen Meteor erinnert. Bemerkenswert aber auch: Das Sternbild Gemini stand zu jener Zeit relativ hoch am Himmel, aber T. schloß für sich selbst eine "große Höhe aus". ´Merkwürdig´. André Knöffel bei Astrotreff.de machte auf http://www.aip.de/~rend/nov8-phen.h... aufmerksam, wo eine kleine Aufstellung "ähnlicher Ereignisse" aufzufinden sei - obwohl, wenn man genauer hinschaut es damit nicht wirklich weit her ist, um damit zu diesem aktuellen Fall dienlich zu sein. Trotzdem zeigt sich hier gleichsam, dass die astronomische Welt auch ihre "UFOs" hat!

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2.03.2006

Historische Noten der UFOlogie aus dem CENAP-Archiv:

März-UFO-Meldungen von vor 55 bis vor 20 Jahren: Fliegende Untertassen in der Presse

Historische Noten der UFOlogie aus dem CENAP-Archiv:

März-UFO-Meldungen von vor 55 bis vor 20 Jahren: Fliegende Untertassen in der Presse

 

Das also ist sie: Nach fast vier Jahren hat das Rätsel endlich eine Lösung gefunden/"Fliegende Untertassen" - ein gelöstes Rätsel hieß es am 14.März 1951 in einer großaufgemachten Illustrierten-Reportage der Heute Nr.132 aus München: Am 24.Juni 1947 sah der amerikanische Verkehrsflieger Kenneth Arnold bei einem Flug über den Mt.Rainier etwas völlig Unerklärliches: neun große, glänzende Scheiben bewegten sich in einer Kette hintereinander am Himmel. Nach drei Minuten verschwand die Erscheinung. Wochenlang sprach man in Amerika davon. Der Begriff "Fliegende Untertasse" war nun in aller Munde. Man hatte zwar angeblich schon vorher etwas Derartiges gesehen - etwa seit 1945 -, aber man sprach kaum darüber, da sich niemals zuverlässige Augenzeugen gefunden hatten. Schon Mitte Juli wiederholte sich die Erscheinung. Diesmal war es ein Fliegerleutnant, dem sie begegneten. Innerhalb weniger Tage wußten auch noch ein Oberst und ein Major der amerikanischen Luftwaffe sowie ein weiterer Verkehrsflieger von dem seltsamen Luft-Phänomen zu berichten. Im januar 1948 verfolgte der Jagdflieger Captain Mantell über dem Flugplatz Gorman Field in Kentucky eine solche Scheibe. Durch Funk meldete er schließlich, dass er sie erreicht habe. Dann stürzte er aus ungeklärter Ursache ab. Fachleute vermuteten, dass er durch Sauerstoffmangel ohnmächtig geworden war, denn seine Ausrüstung war nicht für die dünne Luft der Höhenlage eingerichtet, die er bei Verfolgung der Scheibe erreichte. Andere hatten mehr Phantastie: "Von Marsmenschen abgeschossen?" - "Durch geheimnisvolle Strahlen einer sowjetischen Wunderwaffe zum Absturz gebracht?" fragten sie. Wenn auch der Tod von Captain Mantell eine natürliche Erklärung haben konnte - die geheimnisvolle Scheiben am Himmel blieben ungeklärt. Phantastieprodukte? Das war kaum anzunehmen. Verkehrs- und Militärflieger hatten sie gesehen - bekanntermaßen nüchterne Menschen, die sich nicht leicht durch Produkte ihrer eigenen Einbildungskraft narren lassen. Die amerikanischen Luftstreitkräfte entschlossen sich deshalb, eine Kommission zur Untersuchung der unerklärlichen Luftphänomene ins Leben zu rufen.

Massenhysterie? 250 "Augenzeugenberichte" aus den USA und 30 Berichte aus anderen Ländern wurden der Kommission innerhalb von zwei Jahren vorgelegt. Das Ergebnis der Auswertung war gleich Null. Bei genauen Nachforschungen fielen entweder die "Augenzeugen" um und hatten letzten Endes doch "nur davon gehört", oder das Phänomen fand eine ganz natürliche Erklärung. Sogar die Venus, die bei klarem Himmel mitunter am Tage zu sehen ist, war für eine "Fliegende Untertasse" gehalten worden. Auch meteorologische Ballons, so hieß es, könnten mitunter wie eine Fliegende Untertasse aussehen. Aber man wußte damals noch nicht, wie nahe man mit dieser Feststellung der Wahrheit gekommen war. "Im großen und ganzen wahrscheinlich eine milde Form von Massenhysterie" - so lautete das Ergebnis der Untersuchungen. Dennoch kam man um die Tatsache nicht herum, dass nüchterne, geistig und körperlich gesunde Menschen "geheimnisvolle Scheiben" gesehen hatten... "Sowjetrussische Raketenflugzeuge?" fragten die einen. "Unwahrscheinlich", sagten die Fachleute. "Raumschiffe von anderen Planeten?" fragten andere. "Ebenfalls höchst unwahrscheinlich." Aber dieser Gedanke setzte sich fest. "Seit 175 Jahren", wollte eine Zeitschrift erfahren haben, "wird die Erde von anderen Planeten aus überwacht. Seit genau dieser Zeit hat man die Fliegenden Untertassen gesehen." Das war durch nichts belegt, und der Artikel war bald vergessen. Kurz darauf mußte in Mexiko eine Fliegende Untertasse notlande. Der Pilot, ein 50 Zentimer großer Marszwerg, büßte dabei sein Leben ein. Die mexikanische Regierung ließ ihn zu Forschungszwecken einbalsamieren - aber wer ihn besichtigen wollte, mußte feststellen, dass Untertasse und Marszwerg Produkte einer üblen Zeitungsente waren. Aber Mexiko war nun wochenlang das Land der Fliegenden Untertassen. Menschenmengen blickten mit suchenden Augen stundenlang zum Himmel, und es wird berichtet, dass die Taschendiebe sich damals einer großen "Wirtschaftsblüte" erfreut hätten. Auch die Masseure sollen an der Behandlung verkrampfter Halsmuskeln gut verdient haben.

"Erklärungen" und Dementis. "Was für einen Whiskey trinken Sie dort?" telegraphierte der amerikanische Admiral Gallery an einen seiner Offiziere. Dieser Offizier hatte eine "Fliegende Untertasse" gesehen und sich seine eigenen Gedanken darüber gemacht. Aber das Telegramm kam zu spät. Eine Zeitschrift zog weitere Schlüsse aus den Beobachtungen des Marineoffiziers und schrieb in einem langen Artikel, "Fliegende Untertassen" seien nichts anderes als ein fast kreisrunde, wahrscheinlich von der amerikanischen Flotte gebautes Flugzeug. Die Flotte dementierte. Ein solches Flugzeug hatte im Modell existiert, aber es war niemals geflogen. [Tatsächlich druckt das Blatt auch das inzwischen zum Museums-Stück degradierte Muster des "Flying Flapjack" mit dem Text "Ein Modell der USA-Flotte...aber nicht die ´Fliegende Untertasse´" ab.] Trotzdem hielten sich nun die Gerüchte, dass es sich bei den "Fliegenden Untertassen" um ein neues Versuchsprojekt der amerikanischen Streitkräfte handle, und auch intelligente Menschen fielen auf "Tatsachen" herein, die sie bei genauer Nachprüfung nur vom Hörensagen kannten. "Es gibt sie wirklich, aber was sie sind, ist noch geheim" - so ungefähr lauteten Artikel und Rundfunkberichte, die Andeutungen über neue ferngelenkte Flugzeuge, Raumschiffe oder Geschosse machten. Die Kommission zur Erforschung ungeklärter Luftphänomene war längst aufgelöst. Und doch beschäftigten sich die amerikanischen Streitkräfte weiter mit der Fragte: Gibt es vielleicht doch irgend etwas unter unseren Versuchsprojekten, worauf sich die "Untertassen"-Gerüchte zurückführen lassen? - Auch Dr.Liddel von der Flottenversuchsstation für Atomphysik dachte darüber nach. Zugegeben, einzelne Fliegende Untertassen waren schon immer einmal "gesehen" worden. Aber die Berichte hatten sich gehäuft, seit Kenneth Arnold im Juni 1947 von seinen "neun glänzenden Scheiben" über dem Mt.Rainier berichtet hatte. Und gerade damals hatte Dr.Liddel begonnen, große Stratosphärenballons zur Erforschung der kosmischen Strahlung aufsteigen zu lassen... Dr.Liddel ließ sich alle verfügbaren Augenzeugenberichte über "Fliegende Untertassen" kommen. Es waren mittlerweile 2.0000.

Des Rätsels Lösung. Dr.Liddel ging auch noch einmal der Geschichte vom notgelandeten Marsmenschen nach. Tatsächlich handelte es sich um eine völlig frei aus der Luft gegriffene Nachricht. Auch viele andere Berichte stellten sich als Phantastieprodukte heraus. Blieben eine große Anzahl von Berichten, denen man Glauben schenken mußte. Das Ergebnis weiterer Untersuchungen: "Unter den zuverlässigen Beobachtungen ist keine einzige, die sich nicht durch unsere Ballons zur Erforschung kosmischer Strahlung erklären ließe", gab Dr.Liddel bekannt. "Anfangs hatten wir das Projekt geheimgehalten. Das ist jetzt nicht mehr nötig. Wenn wir Erfolg haben, werden wir eine Methode finden, Atome so zu zertrümmern, dass man beispielsweise aus einer Tasse Wasser, im Atomofen ´verheizt´, eine ganze Stadt mit Energie versorgen kann." Schon seit 30 Jahren kennt man die "kosmische Strahlung" - Atompartikel unbekannter Herkunft, die mit ungeheurer Geschwindigkeit auf die Erde herunterregnen. In Anlagen wie zum Beispiel dem Zyklotron beschleunigt man künstlich Atompartikel auf hohe Geschwindigkeiten, die aber immer noch hinter der "kosmischen Strahlung" zurückbleiben. Wo solche Partikel auf Materie treffen, gibt es eine winzige Explosion, deren genaue Kenntnis für die Wissenschaft von unschätzbarem Wert wäre. Man erforscht sie im Zyklotron, aber für eine große Reihe von versuchen ist man noch immer auf die schnelleren Partikel aus dem Weltrauma ngewiesen. Nun wird diese Strahlung durch die Erdatmosphäre abgebremst, und die Forschung ist um so furchtbringender, je höher man sich über den Meerespiegel erhebt. Dazu dienen Dr.Liddels Stratosphärenballons. Sie tragen ein kleines Laboratorium - Instrumente im Gesamtgewicht von etwa 150 Pfund, die in 30 Kilometer Höhe alle Messungen automatisch aufzeichnen und nach einiger Zeit mit dem Fallschirm abgeworfen werden. Wird ein solcher Ballon abgetrieben, dann erscheint irgendwo eine "Fliegende Untertasse": aus 30 Kilometer Entfernung kann niemand mehr erkennen, dass der Ballon Kugelform hat. Photographische Aufnahmen durch Fernrohre bestätigten die Ähnlichkeit des Ballons mit den "Fliegenden Untertassen". - 1952 wird Dr.Liddel einen neuen, größeren Ballontyp aufsteigen lassen. Dann wird es neue und größere "Luftphänomene" geben (man könnte sie "Fliegende Suppenteller" nennen). Aber man wird dann wissen: Es sind Dr.Liddels neue Ballons, und es gibt keine "Fliegenden Untertassen".

¸ Bemerkenswerter Weise druckte die Zeitschrift sogar eine ganzseitige Aufnahme eines solchen Höhenforschungsballons fern oben am Himmel ab, die die Illusion der Fliegenden Untertasse gut nachzeichnete. Ebenfalls kam ein Foto vom Deck eines Flugzeugträgers zur Verwendung mit folgendem Text: "Die Lösung: ein Stratosphärenballon. Viele dieser Ballons steigen von Schiffen auf. In großer Höhe werden sie kugelrund. Das untere Ende, das die Meßinstrumente trägt, kann miteunter ganz wie ein Auspuff aussehen." Als Gag verwendete man sogar eine Reihe von Fotos: Zunächst das Bild einer 5er-V-Formation von angeblichen Fliegenden Untertassen am Himmel: "Die erste verbürgte Aufnahme: ein Scherzbild". Dann eine Collage zum McMinnville-Bild, wo man das Originalobjekt zeigt und dazu einen "in die Luft geworfenen Mülltonnendeckel" einbringt, der verblüffend dazu paßt.

"Feindliche" Wildgänse über Seoul meldete UP und am 20.März 1951 berichtete darüber die Rhein-Neckar-Zeitung: In der Nacht zum Dienstag dröhten in Seoul die Sirenen. Alles begab sich in Keller und Unterstände. Nachtjäger stiegen auf und die Radarleitgeräte wurden gegen den Himmel gerichtet. Auf den Schirmen der Beobachtungsgeräte waren die verdächtigen Schatten anfliegender feindlicher Maschinen entdeckt worden. Gespannt folgten die Piloten der Nachtjäger den Anweisungen der am Boden stationierten Radarstationen - bis sie in "Sichtweite" ihrer Suchscheinwerfer erschienen - friedlich flog eine große Formation von Wildgänsen an den verblüfften Piloten vorbei.

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Fliegende Untertassen meldete dpa aus Chicago und die Rhein-Neckar-Zeitung vom 16.März 1956 druckte folgendes: Als der frühere deutsche und jetzige amerikanische Raketenforscher Waltern Dornberger am Mittwochabend in Chicago nach einem Vortrag über seine Ansicht zu den Fliegenden Untertassen befragt wurde, antwortete er: "Die einzigen wirklichen Fliegenden Untertassen siehst du, wenn du mit deiner Frau in der Küche Streit hast. Die übrigens sind optische Täuschungen oder atmosphärische Molekülwirbel, die einen flachen, untertassenähnlichen Eindruck hervorrufen."

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Am 2.März 1966 druckte die Frankfurter Rundschau einen weiteren Leserbrief zum selben Thema von G.Schröder, Frankfurt, ab: Die Veröffentlichung des Leserbriefes in der Ausgabe vom 28.2. mag als Erinnerung an eine, wenn auch erst 40 Jahre zurückliegende, so doch längst vergangene Zeit angebracht gewesen sein. Wenn aber, wie etwa der letzte Satz vermuten lassen kann, die heutige Weltraumforschung und die von Wissenschaftlern für möglich gehaltenen Lebensformen außerhalb unserer Erde lächerlich gemacht werden sollen, dann muß doch der Unterschied zwischen Jahrmarktsunsinn und Forschung herausgestellt werden. Die astronomische Forschung hat schon seit langem die Möglichkeit gelten lassen, daß Leben außerhalb unserer Erde existiert. Die menschliche Phantasie hat sich damit lebhaft beschäftigt, und es lag nahe, daß Jahrmarktsgaukler ein Geschäft damit zu machen suchten. Inwieweit sie noch 1928 unter Erwachsenen damit wirklich "gläubige Zuschauer" fanden, mag dahingestellt sein. Jedenfalls fiele heute gewiß niemand mehr darauf herein. Etwas ganz anderes aber ist es, wenn Wissenschaftler hypothetische Erklärungen zum Beispiel über Leben auf dem Mars abgeben. Daß leben auf anderen Weltkörpern besteht, sei es auch außerhalb unseres eigenen Planetensystems, und daß es vielleicht in Formen auftritt, die wir nicht kennen, kann gar nicht angezweifelt werden, jedenfalls nicht von vernünftigen ernsthaften Menschen. Die Naiven und Phantasten sind jene, die daran immer noch zweifeln und weiterhin glauben, daß diese Erde der Mittelpunkt des universellen Geschehens ist. [¸ Doch da täuschte sich, leider, G.Schröder: Auch in den 60er Jahren, in den Siebzigern oder auch Neunzigern gab und gibt es genug gläubige, erwachsene UFO-Konsumenten, die auf die Verkündungen der UFOlogie hereinfallen.]

Polizist sah Fliegende Untertasse hieß es nach einer dpa-Meldung am 6.März 1966 in der Frankfurter Rundschau: "Ich habe soeben eine Fliegende Untertasse gesehen". Kein weltfremder Phantast berichtete diese Wahrnehmung, sondern die Objektivität und Nüchternheit selber in Gestalt eines englischen Polizisten, als er von einem Streifengang zurückkam. Der 28 Jahre alte Wachtmeister Colin Perks in Wilmslow (Grafschaft Cheshire) schrieb in einem Rapport, er habe gerade die Rückseite eines Geschäftshauses inspiziert, als er sich umdrehte und seinen Augen nicht zu trauen glaubte. 90 Meter von ihm entfernt schwebte grünlich schimmernd ein elliptisches, etwa 10 Meter langes und sechs Meter breites Objekt anscheinend bewegungslos in der Luft. Die "Fliegende Untertasse" gab nach dem Bericht des Polizisten ein sonderbares Summen von sich und verschwand unversehens mit phantastischer Geschwindigkeit über den Häuserdächern. Perks: "Ich war wie gelähmt und konnte einfach nicht glauben, was ich sah." Nach seiner Meinung kann es nur eine Fliegende Untertasse gewesen sein. Perks´ Vorgesetzte gaben zu, von dem Bericht überrascht gewesen zu sein, attestierten dem Wachtmeister jedoch Zuverlässigkeit und Reife für seinen Beruf.

Im März 1966 nahm sich die Fernsehzeitschrift TV Hören und Sehen unserem Theman an: Raumpatrouille von fremden Sternen? Angsterfüllt starrten die beiden patrouillierenden Wachtposten in den dunklen Nachthimmel. Über ihnen schwebte eine glühende, gelborangene Kugel. In einem weiten Bogen war sie aus dem Himmel gestürzt und beleuchtete jetzt geisterhaft die Gebäude des brasilianischen Armeestützpunktes Itaipu. Die Soldaten gaben schließlich Alarm, im selben Augenblick fiel auf dem Stützpunkt die Stromversorgung aus. Es dauerte eine Zeit, bis man endlich die Notbeleuchtung einschalten konnte. Doch inzwischen war das unbekannte Flugobjekt verschwunden. Aber es hatte Spuren hinterlassen. Die beiden Wachtposten mußten mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die brasilianischen Soldaten hatten ein UFO gesehen, im Volksmund auch Fliegende Untertasse genannt. Der Ausdruck UFO stammt aus dem Amerikanischen und ist die Abkürzung von Unidentified flying object (unbekanntes Flugobjekt). Waren die Wachtposten Zeugen eines Besuchs fremder Lebewesen auf unserem Planeten? Sie stehen mit ihrer Beobachtung nicht allein da. Und die Verbrennungen, die sie erlitten, waren längst nicht die schlimmsten Schäden, die UFOs angerichtet haben. Sie sollen für eine ganze Reihe von Flugzeugabstürzen verantwortlich sein. Sie sollen Maschinen verfolgt und beinahe gerammt haben. Ihre Insassen sollen Farmer überfallen und Lastwagenfahrer verprügelt haben. Sie sollen Stützpunkte an den Polen der Erdkugel haben. Der amerikanischen Luftwaffe wurde dieses viele "sie sollen...." schließlich zu bunt. Sie machte sich an die systematische Erforschung aller Berichte über UFOs. Das Ergebnis fiel anders aus, als die Fachleute erwartet hatten. Etwa 10.000 Beobachtungen wurden untersucht. In der weitaus größten Zahl der Fälle waren die Beobachter Luftspiegelungen, optischen Täuschungen, Nordlichtern, Ballons, Meteoren oder Wolken zum Opfer gefallen. Etwa 600 UFO-Erscheinungen jedoch wurden nicht geklärt. Sie blieben ein Rätsel.

Daß man in den USA dieses Rätsel keineswegs auf die leichte Schulter nimmt, erwies sich erst vor kurzem. Die Regierung setzte einen hochoffiziellen Untersuchungsausschuß für UFOs ein, dem hervorragende Wissenschaftler angehören. Eine ganze Reihe von erstklassigen Fachleuten ist davon überzeugt, daß die UFOs von außerirdischen Lebewesen geflogen werden. Dr.Walter Riedel, deutscher Raketen-Experte: "Ich bin überzeugt, daß Fliegende Untertassen von einem außerirdischen Stützpunkt kommen." Luftmarschall Lord Dowding, Befehlshaber der englischen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg: "Natürlich gibt es die Fliegenden Untertassen wirklich - und sie sind interplanetarisch." Professor Hermann Oberth, deutscher Raketenforscher: "Die Fliegenden Untertassen kommen von entfernten Welten." Albert M.Chop, stellvertretender Direktor der amerikanische Raumfahrtbehörde NASA [sic!]: "Ich bin seit langem überzeugt, daß die UFOs interplanetarisch sind. Wir werden von Wesen aus dem Weltall beobachtet." Allerdings gibt es ebenso viele Experten, die alle UFO-Beobachtungen einen ausgemachten Humbug nennen. Wie dem auch sei - die Erfinder des Raumschiffs Orion brauchen jedenfalls ihre Phantasie nicht allzusehr strapazieren, als sie die Frogs auf unsere Bildschirme brachten. Um der Spannung willen ließen sie die Frogs als machtlüsterne Invasoren auftreten. Die von der Existenz der UFOs überzeugten Fachleute meinen dagegen, Fliegende Untertassen würden von friedlichen, außerirdischen Lebewesen gesteuert. Sie rechnen damit, daß diese Lebewesen in naher Zukunft auf der Erde landen werden.

Soweit also eine Pseudo-Reportage der genannten TV-Zeitschrift zum Ruhmesflug der Orion-Crew. Hier die Schwächen des Berichts aufgeschlüßelt. Begleitet wurde der Artikel mit drei Aufnahmen: 1) Die Brüder Jaroslaw aus Michigan (USA) fotografierten eine Fliegende Untertasse. Fachleute zweifeln nach an der Echtheit der Aufnahme. Vielleicht sind für Besucher aus dem Weltall die "Abenteuer der Orion" Wirklichkeit. 2) Wird sie von fremden Lebewesen gesteuert? Diese Fliegende Untertasse fiel den Brüdern Jaroslaw auf. Ist der Strich an der linken Seite eine Antenne? 3) Er hält die Aufnahmen der beiden Brüder für echt: Dr.Allen Hynek, Chef der astronomischen Abteilung an der Nordwest-Univeristät in der Nähe von Chikago. Zunächst waren dicke Übertreibungen in dem Beitrag angesagt (eine ganze Reihe von Flugzeugabstürzen durch Untertassen, überfallene Farmer und verprügelte Lastwagenfahrer, Stützpunkte an den Polen), dann schlichtweg wurde Unkenntnis eingebracht, die USAF untersuchte nur die ihr gemeldeten Fälle und nicht "alle". Es wurde die Colorado-Studie nicht wegen den verblieben Ungelösten durchgeführt, sondern weil die USAF ob ihrer Untersuchungs-Methode generell in der öffentlichen Kritik stand und die genannten Experten haben ihre Statements teilweise zwei Jahrzehnte vor diesem Zeitpunkt abgegeben. Chop war knapp Mitte der 50er Jahre beim Pressebüro der USAF im Pentagon gewesen und nach einer scheinbar ungenehmigten Freigabe eines für Keyhoe förderlichen Briefs entlassen worden mit der NASA hatte er später nichts mehr zu tun, dies ist pure Erfindung des Blatts.

Neue Fliegende Untertassen - Photographieren nicht möglich - Washington soll helfen hieß es am 13.März 1966 aus Ann Arbor, Michigan, im Kurier: Über Südmichigan wurden dreimal innerhalb einer Woche von zahlreichen Personen Fliegende Untertassen beobachtet. Die nicht identifizierten Flugkörper hatten Pyramidenform und wiesen rote und grüne Lichter auf. versuche, die UFO zu photographieren, scheiderten völlig. Bei Ausarbeitung der Filme war keine Spur von Objekten zu sehen. Sheriff Douglas Harvey hat die Behörden von Washington um Hilfe ersucht. Wie er angab, hätten so viele ausgebildeten Polizisten und verläßliche Bürger die fliegenden Objekte beobachtet, daß sich am Himmel bestimmt irgendetwas getan haben müßte. Wie Sprecher des Luftwaffenstützpunktes Selfridge mitteilten, habe es im Raum von Dexter, wo besonders starke UFO-Tätigkeit herrschte, keinerlei militärische Operationen gegeben. Der Polizist Robert Huniwell gab an, eine Untertasse habe sich einem Polizeipatrouillenauto bis auf drei Meter genähert. Als sie davonflog, habe sich dem UFO ein anderer ähnlicher Flugkörper angeschlossen. Die Gattin des Polizisten und sein Sohn sahen das Objekt gleichfalls. Wie sie angaben, habe es nicht den Bildern einer Fliegenden Untertasse geglichen, sondern es hatte eine korallenartige Oberfläche. Ein anderer Polizist beobachtete ein UFO in einem Sumpf mit einem Feldstecher. Wie er sagte, handelte es sich um pulsierendes rotes Licht. Beim Näherkommen verschwand die ungeklärte Erscheinung.

Michigan: Untertassen-Panik - US-Kongreß soll Erscheinungen untersuchen hieß es aus Detroit und am 22.März 1966 schrieb der Kurier: Große Aufregung herrscht im Bundesstaat Michigan: Montag nacht sind bei Detroit neuerlich mysteriöse Flugkörper aufgetaucht. Der republikanische Abgeordnete Ford will jetzt im amerikanischen Kongreß eine Untersuchung dieser Angelegenheit beantragen. Erst in der Vorwoche waren "Fliegende Untertassen" in derselben Gegend am nächtlichen Himmel erschienen. Manche Augenzeugen wollen rote, weiße und grüne Lichter an den seltsamen Objekten gesehen haben. Der amerikanische Astro-Physiker Dr.Hynek hält es für möglich, daß Sumpfgase diese Erscheinungen bewirken. Inzwischen hat ein "nationales Komitee zur Erforschung von Lufterscheinungen" die erregte Bevölkerung beruhigt: die unbekannten Flugkörper würden sicherlich keine "kleinen grünen Männer" enthalten. Das Komitee forderte die Luftwaffe auf, das Geheimnis dieser Erscheinungen aufzuklären, um die vielen Augenzeugen davor zu bewahren, verspottet zu werden.

Am 25.März 1966 erreichte eine amerikanische Agenturmeldung die Alte Welt: Untertassen enträtselt - Lausbuben ließen Wetterballons mit Leuchtraketen steigen. So textete der Wiener Kurier jedenfalls um. Um was ging es? "Das Auftauchen von Fliegenden Untertassen über dem Himmel von Connecticut ist aller Wahrscheinlichkeit nach auf einen Lausbubenstreich zurückzuführen. Die Polizei in Westport ist fünf Jugendlichen auf der Spur, die Wetterballons gekauft hatten. Man vermutet, daß sie die Ballons mit Leuchtraketen versahen und dann steigen ließen. Die Raketen brennen in etwa 15 bis 30 Minuten ab. Die geheimnisvollen fliegenden Leuchtobjekte sind in der letzten Zeit von nicht weniger als 50 Augenzeugen beobachtet worden. In Kürze dürfte sich der Staatsanwalt mit den ´Untertassen-Fabrikanten´ befassen", wurde berichtet. Nun, wie das bei der UFO-Problematik oftmals im Einzelfall so ist, hapert es im Detail mit der Lösung, da das Publikum Probleme mit der Nachvollziehbarkeit hat. Dies ist auch in diesem Fall durchaus verständlich: Die vorgeblichen Raketen erinnern jeden Leser schnell an Feuerwerksraketen - und die zischen hoch und explodieren, in ein paar Sekunden ist die Show vorbei. Dies kann kein Leuchtobjekt erzeugen, welches 15 bis 30 Minuten lang sichtbar ist! Ganz anders jedoch ist es mit Signalfackeln, die man an Ballons hängt und die man hier auch meinte. Unserer Einschätzung nach lag hier schlicht ein Übersetzungsfehler vor, der aber verhängnisvoll sich auswirkte.

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--- In den Perry Rhodan-Heften vom September 1975 versuchte sich Reinhard Schrutzki aus Norderstedt mit einem Leseraufruf, um einen Verein anzuregen, der "sich ausschließlich mit der Behandlung des UFO-Problems auf der Basis der exakten Wissenschaften beschäftigt. Dieser Verein soll ein Gegenstück zur Deutschen UFO/IFO-Studiengesellschaft (DUIST) e.V. sein, deren Publikationen dem Ansehen all derer schaden, die sich ernsthaft mit UFOs beschäftigen. Ich halte es für nicht mit den Zielen einer exakten wissenschaftlichen Arbeit vereinbar, wenn eine Organisation nach wie vor behauptet, daß ´Fliegende Untertassen´ vom Mars, Jupiter oder Uranus kommen. Ziel des von mir vorgeschlagenen Vereines soll weiterhin sein, alle unrichtigen Darstellungen, die von der DUIST oder irgendeiner anderen Organisation gegeben werden, richtigzustellen oder zu widerlegen." [Zugegeben, dieser Brief war auch für uns in Mannheim Anlaß, genau in dieser Richtung bereits zu denken, aber als wir versuchten mit Schrutzki in Kontakt zu treten, reagierte dieser aus unerfindlichen Gründen nicht, sodaß wir im März 1976 das CENAP ausriefen. Die von Schrutzki hervorragende Idee wurde scheinbar von ihm auch nie weiterverfolgt, da die Szene nie etwas von ihm hörte.]

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Am 21.März 1976 startete die BILD-am-Sonntag eine neue UFO-Reportage: Sie kommen! Die Besucher aus dem All. Wolfgang Will zeichnete hierfür verantwortlich, was er den neuen großen BILD-am-Sonntag-Report nannte: "Sie kommen! Die Besucher von fremden Sternen. Wie wir uns verhalten sollen, wenn plötzlich die ´grünen Männchen´ vor uns stehen?" Begleitet wurde die Reihe immer wieder von einer Alien-Skizze, die uns auf die Greys vorzubereiten wußte: "So könnten sie aussehen, die Besucher vom anderen Stern, nur ein bißchen freundlicher! Hervorstechendes Merkmal ist nach Ansicht der Wissenschaftler ihr überentwiickeltes Gehirn - sie sind an Intelligenz um Generationen voraus!" In der ersten Folge wurde das Taorminia-Foto großflächig abgedruckt und bekam den Text: "Geheime militärische Objekte oder Flugkörper aus dem Weltall? Seit Jahren diskutieren Fachleute über solche Fotos wie dieses hier aus Sizilien. Die Antwort wird vielleicht schon die nahe Zukunft bringen; vielleicht die nächsten drei Jahre." US-Professor Richard Yinger ist es, der diese Versprechungen machte, ganz ernst - und dabei ist er nicht "irgendwer" und er habe seine Thesen "soziologisch untermauert, plausibel und verständlich" gemacht. Angeblich werde er "zum großen Teil zudem von anderen namhaften Wissenschaftlern und Technikern unterstützt". Da kann ja nichts mehr schiefgehen. Wie wir wissen, die drei Jahre gingen um, Prof.Yinger verstummte und die Untertassen landeten einmal mehr nicht.

Eine Woche später ging es dann in die Vollen: "Oh Gott - die schnappen uns!" riefen Betty und Barney Hill auf ihrer Heimfahrt aus, als sie ihr denkwürdiges Erlebnis Anfang der 60er Jahren hatten. Ja, "führende US-Wissenschaftler sind nach eingehenden Untersuchungen überzeugt: Das Ehepaar Betty und Barney Hill war auf dem Heimweg aus dem Urlaub zwei Stunden in den Händen außerirdischer Lebewesen vom Stern Zeta Reticuli." Die zig Millionen Leser bekamen die Hill-Story dargestellt und erfuhren von "Zeitverschiebungen", von gelöschten Erinnerungen und telepathischen Befehlen durch die Außerirdischen. Geheimnisvolle Kräfte, so BamS, hätten das Auto der Hills um 50 Kilometer versetzt. Und dann Prof.Dr.J.Hynek von der Universität Chicago "war maßgebend an den Untersuchungen des Falles Hill beteiligt. Er kennt den Inhalt der geheimen Tonband-Protokolle". Und das Salem-UFO-Formations-Foto wird abgedruckt um zu behaupten: "UFOs, wie sie auch von Betty und Barney Hill beschrieben wurden." Der Hypnose-Arzt Dr.Simon sei überrascht gewesen, wie gleich die Aussagen der beiden waren, "wie übereinstimmend in Details. ´Das kann nicht abgesprochen sein´, ist seine Meinung". Seither habe er über UFOs nicht mehr gelacht, er kam zu der Überzeugung: "Was die beiden da aussagen, hat sich entweder wahrhaftig so zugetragen, oder ein wirkliches Ereignis im Leben der beiden wird mit Illusionen und auch Mißdeutungen vermischt." Das Tonbandmaterial über die Hypnose-Sitzungen (Hypnose wird hier übrigens als der Weg zur Wahrheit verkauft) sei unter strenger Geheimhaltung gestellt und in der Kongreß-Bibliothek "unter striktem Verschluß gehalten" - nur Dr.Hynek hat sie angehört. Sie seien sie beängstigend außergewöhnlich, daß "sie vorläufig nicht für die Öffentlichkeit freigegeben werden" können. Dr.Hynek: "Was der Film The Exorcist zeigte, ist dagegen harmlos." Welchen Horror erfuhren da die Hills? Etwa jenen fürchterlichen Vorgangs, als die Aliens an Barney herummanipulierten: "Mir nahmen sie mein Gebiß heraus."

Hinten und vorne bekamen die Leser auf der Kerngeschichte aufbauend eine übersensationalisierte Darstellungen geboten, die in vielen Punkten glattgebügelt gehörte. Das eigentlich vernichtende Urteil von Dr.Simon wurde umschrieben. Hynek eine Bedeutung zugemessen, die er im konkreten Fall gar nicht hatte. Den ärztlichen Tonbandmitschnitten der Hypnosesitzung eine dramatische Bedeutung gegeben, während sie nur als ärztliche Unterlagen der ärztlichen Schweigepflicht unterlagen, alles barer Unfug über die strikt-weggeschloßenen Bänder und dem Vergleich mit dem Exorzisten-Film.

Nochmals eine Woche später der Titel "Plötzlich schwebten drei Gestalten auf uns zu!". "Alle Verhöre - selbst durch einen US-Astronauten - und auch der Test mit dem Lügendetektor brachten keinen Zweifel an der unglaublichen Geschichte zweier amerikanischer Fischer". Wieder ging es zunächst um den Fall Hill, ihrer Sternkarte und die Herkunft der Außerirdischen vom "30 Lichtjahre entfernten Sternsystem Zeta Reticuli". So kommt man auch zu "Nuklear-Physiker Stanton Friedman, ein anerkannter Raumfahrt-Wissenschaftler", der Berechnungen im Zusammenhang mit dem Fall anstellte, unter Berücksichtigung von "Einsteins Zeitwechsel-Faktor". So kam er zur Folgerung, daß die Hill-Entführer nur "20 Monate" unterwegs waren. Von da aus war es dann ein kleiner Schritt hin nach Pascagoula, wo am 12.Oktober 1973 eine "klassische Szenerie" zustandekam, die bereits in der UFO-Literatur oftmals beschrieben wurde. Die beiden Werftarbeiter Parker & Hickson überraschten die Nation mit ihrer Geschichte und Professor Hynek war binnen Stunden nach Bekanntwerden des neuen rätselhaften Zwischenfalls am Schauplatz: "Diese beiden Männer lügen nicht." Ja, zu diesem Urteil stehe auch 1976 Hynek noch. So bestürzend diese Vorgänge auch sind, noch bestürzender sei das Eingeständnis der Wissenschaft "vor Rätseln zu stehen". Und schon ist die BamS beim Fall von Pfarrer Gill auf Neuguniea angelangt, um Prof.Hynek zu zitieren, wie ernsthaft der Zeuge zu nehmen sei.

In der nächsten Folge ging es dann um die "politisch-militärische Seite" des UFO-Rätsels: Rotes Licht im schnellen Anflug von links! Hierbei ging es um die unheimliche Begegnung einer Hubschrauber-Besatzung rund um Captain Larry Coyne vom 18.Oktober 1973. Der Fall wurde von der FAA unter A.J.Vollmer untersucht und habe zu folgender offizieller Erklärung geführt: "Dieser UFO-Zwischenfall ist etwas, was wir nie zuvor hatten." BamS verwies auf "hundert ähnlich dramatische Fälle" ohne Erklärung, wie sie bereits bei der UFO-Fahndung im Projekt Blaubuch festgehalten wurden, welches "unter strikten Geheimhaltungsvorschriften" lief. Autor Will nahm Bezug auf Robert Galley, französischer Verteidigungsminister, dem am 21.Februar 1974 in einem Rundfunkinterview gesagt hatte: "Wir haben es mit einer äußerst eindrucksvollen Zunahme von leuchtenden Phänomenen zu tun.... Ich bin persönlich felsenfest davon überzeugt, daß es erforderlich ist, diesen Phänomenen aufgeschlossen gegenüberzutreten. Schließlich hat die Menschheit Fortschritte deshalb gemacht, weil sie versuchte, das Unerklärliche zu erklären." BamS erklärt deshalb: "Das UFO-Phänomen, daran ist kein Zweifel, wird zunehmend ernster genommen... So erscheint es nur logisch, daß nunmehr auch von der amerikanischen Weltraumbehörde NASA die Suche nach den Unbekannten aus dem Weltraum aufgenommen wurde: Chef eines Fahndungs-Teams im Ames-Forschungszentrum ist Dr.John Billingham. Ihm unterstehen zwölf Physiker, Astronomen und Planetenexperten. Die NASA hat zunächst 450.000 Dollar bereitgestellt, um das einmalige Forschungsprojekt auf die Beine zu stellen. Erste Aufgabe der Wissenschaftlergruppe ist es, Geräte und Methoden zu entwickeln, um nach Lebensspuren im Universum zu suchen... Mit der NASA-Entscheidung, sich der Problematik anzunehmen, muß die Frage gestellt werden, weshalb dann die Luftwaffe ihr Project Blue Book eingestellt hat." Und "Lesen Sie am nächsten Sonntag: Gefahr aus dem Weltraum - Verschweigt die US-Luftwaffe Tatsachen, um die Bevölkerung nicht zu beunruhigen?"

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Jenseits dessen, aber nicht unabhängig davon, sei eine Meldung aus der Presse eingebracht, welche im März 1981 umging: "UFOs - heimliche Liebe vor allem der Neurotiker". Alexander Keul und zwei Psychologen hatten an der Universitätssternwarte Wien eine Untersuchung der wissenschaftlichen Art durchgeführt. Hierbei ergab sich, daß die meisten Beobachtungen und Berichte über UFOs nichts wert sind. Sie entspringen eher dem Wunsch der Beobachter, ihr Geltungsbedürfnis auszuleben. Von den vielen Anfragen und Beobachtungen, die die Wiener Sternwarte erhielt, können nach Keul etwa 90 Prozent physikalisch erklärt werden. 15 Fälle der restlichen zehn prozent wurden von den drei Wissenschaftlern genauer unter die Lupe genommen. Die 15 "UFO-Beobachter" wurden einem Intelligenz-, Gedächtnis-, Persönlichkeits- sowie Selbsteinschätzzungstest unterzogen. Außerdem wurden soziale und medizinische Daten erhoben. Dabei ergab sich, daß nicht ein einziger Zeuge von seiner Persönlichkeitsstruktur und der Beobachtungsfähigkeit her "voll ernst genommen werden kann". Sechs UFO-Beobachter mußten eindeutig als Neurotiker eingetuft werden, einige andere zeigten hysterische Züge. Bevor also Wissenschaftler den UFO-Berichten Glauben schenken und auf dieser Basis Forschungen aufbauen, sollten sie sich jedoch die Beobachter und Melder von UFOs genauer ansehen. UFOlogen und UFO-Beobachter mit psychologischen Knacks? Wie auch immer, eine gefährliche Mischung die zum UFO-Aberglauben führt.

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Prinz Charles: UFO gesehen meldete am 3.März 1986 die Abendpost: Prinz Charles ist überzeugt, auf dem Rückflug von Amerika ein UFO gesehen zu haben. Der Prinz und der Pilot seiner Air Force-Sondermaschine entdeckten das unbekannte Flugobjekt über der Irischen See. Der Pilot meldete der Flugüberwachung in Heathrow, er habe ein glühendes, rotes Glühen gesehen. Vier andere Piloten meldeten das UFO unabhängig davon ebenfalls dem Tower in London. Ein Sprecher der Flugüberwachung: "Wir haben keine Ahnung, was das war. Es kann ein irdisches Flugobjekt gewesen sein. Wir werden die Sache untersuchen." Charles ist jedoch sicher: "Es war ein Flugobjekt von einem anderen Planeten."

Kometen-Nacht im TV: Meine Freundin, die Außerirdische hieß es am 15.März 1986 in der BILD in einem Artikel von C.Abram und R.R.Schneider: Es war die große TV-Nacht der kleinen Sonde "Giotto", die Nacht des rätselhaften Kometen Halley - und der große Auftritt der Ursula Jahnke (62). Vor fünf Millionen Zuschauern und vor kopfschüttelnden Wissenschaftlern erzählte die Ex-Sekretärin im ZDF von ihrer außerirdischen Freundin Arnika. Nach einem Raumschiffunfall soll sie in die Gestalt einer sterbenden Kanadierin gehuscht sein. Arnika wurde gerade geschieden: "Mein Mann und ich sind eben verschiedene Materien", habe sie ihrer irdischen Freundin gesagt. Seit vier Jahren pflegt Frau Jahnke ihre ungewöhnlichen Kontakte zu den Außerirdischen: In Düsseldorf sah sie über sich UFOs - "eine Formation wie weiße Wildgänse".

Halley und Giotto haben überall in Deutschland "zugeschlagen": In Heidelberg feierten Hobby-Astronomen in einem Observatorium ihre Kometenparty, die Damen in sternenübersäten Plastikkleidern, die Herren in Raumanzügen. Morgens um vier reckten sie die Köpfe zum Himmel. Im Osten schimmerte Halley, ein blasses Lichtlein. Star-Koch Hans-Peter Wodarz ("Ente vom Lehel", Wiesbaden) kreierte einen Kometen-Cocktail. Zutaten: 1 Eiweiß, vier cl Pfirsich-Aperitif, 2 cl Blue-Curacao, 1 cl Amaretto, aufgefüllt mit Champagner. Wodarz: "Nach dem dritten sieht man Sterne." Star-Friseuse Marlis Möller aus Hamburg zauberte eine blauschimmernde Kometen-Frisur mit "Puscheln" auf dem Kopf und einem Schweif bis zur Brust. Enttäuschung bei den Zuschauern, die auf prächtige Aufnahmen vom Weihnachtsstern-Kometen mit dem langen Schweif gehofft hatten: "Sieht aus wie ein Spiegelei." Giotto lieferte nur Computer-Bilder. Die aber brachten im Darmstädter Zentrum für Weltraumforschung die nüchternen Wissenschaftler zum Jubeln über "ihre" Sonde: Sie schickte 3.500 sensationelle Bilder, bevor der Halley-Staub sie traf, zum Trudeln brachte. Seit der Kometen-Nacht ist klar: Halleys Kern sieht aus wie eine vier mal elf Kilometer große Erdnuß. Gestern morgen schickte sie wieder Daten zur Erde - aber keine Bilder mehr...

¸ Begleitet war der Artikel von einer Studioaufnahme mit Frau Jahnke: "Sie glaubt fest an die Außerirdischen. Ursula Jahnke. Ihrer Meinung nach haben die Russen sogar eine ganze UFO-Besatzung gefangen und untersuchen sie."

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Quelle: CENAP-Archiv

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